Unabhängige Bauern gehen als Wahlsieger hervor
EFERDING/ GRIESKIRCHEN. Aus der Landwirtschaftskammerwahl am 24. Jänner 2021 ging der Unabhängige Bauernverband (UBV) mit deutlichen Stimmenzuwächsen in den Bezirken hervor. Auch die Grünen Bauern konnten mehr Wähler gewinnen. Verluste gab es für den Bauernbund, die Freiheitlichen Bauern sowie die SPÖ-Landwirte.

Einen Erdrutschsieg konnte der UBV in den Gemeinden Peuerbach und Geboltskirchen einfahren. Mit 49,72 Prozent der abgegebenen Stimmen verpasste das Team rund um Ortsbauernobmann Rudolf Haginger in Geboltskirchen knapp die absolute Mehrheit. Noch eindrücklicher konnte sich die Fraktion in Peuerbach positionieren. Mit einem Zuwachs von 32,64 Prozentpunkten auf 51,01 Prozent erreichte der UBV die absolute Mehrheit. Fortan gehen sechs der elf Mandate in der Ortsvertretung an die unabhängigen Bauern. Ausbauen konnte der UBV auch seine Führung in Pram, wo Kammerrat Klaus Wimmesberger zuhause ist. Dieser zeigt sich überwältigt vom Ergebnis. „Wir haben gesehen, dass in den Orten, in denen es UBV-Vertreter gibt, diese auch gewählt werden“, so der Landwirt. Die Wähler würden sich nicht auseinanderdividieren lassen, meint er.
Bauernbund: Es geht weiter wie bisher
Eferdings Bauernbundkandidat Thomas Kraxberger sieht den Kurs der Fraktion landesweit bestätigt. „Die Wahl hat gezeigt, dass wir richtig liegen und auf Veränderungen in den Gemeinden zeitnah reagieren müssen. In seiner Heimatgemeinde Hartkirchen konnte Kraxberger nicht auf den erhofften Rückhalt zählen. Minus 9,18 Prozentpunkte mussten die Bauernbundvertreter einstecken, der UBV legte in Hartkirchen 12,22 Prozentpunkte zu. „Wir sind von einem hohen Niveau gestartet und haben immer noch die eindeutige Mehrheit in der Gemeinde“, so Kraxberger. Man wolle in den nächsten Wochen die Wahlergebnisse genau analysieren. Ähnlich äußert sich der Bauernbundobmann von Grieskirchen, Martin Dammayr: Die Ergebnisse seien sehr unterschiedlich ausgefallen, ein Großteil der Bauern vertraue aber weiterhin in die Arbeit des Bauernbundes. Den sachlichen Kurs wolle man fortsetzen.
Abwärtstrend bei den Freiheitlichen Bauern
Große Verlierer der Wahl waren die Freiheitlichen Bauern (FB). Das Minus betrug 7,88 Prozentpunkte in Grieskirchen und 6,09 Prozentpunkte in Eferding. Der Grieskirchner Alois Ganglmayr von den FB zeigt sich enttäuscht. „Der Abwärtstrend mit der FPÖ zieht sich leider durch“. Für die Ortsbauernschaft Grieskirchen habe er trotzdem viel erreicht. Ganglmayr kritisiert das Wahlrecht: „Da auch Altbauern sowie mitverheiratete Partner wählen gehen dürfen, wird das Ergebnis verzerrt.“
Grüne Bauern: Ergebnis verdoppelt
Zufrieden hingegen zeigt sich die Kandidatin der Grünen Bäuerinnen und Bauern, Martina Vollner. „Eine Steigerung auf einen zweiten Kammerrat oberösterreichweit ist für uns super“, so die Haibacherin. Die deutliche Steigerung in ihrer Heimatgemeinde, mit einem Zuwachs von 7,95 Prozentpunkten, bestätige die gute Arbeit der Fraktion. „Wenn uns die Leute kennen, trauen sie sich auch uns zu wählen“, meint Vollner.
SPÖ bleibt stabil
Leichte Verluste von 1,95 Prozentpunkten in Grieskirchen und 1,11 Prozentpunkten in Eferding mussten die SPÖ-Bauern verkraften. Ein Mandat konnten die Vertreter in Grieskirchen halten, in Eferding war kein Einzug in die Landwirtschaftskammer möglich.
Wahlbeteiligung gesunken
Die Wahlbeteiligung ging mit knapp über 50 Prozent leicht zurück, liegt aber über dem oberösterreichweiten Durchschnitt von 49,04 Prozent.


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