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Arbeitsmarkt im Bezirk Braunau: "Rasche und gezielte Vermittlung höchste Priorität"

Online Redaktion, 16.03.2022 12:40

BEZIRK BRAUNAU. Viele oö. Unternehmen suchen nach wie vor – oft vergeblich – intensiv nach Fach- und Arbeitskräften. Das zeigt einmal mehr die mit 2.097 hohe Anzahl der im Bezirk Braunau dem AMS mit Ende Februar gemeldeten offenen Stellen. Dem gegenüber stehen 2.373 Arbeitslose im Bezirk. „Die rasche und gezielte Vermittlung hat jetzt höchste Priorität, eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes produziert hingegen Langzeitarbeitslose“, ist WKO-Bezirksstellenobmann Klemens Steidl überzeugt.

Klemens Steidl, Obmann der Wirtschaftskammer Braunau (Foto: WKOÖ/HANNES BUCHINGER)
Klemens Steidl, Obmann der Wirtschaftskammer Braunau (Foto: WKOÖ/HANNES BUCHINGER)

Oberstes Ziel müsse die rasche Vermittlung der arbeitslosen Personen sein. Um eine zusätzliche Dynamik in die Vermittlungsaktivitäten zu bringen, sind für Bezirksstellenobmann Steidl zwei Faktoren ausschlaggebend:

Anreiz für Arbeitslose erhöhen 

Vor allem der Gesetzgeber sei gefordert: „Ein gestaffeltes Arbeitslosengeld, eine deutliche Beschränkung der Zuverdienstmöglichkeiten für Arbeitslose und die dringend notwendige Reparatur der Notstandshilfe (nur in Österreich gibt es diese unbeschränkt bis zur Pension) würden den Anreiz für Arbeitslose signifikant erhöhen, wieder eine Beschäftigung aufzunehmen“, so Steidl.

Andererseits müsse das AMS verstärkt über die Bezirksgrenzen hinaus vermitteln, Arbeitserprobungen weiter forcieren und Arbeitsunwilligkeit sowie Pfusch von Arbeitslosen konsequent und flächendeckend sanktionieren. „Eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes ist“, so Steidl, „hingegen kontraproduktiv, weil sie die Differenz zum erzielbaren Einkommen in einem regulären Job weiter reduziert und damit Langzeitarbeitslosigkeit geradezu produziert.“

Augenmerk auf Vermittlung von Hilfs- und Anlernkräften 

Dazu werde die WKO Oberösterreich in den nächsten Wochen der aktiven Vermittlung von Hilfs- und Anlernkräften besonderes Augenmerk schenken: „Fast jeder zweite Arbeitslose hat nur Pflichtschulabschluss, gleichzeitig suchen viele Betriebe exakt solche Arbeitskräfte, die sie in weiterer Folge arbeitsplatzbezogen aufqualifizieren können. Eine höhere Vermittlungsquote in diesem Segment ist dringend notwendig und auch möglich“, so Steidl.


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