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BURGKIRCHEN/RIED. Anfang Dezember hat sich der Burgkirchner Franz Maier in den Ruhestand verabschiedet. Über 30 Jahre lang war er als Richter tätig und seit 2011 Präsident am Landesgericht Ried. Tips hat mit dem 64-Jährigen über seinen Wechsel in den wohlverdienten Ruhestand gesprochen.

Sieben Jahre lang war Franz Maier Präsident am Landesgericht Ried. Foto: Privat
Sieben Jahre lang war Franz Maier Präsident am Landesgericht Ried. Foto: Privat

Tips: Überwiegt bei Ihnen derzeit die Freude über den Ruhestand oder die Trauer, Ihren geliebten Beruf nicht mehr ausüben zu können?

Franz Maier: Im Moment sind es bei mir beide Gefühle. Natürlich ist viel Wehmut mit dabei, auf der anderen Seite fällt auch viel Verantwortung ab, das Zeitkorsett ist weg, ich stehe morgens auch mal etwas später auf und habe jetzt mehr Zeit zum Zeitung lesen (lacht).

Tips: Warum haben Sie sich ursprünglich für den Beruf des Richters entschieden?

Maier: Ich habe schon früh als Rechtspraktikant gemerkt, dass der Beruf viele Eigenschaften beinhaltet, die mir wichtig sind, zum Beispiel die ständige Auseinandersetzung mit menschlichen Themen und die Unabhängigkeit, die nötig ist für diesen Beruf. Diese Begeisterung für den Beruf ist mir bis zum Schluss geblieben.

Tips: Was haben Sie durch ihre Tätigkeit als Richter über die Menschen gelernt?

Maier: Es hat mir auf jeden Fall gezeigt, dass das Leben aus vielen Problemen und Schwierigkeiten besteht. Als Richter arbeitet man an der Lösung der Probleme mit und man muss Entscheidungen treffen. Das ist der Inhalt des Jobs und es darf einem nicht schwer fallen, über das Schicksal der Menschen zu entscheiden.

Tips: Was muss man für Qualitäten mitbringen, um den Beruf des Richters auszuüben?

Maier: Auf der einen Seite muss man als Rüstzeug die Fähigkeiten und Kenntnisse aus dem Studium mitbringen und diese auch anwenden können. Darüber hinaus ist aber auch die Sozialkompetenz ganz entscheidend im Umgang mit den Menschen. Man trifft die Personen in schwierigen Situationen, in denen teilweise existentielle Probleme auf dem Spiel stehen. Als Richter muss man versuchen, ihnen das gesetzliche Regelwerk, das immer komplexer wird, möglichst einfach und klar zu vermitteln. Das ist ganz entscheidend für die Akzeptanz.

Tips: Was werden Sie künftig am meisten vermissen?

Maier: Am meisten mit Sicherheit den Umgang mit den Menschen, meine Verhandlungstätigkeit und natürlich meine Mitarbeiter.

Tips: Und was haben Sie sich für den Ruhestand vorgenommen?

Maier: Ich bin weiterhin im Kulturbereich in Burgkirchen aktiv und beim oberösterreichischen Fußballbund. Außerdem werde ich weiterhin sieben, acht Spiele des FC Bayern im Stadion verfolgen. Weitere konkrete Vorhaben habe ich aktuell noch nicht, aber mir wird sicher auch im Ruhestand nicht langweilig werden.


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