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50 Jahre für Menschen mit Beeinträchtigungen: Festakt im Institut Hartheim

Nora Heindl, 23.10.2018 12:05

ALKOVEN. Nach nur dreijähriger Bauzeit öffnete das neuerrichtete Institut Hartheim im Herbst 1968 seine Pforten für die ersten Kinder und Jugendlichen mit Beeinträchtigung. Seither bietet das Institut Hartheim den Menschen nicht nur auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Wohn- und Beschäftigungsangebote, sondern engagiert sich auch gesellschaftspolitisch für deren Anliegen. So standen auch die Entwicklung des Menschenbildes in den vergangenen 50 Jahren und die Rahmenbedingungen von Inklusion im Fokus der Festreden bei der Jubiläumsfeier.

Foto: Institut Hartheim
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Die Eröffnung des Institutes Hartheim im Jahr 1968 fiel in eine Zeit des politischen Umbruchs und der gesellschaftlichen Veränderungen. Die junge Generation forderte eine Abkehr von gewaltsamen Auseinandersetzungen und autoritärem Machtstreben. „In ihren Augen galt es, alte pädagogische Ansichten über Bord zu werfen und sich für eine Erziehung zu Mündigkeit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung einzusetzen. Diese Themen beschäftigen uns auch noch heute in unserer Arbeit für die Menschen, die bei uns im Institut Hartheim leben. Unsere Aufgabe ist es, sie bestmöglich in ihrer Entwicklung zu unterstützen und sie im Rahmen ihrer Fähigkeiten zu selbstbestimmten Persönlichkeiten werden zu lassen“, betonte Sandra Wiesinger, Geschäftsführerin des Institutes Hartheim, in ihrer Rede.

Die Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung und zur gesellschaftlichen Teilhabe haben sich für Menschen mit Beeinträchtigungen in den vergangenen 50 Jahren verbessert und dennoch sind wir noch weit von einem inklusiven Gemeinwesen entfernt. Den Wandel des Menschenbildes im vergangenen halben Jahrhundert und insbesondere der Wert, der dem einzelnen Individuum zukommt, beschäftigte Prof. Mag. Andreas Gruber in seiner Festrede. Pointiert wies er auf die Gefahren hin, die einer Bewertung des Menschen, die auf seinen monetär messbaren Leistungen beruht, innewohnt. In seinen Augen gilt es stets wachsam zu sein, damit Ausgrenzung und Diskriminierung in unserer Gesellschaft nicht Fuß fassen können. Allzu oft wird Unwissenheit und die Scheu vor dem Unbekannten, dem von der vermeintlichen Norm Abweichenden, dazu benutzt, um Ängste zu schüren und Menschen auszugrenzen. Seines Erachtens muss man sich derartigen Entwicklungen mutig entgegenstellen und für Offenheit und Toleranz eintreten.

Fragen der Solidarität und der politischen Verantwortung thematisierten Landesrätin Birgit Gerstorfer und Landtagsabgeordneter Jürgen Höckner, der in Vertretung von Landeshauptmann Mag. Stelzer sprach, in ihren Ansprachen. Birgit Gerstorfer, die als gebürtige Alkovenerin viele persönliche Erinnerungen an die Entwicklung des Institutes Hartheim hat, erzählte von den bereichernden Begegnungen mit den Menschen aus dem Institut, die sie kennenlernen durfte. Besonders ihre Fähigkeit, sich auch über kleine Dinge zu freuen und ihre ehrliche Freundschaft haben bei ihr nachhaltige Eindrücke hinterlassen. Unisono war man sich auch darin einig, dass Inklusion das Zusammenwirken aller bedarf und dazu noch viel Verständigungsarbeit geleistet werden muss.


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