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BEZIRK EFERDING. Das Essiggurkerl und die Region Eferding verbindet eine lange und erfolgreiche Tradition. Das Eferdinger Markenzeichen ist seit den 1950er-Jahren in aller Munde. Nun droht dem beliebten Sauergemüse das Aus. Die Gründe seien vielfältig, einer davon könnte im benachbarten Deutschland liegen.

  1 / 2   Das Eferdinger Essiggurkerl könnte bald Konkurrenz aus Deutschland bekommen. Foto: marcin jucha/shutterstock.com / Symbolfoto

Ein Markenzeichen aus der Region Eferding soll bald verschwinden: das Essiggurkerl. Die Anbaufläche in Oberösterreich ist seit dem Vorjahr um ein Fünftel von 140 auf 110 Hektar geschrumpft und die Zahl der Produzenten auf 14 zurückgegangen. Die Gründe für den rasanten Rückgang seien vielfältig. Zunächst ist es für die Landwirte immer schwieriger, Erntehelfer zu bekommen. Das Kontingent an Fremdarbeitskräften wird kontinuierlich gekürzt. Für den landwirtschaftlichen Bereich stehen zu wenige Menschen aus Drittstaaten zur Verfügung.

Bald deutsche Gurkerl?

Der Eferdinger Landtagsabgeordnete Jürgen Höckner fürchtet um die Identität seiner Heimatregion. Das Unternehmen Efko (Eferdinger Kostbarkeiten) verarbeitet seit fast 80 Jahren das Gemüse aus der Region in der Region und vertreibt es international. Das Unternehmen äußert jedoch Bedenken im Hinblick auf die Zukunft der Gurkerl. „Die Efko sagt ganz offen, dass möglicherweise die Gurkerl künftig aus Deutschland kommen, somit wären zumindest noch die lokalen Arbeitsplätze in der Verarbeitung gesichert. Wenn allerdings die Produktion tatsächlich nach Südosteuropa oder Indien abwandert, verlieren wir wertvolle Arbeitsplätze“, so Höckner. Klaus Hraby, Geschäftsführer der Efko, meint dazu: „Wir tun alles Menschenmögliche, um die Produktion hier zu halten, nur wenn das politisch nicht möglich ist, haben wir zwei Möglichkeiten: Die Efko zusperren und 200 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz oder wir besorgen uns die Rohstoffe aus anderen Ländern“. Das sei aber keineswegs der Wunsch des Eferdinger Unternehmens. „Wir wollen die Gurkerl von unseren Bauern beziehen“, stellt Hraby klar. „Wir wünschen uns Chancengleichheit mit Bayern. Ansonsten verlieren wir das Geschäft an die Deutschen, das sind die Fakten“. so der Efko-Chef.

Entlohnung als Problem

In Oberösterreich erhalten Erntehelfer 6,30 Euro netto. In Deutschland bekommen diese 8,80 Euro auf die Hand. Dieser Unterschied resultiert daraus, dass in Österreich neben den Unfallversicherungsbeiträgen zusätzlich Pensionsversicherungszahlungen hinzukommen. Und genau diese verzerren den Wettbewerb mit den deutschen Nachbarn. „In Österreich müssen die Landwirte mehr für die Saisonarbeitskräfte aufwenden, während diese unterm Strich weniger als in Deutschland bekommen“, bringt es Höckner auf den Punkt. In weiterer Folge sind auch Erdbeeren, Spargel und Salate betroffen. Man appelliere an die Gesundheitsministerin, notwendige Maßnahmen zum Erhalt der Obst- und Gemüseregion im Eferdinger Becken zu setzen. „Wir möchten eine Gleichstellung haben“, erklärt Maria Sauer, Direktorin der Landwirtschaftskammer, und ergänzt: „wenn andere Länder billiger produzieren können ist es nicht fair“. In Österreich die Erntehelfer höher zu entlohnen, sei laut Sauer nicht so einfach: „Der Handel ist nicht bereit mehr zu zahlen. Durch viele Eigenmarken ist man austauschbar. Man will zwar regional kaufen, aber wenn ein Glas Gurkerl um 50 cent mehr kostet, hört sich dieser Gedanke leider schnell auf“.


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Gastuser
Gastuser
11.07.2018 12:42

Essiggurkerl Preisvergleich

Der Preisunterschied für in der Qualität vergleichbare Delikatessgurkerl süß-sauer ist gewaltig: € 0,79 für 360g Abtropfgew. (Gartenkrone/Hofer) € 2,18 für 380g Abtropfgewicht (Efko/Billa) Dieser Preisunterschied kann auch durch Werbung für den Kauf heimischer Produkte nicht auf Dauer wettgemacht werden. Das bedeutet das Ende der heimischen Produktion und es kommt schneller, als die Politik handelt. Traurig aber wahr.