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EBENSEE. Ein extremes Kratzen im Hals, mehrmaliges Husten und ein stechender Geruch weckten Nicole Prenner im Matratzenlager der Hochkogelhütte auf – keine Minute zu früh, den im Erdgeschoß hatte sich giftiger Rauch bedrohlich ausgebreitet.

Markus Siller und Nicole Prenner mit Corpus delicti, da beinahe einen Brand verursacht hätte.
  1 / 2   Markus Siller und Nicole Prenner mit Corpus delicti, da beinahe einen Brand verursacht hätte.

„Gegen halb fünf Uhr früh bin ich aufgewacht. Mein erster Gedanke war: Komisch dass es da diesen Rauch des Rauchfanges so reinzieht. Ich schlief dann wenige Minuten weiter, bis ich wieder erwacht bin. Diesmal wurde ich stutzig – drehte meine Stirnlampe auf und traute meinen Augen kaum – der ganze Raum stand im Nebel“, schildert Prenner den Beginn aufregender Minuten.

Giftiger Rauch stieg ins Matratzenlager

Die Ebenseerin stieg in die Gaststube ab, wo ihr bald der Ernst der Lage bewusst wurde. „Das komplette Erdgeschoß war in immer dichter werdenden Nebel gehüllt. Vor allem hinter der verschlossenen Tür der Gaststube war dieser bereits so dicht, dass ich mit meiner Stirnlampe keinen Meter sehen konnte.“ Prenner ging zurück, um ihren Lebensgefährten, den Ebenseer Bürgermeister Markus Siller, zu wecken. Der begab sich ohne zu zögern in die Stube, konnte dort aber im verrauchten Raum die Quelle des Übels zunächst nicht finden. Beim zweiten Anlauf öffnete er das Fenster und sah dabei, dass es aufgrund der Sauerstoffzufuhr am Herd stark aufglühte.

Glosende Sitzdecken werden zu Lebensgefahr

Eine Schafwolldecke und eine Bankauflage aus Leder und Schaumstoff waren wegen des niedrigen Sauerstoffgehaltes im Raum zwar noch nicht entflammt, glühten aber vor sich hin und hatten dabei hochgiftige Gase und dichtesten Rauch verursacht. Während Siller die glühenden Stoffreste von der Herdplatte entfernte und ins Freie brachte, machte sich seine Lebensgefährtin auf die Suche nach einem weiteren Gast, der ebenfalls in der Hütte übernachtete. „Erst in einem zweiten Schlaflager hinter dem ersten fand ich ihn schließlich. Auch dieser Raum war mittlerweile beinahe genauso verraucht wie die Stube unterhalb. Ich öffnete das Fenster und erst nach der vierten Aufforderung und heftigem Rütteln reagierte der Mann. Er konnte gar nicht mehr klar denken, aber in der frischen Luft war er gleich wieder vital“, so Prenner.

Die Hüttenmitarbeiter wurden erst morgens mit dem Geschehenen konfrontiert. „Selbst wenn sich das Feuer nicht bis zu den frühen Morgenstunden entzunden hätte, hätte es zumindest drei Tote geben können“, sagt Prenner noch leicht geschockt.

„Almhütten sicherer machen“

Siller will aus dem Erlebtem Konsequenzen jedenfalls ziehen: „Auch Almhütten müssen brandsicherer werden und zumindest mit Feuerleiter und Brandmelder ausgestattet sein.“ Dafür will er in den Hütten auf Ebenseer Gemeindegebiet sorgen.


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