Neuer WK-Obmann in Eferding
EFERDING/ASCHACH. Von der Garagenfirma zum Wirtschaftskammerobmann für den Bezirk Eferding mit nur 30 Jahren. Tobias Luger übernahm mit 1. Jänner das Amt des Bezirksstellenobmanns der Wirtschaftskammer Eferding. Der Gründer des Unternehmens Lemontec in Aschach löst Fitnessstudio-Betreiber Christian Prechtl ab. Tips bat den Unternehmer zum Gespräch.

Tips:Wie wollen Sie Ihre Handschrift in der Wirtschaftskammer Eferding einbringen?
Luger: Digitalisierung und Sichtbarkeit stehen ganz oben auf der Agenda. Es geht auch darum, neue Arbeitsbereiche zu schaffen, hier will ich mich zum Beispiel für die Gründung von Co-Working-Spaces (Anm.: geteilte Büros, bei denen sich verschiedene Berufsgruppen treffen) im Bezirk einsetzen. Erfahrungen aus dem Marketing kann ich auch von meinem eigenen Unternehmen einfließen lassen, hier möchte ich neue Strategien ausprobieren.
Tips:Was ist für die Wirtschaftstreibenden im Bezirk Eferding wichtig?
Luger: Ein großes Thema ist die Gewinnung von neuen Mitarbeitern. Ich kenne keine Branche, die nicht auf der Suche nach Mitarbeitern ist. Hier muss vor allem in den Bereich Employer Branding investiert werden, um Unternehmen als attraktive Arbeitgeber darzustellen.
Tips:Wer folgt Ihnen als Obmann der Jungen Wirtschaft im Bezirk nach?
Luger: Sandra Isabella Mitter von Modeschmuck Isami, meine bisherige Stellvertreterin, wird in Zukunft die Leitung übernehmen. Ich stehe ihr aber weiter als Stellvertreter zur Verfügung. Wir wollen vor allem die Vernetzungstreffen weiterführen, von denen die jungen Unternehmer sehr profitiert haben.
Tips:Was können Sie sich von Ihrem Vorgänger Christian Prechtl abschauen?
Luger: Christian Prechtl hat immer über die Einheit von Körper, Geist und Seele gesprochen. Hier konnte ich in meinem Unternehmen schon erste Maßnahmen für einen ergonomischeren Arbeitsplatz und gesündere Ernährung setzen und möchte auch dort mit gutem Beispiel vorangehen. Gerade in der IT-Branche stimmen viele der Vorurteile vom spätnächtlichen Programmieren mit Kaffee und Energy Drinks, doch auch hier kann man als Geschäftsführer mit positivem Beispiel vorangehen.
Tips:Wie verlief Ihre persönliche Unternehmergeschichte?
Luger: Schon in der Schule war ich mehr an meinen eigenen Projekten interessiert, habe mich mit der Programmierung von Websiten beschäftigt. Neben meinem Studium in Graz habe ich die ersten Seiten programmiert. Mein Chef in einer Digitalagentur in Graz hat mich dabei bestärkt, meinen eigenen Weg zu gehen, so habe ich Lemontec als Garagenfirma in Aschach gegründet. Mit der Zeit wurden die Projekte größer und ich konnte Mitarbeiter einstellen. Aus dem operativen Geschäft der Werbeagentur habe ich mich mittlerweile größtenteils zurückgezogen, dafür habe ich gemeinsam mit vier anderen Unternehmern 2020 einen eigenen Gin entwickelt. Auch eine Tochterfirma von Lemontec wurde gegründet, die Königsdorfer AG, bei der ich ebenfalls als Gesellschafter tätig bin.
Tips:Was können Sie von Ihren eigenen Unternehmen mitnehmen in die Arbeit in der Wirtschaftskammer?
Luger: Von vielem, was wir bei Lemontec mit einem guten Auftritt, Sichtbarkeit und Marketing machen, kann auch die Eferdinger Wirtschaftskammer profitieren. Auch was Gleitzeitmöglichkeiten und Home Office angeht, sind wir schon lange dabei und können hoffentlich auch andere Unternehmer beeinflussen. Ich bin außerdem der Meinung, dass man vielschichtig agieren und sich gut vernetzen muss, um spannende Projekte umzusetzen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden