Feuerwehrfrauen gehen ihren Weg
HARTKIRCHEN. Bei vollkommener Finsternis müssen eine Hindernisstrecke bewältigt, eine Person gerettet, Gefahrstoffe erkannt und ein Brand gelöscht werden – und das alles möglichst fehlerlos und innerhalb eines gewissen Zeitfensters. Die jährliche Atemschutzleistungsprüfung, heuer ausgetragen im Feuerwehrhaus Hartkirchen, hält so manche Tücken bereit. 18 Trupps aus dem Bezirk Eferding stellten sich heuer der Herausforderung. Dass längst nicht mehr nur Männer wenn sie groß sind Feuerwehrmann werden wollen, beweisen Magdalena Huemer, Nicole Huemer und Nadine Oberschlik.

Mit den drei Kameradinnen der FF Hartkirchen trat heuer im Bezirk erstmals ein reiner Frauentrupp zu dieser Prüfung an und durfte sich nach beinahe fehlerfreier Absolvierung über das Abzeichen in Bronze freuen.
„Ersten Mädels im Landkreis“
„Wir haben uns als Trupp etwa sechs Wochen intensiv vorbereitet und alles immer wieder wiederholt. Dadurch war ich mir sicher, dass wir das auch ohne Probleme schaffen können“, erzählt Nicole Huemer. Die 38-Jährige stammt aus Baden-Württemberg/Deutschland und lebt seit 2001 in Hartkirchen. „Ich bin seit dem 12. Lebensjahr bei der Feuerwehr, weil auch mein Papa dabei war und ich unbedingt in seine Fußstapfen treten wollte. Zusammen mit meiner besten Freundin waren wir damals bei uns die ersten Mädels bei der Feuerwehr im ganzen Landkreis Tübingen“, so Huemer. Über ihre Kinder – zwei von drei sind bereits bei der Feuerwehrjugend – kam sie 2014 dann zur Hartkirchner Feuerwehr und trat kurz darauf auch in den Aktivstand ein. Atemschutzträgerin ist sie bereits seit 1999. Ihre Ziele für heuer sind noch das Funkleistungsabzeichen, aber auch der Jugendbetreuerlehrgang.
„Weil es Spaß macht“
Etwas nervös während der Wartezeit am Prüfungstag war Magdalena Huemer. „Aber das hat sich beim Start dann gelegt. Die Prüfung selber ist dann für unseren Trupp sehr gut abgelaufen, wir waren bis auf ein einziges kleines Missgeschick beim Ablegen des Gerätes fehlerfrei. Hier hat sich die Vorbereitung durch unsere beiden Ausbilder sehr bezahlt gemacht“, so die 31-Jährige. Sie ist seit Sommer 2014 bei der Hartkirchner Feuerwehr. „Ich wollte eigentlich schon immer zur Feuerwehr, früher waren aber Mädchen bei der FF Hartkirchen noch nicht möglich, dann waren es auch private und berufliche Gründe. 2014 habe ich dann Nägel mit Köpfen gemacht. Hier habe ich zudem auch die Möglichkeit mich organisatorisch zu betätigen, was mir persönlich sehr viel Spaß macht. Deshalb engagiere ich mich auch stark in der Jugendarbeit, sowohl in der FF Hartkirchen als auch auf Bezirksebene, wo ich zum Beispiel bei der Gestaltung des Jugendlagers mitarbeite. Weil mir die Feuerwehr am Herzen liegt, übernehme ich auch noch Tätigkeiten bei der Organisation des jährlichen Punschstandes oder bei der Öffentlichkeitsarbeit“, so Huemer. Atemschutzträgerin ist sie seit 2015. „Da ich auch eine Tauchausbildung habe, war ich mit den Geräten gleich vertraut. Mir gefällt gerade die Herausforderung bei Atemschutzeinsätzen, weil man hier aufs Äußerste gefordert wird. Und weil es viel Spaß macht“, so die 31-Jährige. Sie tritt heuer noch zum Funkleistungsabzeichen in Bronze und zum Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber an. Im Mai macht sie zudem noch einen Lehrgang für Lotsen- und Nachrichtendienst.
„Anstrengend aber interessant“
„Ich war anfangs auch etwas nervös, aber als wir gestartet hatten, war das vorbei und ich habe mich einfach an unsere Ausbildung gehalten. Weil wir bestens vorbereitet waren, gab es auch keine großen Probleme und da hat die Prüfung auch richtig Spaß gemacht“, blickt Nadine Oberschlik auf die Prüfung zurück. Die 18-Jährige ist bereits mit 10 Jahren der Jugendgruppe in Hartkirchen beigetreten, „weil mich das schon immer interessiert hat. Seit zwei Jahren bin ich jetzt im Aktivstand und verbringe auch immer viel Zeit bei den Übungen und Veranstaltungen der Feuerwehr, weil es einfach viel Spaß macht.“ Atemschutzträgerin ist sie erst seit Kurzem. „Die Atemschutzausbildung kann man erst mit 18 machen. Für die Bezirksausbildung im Herbst 2015 ist sich das schön ausgegangen, drum habe ich den Kurs auch gleich gemacht. Das war zwar ein sehr anstrengender, aber sehr interessanter Lehrgang, den ich jederzeit wieder machen würde“, so Oberschlik. Sie wird heuer ebenfalls noch zum silbernen Feuerwehrleistungsabzeichen antreten. „Im Frühling mache ich außerdem den Zillenlehrgang im Bezirk und dann möchte ich auch beim Wasserwehrlandesbewerb in Schärding antreten“, freut sich die 18-Jährige.


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