Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

GRIESKIRCHEN/ EFERDING. Die fehlenden Bezirksjägertage sind ein Verlust für die Waidmänner des Bezirks. Mit Tips sprechen die Bezirksjägermeister von Eferding, Volkmar Angermeier, und Grieskirchen, Adolf Haberfellner, über die Herausforderungen für Jagd in der Krise, richtiges Verhalten im Straßenverkehr und die Bedrohung der Wildhasen. 

  1 / 2   Bezirksjägermeister von Grieskirchen Adolf Haberfellner sieht in der vermehrten Naturnutzung den Grund für hohe Wildschäden im Straßenverkehr. Foto: LJV

Eines steht fest: Die Abschusspläne können trotz der Krise eingehalten werden, sind sich Angermeier und Haberfellner einig. Größere Treibjagden waren zwar im vergangenen Jahr nicht möglich, die Jagd laut Abschussplan sei dennoch möglich. 6.045 Stück Rehwild wurden im Bezirk Grieskirchen im vergangenen Jahr erlegt, 15 Stück Schwarzwild, 8.800 Hasen, 7.800 Fasane, 1.200 Wildenten, 1.450 Wildtauben und 390 Füchse konnten bezirksweit entnommen werden. Für den Bezirk Eferding liegen keine genauen Zahlen vor. Die Krise wirkt sich allerdings auf die Zusammenarbeit der Jäger aus. Jagdleitersitzungen und Besprechungen mussten digital abgehalten werden oder ausfallen. Einzelpersonen zu informieren gestaltet sich schwierig, so Haberfellner. Auch sein Eferdinger Kollege Angermeier sieht diese Herausforderung. „Jagd ist auch ein Kommunikationsthema“, meint er. Auch die Jungjägerausbildung im Bezirk konnte 2021 noch nicht gestartet werden, 2020 zog sie sich über mehrere Monate hinweg und war mit erhöhtem Aufwand für Schüler und Lehrer verbunden.

„Die Nacht gehört dem Wild“

Eine weitere Herausforderung in der Pandemie ist die verstärkte Naturnutzung. Die Jäger bemerken viele Menschen, die abseits der markierten Wege, teilweise in der Dämmerung oder nachts unterwegs sind. Diese Spaziergänge bereiten den Waidmännern Sorgen. „Das Wild kommt kaum mehr zur Ruhe, vor allem im Frühjahr, wenn hochträchtige Rehe im Wald unterwegs sind“, erklärt Angermeier. Durch die verstärkte Nutzung entsteht konstanter Stress für die Tiere, der sich in mehr Geburtsfehlern, Wildschaden oder dem Zurücklassen von Jungtieren niederschlägt. Die beiden Jäger appellieren daher an die Bevölkerung, auf den markierten Wegen zu bleiben, Wanderungen tagsüber abzuhalten und Hunde anzuleinen. Dabei geht es nicht nur um die Gefahr des Jagens. „Wild kann die Witterung eines Hundes über 40 bis 50 Meter aufnehmen und wird dadurch aufgeschreckt. Das bemerken viele Waldbesucher nicht einmal“, erklärt Angermeier. Im Sinne einer wildökologischen Raumplanung halte er Ruhezonen für Wild für denkbar. Wenn Jungtiere oder verletzte Tiere gefunden werden, sollten diese nicht berührt werden, so der Jäger. Der fremde Geruch nach der Berührung führe oftmals dazu, dass die Mutter ihre Nachkommen zurücklasse.

Verkehrsbelastung

Den Stress der Wildtiere hält Haberfellner auch für einen Faktor im Straßenverkehr. 15 Prozent des entnommenen Rehwilds im Bezirk Grieskirchen ist Verkehrsfallwild, kommt also durch den Straßenverkehr zu Tode. Auch bei Hasen sei ein ähnlicher Wert zu bemerken. Mitverantwortlich dafür sei auch die Beunruhigung des Wildes, ausgelöst durch verstärkte Waldbesuche. „Hier schließt sich auch der Kreis: Bewegungsdrang überall und jederzeit gleich Beunruhigung gleich Tod auf der Straße“, erklärt Haberfellner. Vor allem in der Dämmerung sollten Autofahrer verstärkt auf Wildtiere achten. Im Fall einer Begegnung mit Wild auf der Straße rät Angermeier, das eigene Auto nicht durch ruckartige Lenkbewegungen aus der Bahn zu bringen und andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Kann ein Zusammenstoß mit dem Wild nicht vermieden werden, ist die lokale Polizei zu informieren. Das überfahrene Tier darf nicht mitgenommen werden.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden