Huemer: „Feuerwehr ist Familie, Zusammenarbeit und Kameradschaft“
TAUFKIRCHEN/ HARTKIRCHEN. Monika Leidinger ist seit elf Jahren Kommandantin der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Taufkirchen. Nicole Huemer ist nicht nur im Kommando der FF Hartkirchen, sondern auch die erste Frau bei einer Linzer Berufsfeuerwehr. Tips hat mit den beiden über ihre Liebe zur Wehr gesprochen.

Mehr als 7.000 Frauen sind bei den Feuerwehren in Oberösterreich tätig. Nicole Huemer ist seit ihrem zwölften Lebensjahr dabei, nach ihrem Umzug von Baden-Württemberg nach Österreich musste sie jedoch eine Pause einlegen. „In Hartkirchen hieß es damals, wir nehmen sowieso keine Frauen.“ Huemer akzeptierte das, wartete jedoch nur auf den richtigen Moment. Nachdem ihre drei Kinder auf der Welt waren, sei man schließlich selbst vom Kommando auf sie zugekommen, man bräuchte eine Jugendbetreuerin, ob sie diese Aufgabe nicht wahrnehmen wolle. Huemer sagte zu und blickt mittlerweile stolz auf neun aktive Frauen bei der Freiwilligen Feuerwehr Hartkirchen.
Erste Frau bei Berufsfeuerwehr
Zusätzlich dazu macht Huemer seit April 2021 auch ihr Hobby zum Beruf. Als einzige Frau bei der Betriebsfeuerwehr des Landestheaters Linz kann sich Huemer auf ihre zehn Kameraden verlassen. „Ich hätte nie geglaubt, dass ich dort einmal lande“, so die 44-Jährige. Von ihren Kollegen erhalte sie nur gutes Feedback: „Mir wurde gesagt, dass eine Frau im Team das Klima auflockert und die Stimmung verändert. Vielleicht gehen wir Frauen Dinge einfach anders an“, meint Huemer. Die Arbeit im Theater sei ihr absoluter Traumberuf. „Es ist wie auf mich zugeschnitten“, meint sie. In ihrem beruflichen Alltag absolviert Huemer entweder Nachtdienste alleine oder ist in Früh- und Spätdiensten oder bei Vorstellungen eingeteilt. Die Materie sei sehr spannend, sie habe auch ihr Grundwissen von der Feuerwehr mitnehmen können.
Feuerwehr ist Familie
Zusammenarbeit, Kameradschaft und Familie assoziiert Huemer mit der Feuerwehr. „Es ist egal, woher du kommst, wenn du mit der Feuerwehr zusammenkommst, ist es wie Familie“, beschreibt Huemer ihre Faszination. Doch auch Herausforderungen warten auf die Feuerwehrfrauen. „Wichtig ist zu wissen, dass man gleichwertig sein kann, Frauen machen sich oft kleiner, aber wir müssen dafür einstehen, dass wir genausoviel wert sind wie Männer“, erklärt Huemer.
Bewegendster Einsatz
Die Hartkirchnerin beschreibt ihren prickelndsten Einsatz im Feuerwehrdienst. „Mein Sohn hat sich zum Spielen zu den Nachbarn verabschiedet, kurz darauf erhielten wir eine Alarmierung, dass eben dieses Haus in Brand steht.“ Huemer war selbst mit Atemschutz unterwegs und musste sich darauf einstellen, das eigene Kind retten zu müssen. Der Sohn war schließlich im Hof, der Einsatz konnte erfolgreich abgewickelt werden.
11 Jahre Kommandantin
Barrieren habe Monika Leidinger in ihren elf Jahren als Kommandantin der Freiwilligen Feuerwehr Taufkirchen keine angetroffen. „Damals gab es in Oberösterreich noch nicht viele Frauen bei der Feuerwehr, ich habe als Quereinsteigerin angefangen“, beschreibt die Kommandantin. Wie Huemer war auch sie zuerst als Jugendbetreuerin für die Mädchen zuständig, absolvierte gleichzeitig die Grundausbildung und ist seitdem vollwertiges Mitglied.
Herausforderungen
„Man braucht gute Nerven und Selbstvertrauen“, beschreibt Leidinger die Herausforderungen. Sie sei oft ins kalte Wasser geworfen worden, aber mit viel Ehrgeiz habe sie alle Herausforderungen gemeistert. Leidingers Mann ist ebenso bei der Feuerwehr wie drei der vier gemeinsamen Kinder. Leidinger ist zudem auch Pflichtbereichskommandantin in Taufkirchen und arbeitet in diesem Zusammenhang mit der zweiten Frau an der Spitze einer Wehr in Taufkirchen zusammen. Die FF Kenneding wird von Sabine Anna Humer geleitet, die Zusammenarbeit funktioniere ausgezeichnet, so Leidinger.
Berührendste Momente
Leidingers beste Momente bei der Feuerwehr sind die Übernahme eines neuen Fahrzeugs sowie das Gefühl, ein Leben retten zu können. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir unsere Freizeit opfern“, betont die Kommandantin.
Frauen motivieren
Huemer und Leidinger wollen auch weiterhin andere Frauen und Mädchen motivieren, ihre Freizeit bei der Feuerwehr zu verbringen.


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