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EFERDING. Als 2015 die Flüchtlingswelle auch auf den Bezirk Eferding traf, schlossen sich Ehrenamtliche im Verein „Gib Menschen eine Chance“ rund um Obmann Georg Kreinecker zusammen. Ziel war und ist es immer noch, die Aufnahme  und Versorgung von Flüchtlingen im Bezirk Eferding mit Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein zu unterstützen, ihnen eine Chance zu geben. 

  1 / 4   Die Volksgruppe der Kosovo-Albaner und die Begegnungsgruppe aus Aschach überreichten unlängst eine Spende, mit der ein Großteil eines weiteren Deutschkurses finanziert werden kann. Foto: Verein Gib Menschen eine Chance

„Ein  unabhängiger, selbstständiger Mensch ist für jede Gesellschaft ein wertvolles Mitglied – wenn er denn die Chance bekommt“, betont Obmann Georg Kreinecker. Anfänglich lagen der Schwerpunkt in der Kontaktaufnahme und dem Erfassen der Bedarfslage von untergebrachten Flüchtlingen.

Deutsch unerlässlich

Nach dem Motto „Deutschkenntnisse sind der zentrale Schlüssel zur Integration in Gesellschaft und am Arbeitsmarkt“ folgte die intensive Phase des Deutschlernens. Im Zusammenwirken mit dem Verein Arcobaleno und später dann mit der Volkshochschule Eferding fanden durchgehend Sprachkurse unterschiedlicher Labels statt. Das Vereinslokal, vormals am Stadtplatz, jetzt in der Starhembergstraße, dient als Treffpunkt. „Hier treffen sich Flüchtlinge und Ehrenamtliche zum Lernen der Deutschen Sprache und zum Austausch über unseren Staat und unser Zusammenleben“, so Kreinecker. In Workshops werden auch Themen wie Geschlechterbilder und Menschenrechte behandelt. Eine Frauen-, eine Mal- und eine Gitarrengruppe sind weitere Angebote. Gemeinsame Feste dienen zum zwanglosen Austausch und zur Verständigung der unterschiedlichen Nationen.

„Viele Menschen, die zu uns geflohen sind und im Bezirk Unterbringung und Versorgung erhalten haben, mussten monatelang untätig in der Ungewissheit leben, ob ihnen ein Bleiberecht gegeben wird oder nicht. Die meisten nutzten die Zeit zum Glück, um die deutsche Sprache zu erlernen“, weiß auch Obmann-Stellvertreter Manfred Loidl.

Weiter Kurse dank Spenden

Einen besonderen Einschnitt bedeutete die Entscheidung des Bundes im Frühjahr, für künftig Deutschkurse keine Finanzierung mehr zuzusagen, womit auch das Land Oberösterreich die Kurse aussetzte. „Die Situation ist bis dato unverändert. Bereits anerkannte Flüchtlinge beziehungsweise subsidiär Schutzberechtigte erhalten weiter ihre Förderungen durch den Österreichischen Integrationfonds“, so Loidl.

Der Verein hat mit Eigenmitteln weitere Deutschkurse finanziert. Derzeit gibt es Unterricht für die anstehenden Prüfungen. Im Herbst starten erneut Kurse,  finanziert aus Spendenmitteln. „Es ist ein Paradoxon, Deutschkenntnis von den Zuwanderern als Bedingung zu verlangen und gleichzeitig die Finanzierung dafür einzuschränken!“, betont Kreinecker.

Ein Deutschkurs bedeutet aber nicht nur das Erlernen der Sprache, sondern auch eine strukturierte Tagesbeschäftigung und soziales Lernen. „Je mehr Menschen Flüchtlinge im Alltag unterstützen desto besser vermitteln wir ihnen die Regeln unseres Zusammenlebens, unserer Rechts- und Werteordnung. Von einer gelungenen Einwanderung profitieren beide Seiten, wirtschaftlich wie auch gesellschaftlich“, so Loidl.

Weitere Infos zum Verein unter www.lebens-chancen.eu


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