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In Brunnenthal soll Haus der Begegnung entstehen – Bürger klar gegen Gemeindefusion

Elena Auinger, 11.06.2019 14:06

BRUNNENTHAL. Gemeinde und Pfarre ziehen in Brunnenthal an einem Strang, wenn es im Zuge eines ambitionierten Projektes um die Entwicklung des Ortskernes geht. Als Startschuss für dieses Projekt wurde von den Kulturvisionen Brunnenthal, die zum Dorfentwicklungsverein bestellt wurden, eine Bürgerbefragung durchgeführt, deren Ergebnisse nun vorliegen.

Mitten im Brunnenthaler Ortszentrum soll ein Ort der Begegnung entstehen. (Foto: EAuinger)
Mitten im Brunnenthaler Ortszentrum soll ein Ort der Begegnung entstehen. (Foto: EAuinger)

Vor einigen Jahren hat die Gemeinde Brunnenthal das geschlossene Kaufgeschäft „Weitzenauerhaus“ direkt am Ortsplatz erworben und seither überlegt, was man aus diesem Haus machen kann. „Vor zwei Jahren hat dann der Gemeinderat beschlossen, das Projekt 'Weitzenauerhaus bzw. Ortskerngestaltung' an die Kulturvisionen Brunnenthal zu übergeben und die Bürger aktiv in die Gestaltung miteinzubeziehen“, erklärt Bürgermeister Roland Wohlmuth. Dabei hat sich für das Gemeindeoberhaupt herausgestellt, dass der Prozess und die Bürgerbefragung gleich wichtig sind, wie das Ergebnis, weil in der Bevölkerung eine positive Dynamik entstanden ist.

Bürgerbefragung

In der Karwoche wurden alle Gemeindebürger ab zehn Jahren dazu eingeladen, die wichtigsten Aspekte des Gemeinde- und Pfarrlebens, unter besonderer Berücksichtigung der Ortskernentwicklung, im Zuge einer schriftlichen Bürgerbefragung zu bewerten. „Als Bürgermeister hat man schon etwas Bauchweh, wenn man die Bürger befragt, was ihnen gefällt und was nicht. Es ist wie vor einer Prüfung: man bereitet sich lange Zeit vor, gibt sein Bestes und erhofft natürlich ein positives Ergebnis, aber ist sich halt trotzdem nicht ganz sicher. Und das Ergebnis war höchst positiv. Danke dafür“, so Bürgermeister Roland Wohlmuth.

Sensationelle Rücklaufquote

Allein die Rücklaufquote der Fragebögen von sehr hohen 25 Prozent kann sich sehen lassen. „In meiner Praxis mit rund 20 Jahren Marktforschung habe ich kaum eine derart hohe Rücklaufquote erleben dürfen. Dies kann eindeutig als klare Botschaft für das Interesse der Bevölkerung gesehen werden, den eigenen Lebensraum aktiv mitzugestalten“, erklärt Georg Gumpinger, Prozessbegleiter und Verantwortlicher für die Bürgerbefragung. Als Ergebnis der wichtigsten kommunalen und pfarrlichen Aspekte der Befragung lässt sich erkennen, dass die Bürger mit der Infrastruktur in der Gemeinde sehr zufrieden sind. Handlungsbedarf sehen die Brunnenthaler allerdings bei der Kommunikations- und Beziehungskultur der Gemeinde.

Begegnungsräume

Gefordert wird von den Bürgern das Miteinander der Generationen, der gemeinsame Austausch sowie eine Begegnungsmöglichkeit. Als geeigneten Ort dafür sieht die Bevölkerung das Weitzenauerhaus. Die Bürger wünschen sich eine (Klein-)Gastronomie/Café, einen Bauernladen sowie temporäre und flexibel nutzbare barrierefreie Veranstaltungsräume. Außerdem Räume für Jugendliche, Senioren und Vereine sowie Co-Working-Space, sprich Arbeitsräume. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass sowohl für Pfarr- als auch für Gemeinde-Zwecke ausreichend „Begegnungsräume“ verfügbar sein sollen.

Keine Fusion mit Schärding

Die Brunnenthaler haben sich bei der Befragung zusätzlich auch klar gegen eine Fusion mit Schärding ausgesprochen, was Bürgermeister Roland Wohlmuth sehr freut: „Die Gemeinde Brunnenthal ist gut aufgestellt, den Zeichen der Zeit entsprechend in vielfältigen Kooperationen effektiv und kostengünstig arbeitend und – wie soeben durch das Umfrageergebnis bewiesen – von der Bevölkerung große Zustimmung zum status quo bekam.“

So geht es weiter

Nun heißt es für die Prozessgruppe weiterarbeiten. „Wir werden die guten Anregungen aufnehmen und bestmöglich verwirklichen sowie die hohen Standards der familienfreundlichen Gemeinde erhalten und weiterentwickeln. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung haben uns eine Reihe von Erkenntnissen gebracht, die für die Gemeindebürger als wichtig eingestuft worden sind. Diese wollen wir Zug um Zug in Angriff nehmen. Unter Einbindung der Bevölkerung“, freut sich Wohlmuth über die zukünftigen Herausforderungen.


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