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Mus in der Birn: „Wir sind nicht die Lösung, aber wir wollen etwas tun“

Tanja Auer, 08.09.2021 07:00

SCHARTEN. Eine Gruppe junger Menschen reist derzeit auf Fahrrädern durch Österreich. Sie haben ein Projekt gestartet, wollen Streuobstwiesen bewirtschaften und auf den Klimawandel aufmerksam machen.

  1 / 2   Die Mitglieder der Mus in der Birn-Gruppe gemeinsam mit den Besitzern des Finklhofs. (Foto: L. Hackl)

Die jungen Menschen bilden einen Freundeskreis, der gemeinsam mehrere Wochen lang unterwegs ist. Die Tour de Mus begann in Wien und führte über den Nationalpark Thayathal ins Obst-Hügel-Land, wo die Jugendlichen einige Tage im Finkelhof untergebracht waren. Das große Ziel ist, mehr über Streuobstwiesen zu lernen, Obst zu verarbeiten und zu verkaufen und ganz nebenbei auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen.

Keine Pläne, keine Hierarchien

Feste Pläne und Ankunftszeiten gibt es für die Gruppe nicht, auch nach einer Leitung sucht man vergeblich. „Jeder übernimmt die Aufgaben, die er gerne machen möchte“, erzählt Miri. Eine Person versucht den Überblick zu behalten und kümmert sich um Organisation und Struktur. Im Laufe der Zeit stoßen weitere Freunde zur Aktion dazu und verlassen die Gruppe auch wieder, zwischen neun und zwölf Menschen sind meist gemeinsam unterwegs. „Damit wollten wir dem Anspruch der Perfektion entkommen, erklärt Valentin. Die Gruppe und das Projekt sollen ein Ort zum Wachsen sein und wo die jungen Menschen ins Tun kommen können. „Wir wissen, dass wir nicht die Lösung für den Klimawandel sind, aber wir möchten auch nicht mehr herumsitzen und nichts tun“, erklärt Valentin.

Fokus Streuobstwiese

Die Obstwiesen, für die auch der Naturpark Obst-Hügel-Land bekannt ist, haben es den jungen Menschen angetan: Sie gehören zu den an Biodiversität reichsten Lebensräumen in Mitteleuropa, aufgrund ihrer geringen Wirtschaftlichkeit verschwinden sie allerdings immer mehr. Die Bewirtschaftung ist aufwendig und verlangt viel Handarbeit, die von der Gruppe auf ihrer Reise übernommen wird. Die aus dem Obst entstandenen Marmeladen und Komp(l)otte verkaufen die Teilnehmer auf regionalen Märkten, der Gewinn wird an ein Obstbaumprojekt auf der Reise gespendet.

Bewusstsein ist da

Das Bewusstsein für den Klimawandel ist den Teilnehmer an vielen Stationen aufgefallen. „Oft haben wir ein gleiches Verständnis von Dingen, wie die Menschen mit denen wir reden, aber wir interpretieren die Dinge unterschiedlich“, erklärt Miri. Beim gemeinsamen öffentlichen Obstverarbeiten will die Gruppe vor allem mit Menschen ins Gespräch kommen.<


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