Garten als Medizin: Krankenhaus setzt auf naturnahe Erholung
BRAUNAU. Das Krankenhaus Braunau schuf einen naturnahen Erholungsraum für Patienten und Mitarbeiter. Dafür wurde das Klinikum mit der „Natur im Garten“-Plakette des Landes Oberösterreich ausgezeichnet.

Beim Jägerstätter-Park, der sich in der Nähe der Klinik für Psychische Gesundheit befindet, entstand eine besondere Gartenanlage, deren Pflanzen rund um das Jahr Blüten tragen. Gepflegt werden sie ganz ohne chemisch-synthetische Dünger, Pestizide und Torf. Neben gestalterischen Naturgartenelementen und Bepflanzungen wurde auch großer Wert auf vielseitige Nutzungsmöglichkeiten gelegt. Patienten und Mitarbeiter können den Garten in Zukunft nutzen, um sich zu bewegen, zu erholen oder therapeutische Maßnahmen durchzuführen.
„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und werden die Plakette mit Stolz im Park präsentieren“, sagt Erwin Windischbauer, der Geschäftsführer des Krankenhauses. Die Schöpfungsverantwortung hat ihm zufolge im Ordenskrankenhaus einen sehr hohen Stellenwert. Im Park komme diese Verantwortung ganz besonders zur Geltung: „Wir wollen zeigen, wie wichtig für uns der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur und unserer Umwelt ist.“
Jägerstätter-Park
Der Franz-Jägerstätter-Park ist für die Öffentlichkeit zugänglich und befindet sich zwischen der Klinik und dem Naherholungsgebiet am Inn. Er wurde nach dem Innviertler Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter benannt und 2006 feierlich gesegnet. Die Franziskanerinnen von Vöcklabruck wollten mit dem Namen bewusst ein Zeichen setzen.
Im Laufe der Zeit wurde die Gartenanlage zu einem Park der Begegnungen. Gemäß der franziskanischen Tradition sollen die Klinik und der Park jenen Menschen Raum und Unterstützung geben, die es in der Leistungsgesellschaft besonders schwer haben.
Wachsender Erfolg
Das Krankenhaus Braunau ist die dritte Krankenanstalt, die im Rahmen der Aktion den Garten als Medizin nutzen möchte. Auch die Kliniken Schärding und Freistadt entschlossen sich bereits zu diesem Schritt. „Die Aktion ‚Natur im Garten‘ ist in den heimischen Gärten und im öffentlichen Raum angekommen“, freut sich Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP).
Erholungsoasen schaffen
Bei der Initiative sollen Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in Oberösterreich für die Idee von nachhaltigen Grün- und Erholungsoasen begeistert werden. Denn oft werden die Grünflächen und Parkanlagen rund um die Gesundheitszentren wenig genützt. Der Aufenthalt in der Natur und die frische Luft können den Heilungs- und Erholungsfortschritt aber unterstützen, sind Stelzer und Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) überzeugt.
Damit ein Naturraum mit der „Natur im Garten“-Plakette ausgezeichnet wird, müssen mehrere Kriterien rund um Nachhaltigkeit und Umweltschutz erfüllt sein. Ein zentraler Aspekt ist auch eine nutzungsorientierte Gestaltung. In gemeinsamen Beratungsgesprächen wird das erarbeitet. Bisher wurden rund 750 Privatgärten, 25 Gemeinden, sieben Schulen, drei Krankenhäuser und vier Pflege- und Betreuungseinrichtungen mit der „Natur im Garten“-Plakette ausgezeichnet.


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