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EFERDING/ASCHACH/STROHEIM/OÖ. Mitten in der Covid-Krise, im Dezember 2020 gegründet, will der Literatur- und Kulturverein „Literaturschiff“ Autoren und Kulturprojekte ins Boot holen in die Region bringen. Tips hat mit Gründungsmitglied Christian Gsöllradl-Samhaber über das neue Kulturjahr und die Motivation hinter der Initiative Literaturschiff gesprochen.

Christian Gsöllradl-Samhaber, (Foto: Oliver Erenyi)
Christian Gsöllradl-Samhaber, (Foto: Oliver Erenyi)

Tips: Mit welcher Motivation wurde die Initiative Literaturschiff im Jahr 2020 – mitten in der Corona-Krise – gegründet?

Christian Gsöllradl-Samhaber:Das Motivationsfeld ist vielfältig. Es ist uns ein Anliegen, dass gute und wichtige Bücher bekannter gemacht werden, die in unseren Breitengraden noch nicht so bekannt sind. Das heißt, wir organisieren mittlerweile Lesereisen für Autoren, die zwar Theaterhäuser in Berlin, Hamburg und München füllen, die jedoch bei uns in Oberösterreich noch nicht so bekannt sind. Ein Beispiel ist Emine Sevgi Özdamar, die wir heuer zu Gast hatten. Sie wurde erst mit der renommiertesten Auszeichnung des deutschsprachigen Literatur-Raumes gewürdigt: mit dem Georg-Büchner-Preis 2022.Wir verstehen uns als literarischer Nahversorger, es ist uns wichtig, Räume für spannende Begegnungen zu schaffen. Räume des Wissens, der Gespräche, des kommunikativen Austausches zwischen den Autoren, Journalisten, Kabarettisten, Künstlern, Besuchern und Kulturveranstaltungsorganisatoren wollen wir gestalten. Gegründet wurde der Literatur- und Kulturverein Literaturschiff im Dezember 2020, auch als positive, zuversichtliche Antwort auf diese Covid-Krise, da ja vor allem die Kulturbereiche unter dieser Krise gelitten haben.

Tips: Wen möchtet ihr mit eurem neuen Programm ansprechen?

Gsöllradl-Samhaber:Wir möchten alle Menschen ansprechen, weil ein Schwerpunkt des Frühjahrsprogramms der investigative Journalismus ist, und gerade dieses Thema ist eine wesentliche Säule der liberalen Demokratie. Aber auch die schöngeistige Literatur ist von Bedeutung. Es geht um familiäre Rollenbilder, um das Erlebte und um die Erfahrungen im Krieg, die dadurch erst verständlicher vermittelt werden können, es geht um all die zeitgenössischen Themen, die im Zusammenhang zu den Krisen der Gegenwart stehen. Es geht um das wechselseitige Sensibilisieren, von daher ist es für alle Menschen ein Gewinn, den Literaturschiff-Veranstaltungen beizuwohnen.

Tips: Warum ist gerade in der aktuellen Zeit Kultur so wichtig?

Gsöllradl-Samhaber:Weil es vor allem die Kultur schafft, die Leute zusammenzuführen. Weil es vor allem auch die Verantwortung aller Menschen ist, die sich für Kulturräume engagieren, gesellschaftlich diskursive Räume zu kreieren. Und genauso leben wir mit dem Literaturschiff diese Verantwortung. All die gegenwärtigen Krisen, die für viele Menschen apokalyptisch erscheinen, zeigen, warum Literatur- und Kulturvereine wie das Literaturschiff überlebenswichtig sind. Es geht uns also vor allem darum, Literatur und wichtige Themen der Zeit zu vermitteln.

Literaturschiff-Termine im Bezirk Eferding:
Dienstag, 13. Jänner, 18 Uhr Judith Kohlenberger „Das Fluchtparadox“ und Elyas Jamalzadeh & Andreas Hepp „Freitag ist ein guter Tag zum Flüchten“ - Podiumsdiskussion Tischlerei am Schopperplatz, Aschach
Mittwoch, 15. Februar, 19.30 Uhr Buchgespräch mit Marlene Engehorn unter dem Titel „Geld“ Tischlerei am Schopperplatz AschachMittwoch, 15. März, 19.30 Uhr Daniela Brodesser - Buchgespräch zum Thema „Armut“ Eferdinger Gastzimmer Schmiedstraße 11, Eintritt frei Tickets: literaturschiff.at/tickets ticket@literaturschiff.at Tel.: 0660 768 64 33 Alle Literaturschiff-Veranstaltungen unter: www.literaturschiff.at

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