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PALTING. Stefan Leymüller wurde bei den EuroSkills, den Berufseuropameisterschaften in Graz, Vize-Europameister im Bewerb Stuckateur und Trockenausbau. Seinen besonderen Beruf legt er auch anderen ans Herz.

Vize-Europameister Stefan Leymüller ist vom Trockenausbau begeistert. (Foto: Florian Wieser/SkillsAustria/ES21)

Schon als kleines Kind durfte Leymüller seinem Vater hin und wieder im elterlichen Betrieb, dem Trockenbau Leymüller in Palting/Mattsee, helfen. So entdeckte er früh seine Begeisterung für den Trockenausbau und dessen individuelle und kreative Möglichkeiten. „Daher machte ich auch meine Lehre sowie den Meister in der Firma meines Vaters“, berichtet der gebürtige Salzburger.

Umfassende Arbeitsaufgaben

Die Arbeitsaufgaben seines Berufs sind überaus umfassend und beinhalten Trockenausbau, Stuckateur, Verputzen, das Wärmedämmverbundsystem (WDVS), Estrich und Gerüstbau. „Durch die starke Weiterentwicklung in den einzelnen Sparten spezialisieren sich die meisten Betriebe, so wie der meinige, auf den Trockenbau. Wir machen kleine und große Baustellen und haben dadurch eine gute Arbeitsabwechslung. Unsere Arbeit beinhaltet das Montieren, Dämmen und Verspachteln von Montagewänden, Vorsatzschalen, abgehängten Decken, Dachgeschossausbau sowie die Verlegung von Bodensystemen.“

Die Lehrlinge, die sich für den Beruf entscheiden, lernen mehr über die individuelle Gestaltung eines Raums sowie den vielfältigen Einsatz der Baustoffe im Einklang mit der Bauphysik. Auf dem Lehrplan stehen somit Brand-, Wärme-, Feuchte-, Schallschutz und Akustik. Das Einsatzgebiet ist auf der Baustelle, wobei sich ein Stuckateur zumindest nicht dem Wetter aussetzen muss. „Bei uns heißt Baustelle, in trockenen, beheizten Gebäuden zu arbeiten.“ Angehende Lehrlinge sollten am besten handwerkliches Geschick, Motivation, Zuverlässigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und Kreativität mitbringen, empfiehlt der Vize-Europameister.

Gute Entlohnung

Leymüller gefällt an seinem Beruf besonders, dass Gips ein toller Baustoff mit vielen Vorteilen ist. „Im Trockenbausystem zu arbeiten macht einfach Spaß. Zusätzlich wird der Trockenbau sehr gut entlohnt.“ Jeden Tag gibt es neue Herausforderungen. „Diese zu meistern und zu sehen, was man geleistet hat, sind die Highlights. Trockenbau ist nicht nur das Verschrauben von Platten, es ist viel mehr. Man muss sich mit den anderen Gewerken am Bau absprechen und Hand in Hand arbeiten, damit die Installationen richtig eingebaut werden können.“

Emotionsreicher Bewerb

Die EuroSkills erlebte Leymüller als sehr positiv. „Es ist einfach ein mega Event. Man bereitet sich sehr lange vor, um seine Top-Leistung zu präsentieren.“ Sieben Wochen lang wurde er von seiner Firma freigestellt, um sich mit seinem Trainer Alex Dasek in Wien auf die Europameisterschaften vorzubereiten. Zusätzlich trainierte er auch in seiner Firma. Dabei versuchte er, so viele unterschiedliche Werkstücke wie möglich aufzubauen.

Die tatsächliche Aufgabenstellung bekam er erst beim Wettbewerb. Auch ihre Platzierung erfuhren die Teilnehmer erst bei der Siegerehrung. „Als ich dann aufgerufen wurde, die Menge jubelte und ich zum Vize-Europameister gekürt wurde, brauchte ich schon eine Zeit, bis ich es richtig realisiert hatte. Die vielen Zuschauer feuern dich an und zählen am letzten Tag die letzten zehn Sekunden herunter“, erinnert sich Leymüller. „Da habe ich dann erst begriffen, dass der Bewerb geschafft ist und die Emotionen überschütten dich. Ein unbeschreibliches Gefühl.“

Zudem konnte Leymüller beim Bewerb viele neue Freunde finden und große Persönlichkeiten kennenlernen. Für die Zukunft wünscht er sich, dass auch er einen Lehrling findet, dem er sein Wissen und Können weitergeben kann. „Wer weiß, vielleicht bringt Trockenbau Leymüller den nächsten Gewinner hervor.“


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