Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BRAUNAU. 80 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus (NS) gibt es in der Geburtsstadt von Hitler noch immer „braune Flecken“. Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und das Oberösterreichische Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus (Antifa-Netzwerk) fordern die Entfernung dieser negativen Erinnerungen.

Vier Straßennamen wurden in Braunau wissenschaftlich untersucht. (Foto: Tips)
Vier Straßennamen wurden in Braunau wissenschaftlich untersucht. (Foto: Tips)

Wie Tips berichtete, hat die Stadt Braunau eine wissenschaftliche Prüfung von vier Straßennamen beziehungsweise deren Namensgebern im Hinblick auf ihre Rolle in der NS-Zeit sowie auch auf eine mögliche illegale NS-Betätigung vor dem „Anschluss“ Österreichs in Auftrag gegeben: Josef Reiter-Straße, Franz Resl-Straße, Dr. Wilhelm Scheuba-Gasse sowie Dr. Kriechbaum-Stiege. „Wir begrüßen, dass die Stadt Braunau die besagten Lebensläufe wissenschaftlich untersuchen hat lassen“, sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi. „Der Bericht des Historikers Florian Schwanninger ist von hoher Qualität und bekräftigt unsere Forderung, die ‚braunen Flecken‘ endlich zu entfernen.“

Umbenennung gefordert

„In einem Schreiben haben wir an Bürgermeister Johannes Waidbacher appelliert, rasch die Ehrenbürgerschaft Reiters aufzuheben sowie die beiden Straßen und die Stiege auf NS-Opfer oder Persönlichkeiten aus dem Widerstand umzubenennen“, ergänzt Robert Eiter, Sprecher des Antifa-Netzwerks. Auch das Team von Memory Gaps meldete sich zur Debatte zu Wort: „Wir von Memory Gaps schlagen bereits seit Jahren vor, statt Josef Reiter einem weiblichen NS-Opfer die kommunale Ehre einer Straßenbenennung zukommen zu lassen.“

Ergebnis der Untersuchung

Das Ergebnis des Berichts zeigte, dass drei der vier untersuchten Straßennamen in Kategorie 1 einzuordnen sind: Bei den Namensgebern Josef Reiter, Franz Resl und Eduard Kriechbaum besteht erheblicher Diskussionsbedarf: aktives Handeln und starke Propagierung menschenfeindlicher Ideologien, Ablehnung der Demokratie und Befürwortung eines autoritären Systems, Ausübung höherer Funktionen im NS-Regime (auch auf dem Gebiet der Propaganda), Beteiligung an Verbrechen. Wilhelm Scheuba ist der Kategorie 2 zuzuordnen: zumindest zeitweises Vertreten menschenfeindlicher Ideologien, Mitgliedschaft und Funktion in Parteien und Organisationen, die dieses Gedankengut vertreten.

„Aus der Braunauer Stadtpolitik hören wir, dass die Chancen für eine sinnvolle Lösung gut stehen“, ist Mernyi optimistisch. Der wissenschaftliche Bericht diene nun als Grundlage für die Diskussion über mögliche Maßnahmen und wurde den zuständigen Gremien zur Beratung übergeben. Die Forschungsergebnisse sind auf der Gemeindehomepage öffentlich einsehbar.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Thomas Aigner ist neuer Bürgermeister von Geretsberg

Thomas Aigner ist neuer Bürgermeister von Geretsberg

GERETSBERG. In Geretsberg gibt es einen Wechsel an der Gemeindespitze: Der Gemeinderat hat Thomas Aigner zum neuen Bürgermeister gewählt. Er ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Mehrmonatige Sperre der Habersdorfer Straße in Eggelsberg

Mehrmonatige Sperre der Habersdorfer Straße in Eggelsberg

EGGELSBERG. Autofahrer müssen sich in Eggelsberg auf eine längere Sperre einstellen. Die Habersdorfer Straße (L1030) ist seit Dienstag, 6. ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Sommersaison im Braunauer Freibad hat neuen Besucherrekord gebrochen

Sommersaison im Braunauer Freibad hat neuen Besucherrekord gebrochen

BRAUNAU. Das Sport- und Erlebnisfreibad Braunau blickt auf eine besonders erfolgreiche Badesaison zurück. Von 1. Mai bis 13. September besuchten ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Zehn Prozent weniger Arbeitslose im Bezirk Braunau

Zehn Prozent weniger Arbeitslose im Bezirk Braunau

BEZIRK BRAUNAU. Mit Ende September waren im Bezirk Braunau 2.631 Personen arbeitslos gemeldet, davon 1.329 Frauen und 1.302 Männer. Das entspricht ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Neue Radrunde „INNergy“ verbindet Bayern und Österreich

Neue Radrunde „INNergy“ verbindet Bayern und Österreich

INNVIERTEL/BAYERN. Grünes Licht für die grenzüberschreitende Radrunde „INNergy“: Die Bürgermeister der sieben beteiligten Gemeinden haben ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Aus dem TAU-Kolleg am Braunauer Krankenhaus wird der FraCampus

Aus dem TAU-Kolleg am Braunauer Krankenhaus wird der FraCampus

BRAUNAU. Das TAU-Kolleg, die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Krankenhaus Braunau, trägt ab 1. Oktober einen neuen Namen: Aus dem ...

Tips - total regionalSabrina Antlinger
Weitere Beiträge