In Braunau war es 2022 am wärmsten
BRAUNAU/OÖ. 2022 war in Oberösterreich das drittwärmste Jahr der Messgeschichte. Die wärmsten Temperaturen wurden in Braunau verzeichnet.

36,1 Grad hatte es in Braunau am 5. August – das war der höchste Wert in ganz Oberösterreich. Die tiefste Temperatur des Jahres wurde am 18. Dezember in Freistadt gemessen. Hier hatte es -18,7 Grad. Die absoluten Jahresmaxima und –minima blieben somit weit von den Allzeitrekorden entfernt. Im oberen Innviertel war es allerdings über das Jahr verteilt etwas zu trocken.
„Schon lange gab es keine so winterliche Vorweihnachtszeit wie im heurigen Jahr. Selbst in Linz sorgten Schnee und Frost für die passende Kulisse auf den Christkindlmärkten“, sagt Alexander Ohms, Klimaexperte der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Er erstellt seit vielen Jahren Wetter- und Klimaanalysen für das Klimaschutzressort des Landes OÖ und weiß daher: „Das Weihnachtstauwetter war überpünktlich wie immer – auf die milde Atlantikluft zu den Feiertagen war bereits lange vor dem menschlich verursachten Klimawandel Verlass.“
Größter Massenverlust
Der winterliche letzte Monat kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Temperaturen auch dieses Jahr deutlich über den vieljährigen Mittelwerten lagen. Zu kalte Monate werden immer seltener. So war es um 2022 über zwei Grad wärmer als in der Periode 1961 bis 1990. Auf dem Hallstätter Gletscher wurde 2022 der größte Massenverlust seit Beginn des oö. Messprogramms verursacht. Der Gletscher büßte sechs Prozent seines Volumens ein.
Umwelt- und Klimalandesrat Stefan Kaineder (Grüne) verfolgt die Entwicklung sorgenvoll. Er kritisiert, dass in Oberösterreich noch keine Einsparungen an Treibhausgasen zu sehen sind. „Lange bleibt nun nicht mehr, um eine Klimakatastrophe abzuwenden. Wir brauchen hier schleunigst eine wirkungsvolle Klima- und Energiestrategie und eine Beschleunigung beim Ausbau erneuerbarer Energien. Vor allem die Blockade beim Ausbau der Windkraft muss zur Umsetzung eines CO2-freien Oberösterreichs gelöst werden.“


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