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EBENSEE/OBERTRAUN. Zur Zeit trainieren chinesische und oberösterreichische Tischtennis-Nachwuchsspieler – darunter die Ebenseer Jonas Promberger, Rudi Daxner und Lena Promberger – gemeinsam in Obertraun. Am 2. Dezember zeigen sie bei einem Schaukampf in Ebensee ihr Können.

  1 / 2   OÖTTC-Landestrainer Philipp Aistleitner (3. v. li.) und Shandong-Trainer Liu Shiqiang freuen sich mit ihren Schützlingen auf den Vergleichskampf am Freitag, 2. Dezember um 18 Uhr in der Turnhalle der Modeschule Ebensee.

Seit zwei Jahren gibt es zwischen Oberösterreich und der chinesischen Region Shandong enge Beziehungen auf sportlicher Ebene. So kamen regionale Hoffnungen schon zwei Mal in den Genuss eines zweiwöchigen Trainingsaufenthaltes im Profi-Leistungszentrum der 4,6-Millionen-Metropole Jinan. Noch bis 2. Dezember trainieren acht chinesische Spitzenspieler zwischen 12 und 14 Jahren mit ebenfalls acht oberösterreichischen – darunter die drei genannten Ebenseer – Nachwuchs-Assen im Austrian Sports Resorts Obertraun. „Unsere Hallen sind mit modernster Infrastruktur und Lichttechnik ausgestattet. Und die Nähe zu Hallstatt ist speziell für die asiatischen Gäste ein großer Mehrwert“, betont Austrian Sports Resorts Obertraun-Manager Andreas Holzinger „Beide Seiten profitieren von den gemeinsamen Trainingsaktivitäten. Auch vom Erfahrungsaustausch unter den Trainern versprechen wir uns viel. China ist ja im Tischtennis seit Jahrzehnten die beherrschende Großmacht“, so Landessportdirektor-Stellvertreter Hannes Seyer.

Profitieren von chinesischer „Entwicklungshilfe“

„Die Erfahrungen, die die Spieler in China sammeln, sind sehr wertvoll“, ist OÖTTV-Landestrainer Philipp Aistleitner überzeugt. Das Umfeld sowie die professionelle Trainingseinstellung der chinesischen Kinder und Jugendlichen hinterlasse bei seinem Team einen nachhaltigen Eindruck. „Bereits mit zehn Jahren kann man im Profi-Zentrum in Jinan aufgenommen werden. Dort wird den ganzen Vormittag trainiert, dann folgen eine Stunde Pause und zwei bis drei Stunden Schule, dann wird wieder bis halb zehn abends trainiert. Auch der ständige Druck des Siegenmüssens, um Verträge und damit Einkommen zu bekommen, ist für die Kids neu“, so Aistleitner, der den Stellenwert des Tischtennis in China mit dem des Skifahrens oder Fußballs in Österreich vergleicht.

Der engagierte Trainer setzt die vor Ort gewonnenen Kenntnisse sofort in die Praxis um. „Längere Trainingseinheiten und immer wieder verschiedene Reize setzen, sei es in der Beinarbeit oder in der Technik“, erklärt Aistleitner, einst selbst einer der besten Nachwuchsspieler Europas. Heute gibt er sein Wissen an die Jugend weiter.

Shandong-Trainer Liu Shiqiang hat sich schon nach wenigen Tagen ein Bild über die regionalen Spieler gemacht: „Die Grundlagentechnik und die Bewegung sind gut, aber bei der Serviceannahme gibt“s noch Probleme. Die ist aber Voraussetzung für erfolgreiches Spiel. Wir sehen uns als Entwicklungshelfer, um die Sportart hier noch bekannter zu machen.“ Er freut sich aber auch über den kulturellen Austausch: „Ich bin mit dem Lied „An der schönen blauen Donau“ aufgewachsen. Und jetzt bin ich im Land des Komponisten.“

Tischtennis-narrische Ebenseer im Höhenflug

„Als kleiner Provinzverein mit geringen finanziellen Mitteln ziehen wir zwar noch nicht die Massen an, können aber mit beachtlichen Leistungen besonders in jüngster Zeit aufwarten“, so SPG Ebensee-Sektionsleiter Herbert Riedler. So gelang heuer dem A-Team nicht nur der Aufstieg in die 2. Bundesliga, als einziger Verein Österreichs (!) sammelte man in allen Altersklassen – U11, U13, U15, U18, U21, allgemein und Senioren – österreichische Meisterschaftsmedaillen. Das letzte Bundesliga-Heimspiel lockte schon 120 Zuschauer an.

„Länderkampf“ zeigt das hohe Nachwuchs-Niveau

Mit dem Länderspiel Ebensee/OÖ-Auswahl gegen Shandong am 2. Dezember möchte man den zurzeit in der Salinengemeinde grassierenden Tischtennis-Hype ausnutzen und den chinesischen und heimischen Nachwuchsassen eine entsprechende Bühne bieten. „Dass das „Schauspiel“ OÖ-Auswahl gegen Shandong in Ebensee stattfindet, ist natürlich eine besondere Auszeichnung für unseren Verein“, so Riedler.

Intercup-Spiel gegen Team aus Luxemburg

Schon am nächsten Tag geht es in Ebensee international weiter. Dann will das Bundesligateam gegen Berbourg aus Luxemburg erstmals in der Vereinsgeschichte in die dritte Runde des Intercups einziehen und U15-Vizestaatsmeister Jonas Promberger die Erfahrungen aus den intensiven Trainingseinheiten mit seinen chinesischen Kollegen auf die Platte bringen.

SPIELTERMINE:

Shandong - Team OÖ/Ebensee

Freitag, 2. Dezember, 18 Uhr

Intercup (2. Runde): Ebensee - Berbourg (Luxemburg)

Samstag, 3. Dezember, 17 Uhr

jeweils in der Turnhalle der Modeschule Ebensee (Eingang Pfaffingstraße)


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