Zwei millionenschwere Bauprojekte als Glücksfall für Engelhartszell

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Elena Auinger Elena Auinger, Tips Redaktion, 17.09.2019 15:58 Uhr

ENGELHARTSZELL. Zwei große Bauprojekte werden in den kommenden zwei Jahren in der Marktgemeinde Engelhartszell umgesetzt: das private Kunstmuseum Schütz und ein JUFA-Hotel. Beide Bauten bezeichnet Bürgermeister Roland Pichler als Glücksfall für die Gemeinde an der Donau.

Weil Josef und Irene Schütz ihre Sammlung an Kunstwerken von namhaften Künstlern wie Gustav Klimt, Egon Schiele oder Oskar Kokoschka einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen wollten, waren sie auf der Suche nach einem geeigneten Objekt, das sich zu einem Museum umbauen lässt. Sie glaubten, in Ottensheim mit dem Alten Rathaus das richtige Gebäude gefunden zu haben. Doch leider wurde aufgrund einer negativen Entscheidung des Gemeinderates nichts daraus. „Vor etwa drei oder vier Monaten kontaktierte mich Josef Schütz und fragte, ob in Engelhartszell ein geeignetes Gebäude vorhanden sei. Bei einem Besuch in unserem Ort fiel Irene Schütz das Grundstück an der Hauptstraße auf und die beiden entschlossen sich, dieses zu kaufen und das Museum nicht wie geplant in einem alten Gebäude zu installieren, sondern einen Neubau daraus zu machen“, erzählt Bürgermeister Roland Pichler auf Anfrage von Tips.

Architektenwettbewerb

Josef Schütz hat einen Architektenwettbewerb ausgerufen, bei dem fünf Architekten Entwürfe abgegeben haben. Eine Jury, in der auch Engelhartszells Bürgermeister Roland Pichler Mitglied war, hat sich schlussendlich für den Entwurf des Architekten Thomas Blazek aus Linz entschieden.

Zero Energy Museum

„Internationales Aufsehen wird eine auf den ersten Blick verborgene Tatsache erregen“, ist sich Josef Schütz sicher, der weiter ausführt: „Im Sinne der wichtigen, immer drängenderen Frage der Nachhaltigkeit wird das Schütz Museum nämlich das erste 'Zero Energy Museum' der Welt sein. Erreicht wird dieses hohe, der Zukunft des Planeten geschuldete Ziel durch hohe Investitionen in Betonkernaktivierung und Photovoltaik, sowie einem abbaubaren Dämmmaterial.“ Außerdem erklärt Josef Schütz, dass bei der Auswahl der verwendeten Baustoffe in erster Linie umweltneutrale Materialien im Vordergrund stehen und die Heiz- und Kühlsysteme autonom durch Wärmepumpen betrieben werden. Die geschätzten Gesamtbaukosten liegen zwischen 3,5 und vier Millionen Euro.

Das Museumskonzept

Der Kern des aus mehreren Komponenten bestehenden Museumskonzeptes wird die Dauerausstellung „Sammlung Schütz“ sein, die mehrere hundert renommierte Werke beinhaltet. Zusätzlich sind bis zu drei Sonderausstellungen pro Jahr geplant. „Ein weiteres interessantes Standbein bildet die Ausstellung 'Klangwelten von Mozart bis Johann Strauß Sohn'. Die Klangwelten werden virtuell und visuell durch Videos und akustische Raumteppiche untermalt. Musikinstrumente, Partituren, Gemälde und Einrichtungsgegenstände der jeweiligen Zeit ergänzen das ganzheitliche Ausstellungskonzept“, erklärt Josef Schütz.

Wichtig ist dem Bauherren auch, dass Kunst aktiv und interaktiv erlebbar sein wird. Aus diesem Grund wird es auch ein „Artist in Residence“-Programm geben. In eigens im Museum zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten werden Künstler aus aller Welt die Möglichkeit haben, Werke vor Ort zu schaffen und zu präsentieren. Die Museumsbesucher können am kreativen Entstehungsprozess teilhaben. Pro Jahr werden 40 bis 60 nationale und internationale Künstler, Professoren und Studenten aus Meisterklassen in das Kunstmuseum Schütz eingeladen werden. „Ich bin mir sicher, dass durch diese Aktivitäten ein sehr lebendiges Kunst- und Kulturwesen im ländlichen Raum von Engelhartszell entstehen wird“, freut sich Schütz.

Nach der Eröffnung, die voraussichtlich im Frühjahr 2021 erfolgen soll (Baubeginn Frühjahr 2020), rechnet Josef Schütz in etwa mit 15.000 bis 20.000 Besuchern pro Jahr. Er geht aber davon aus, dass sich die Besucherzahl in den nächsten zehn Jahren auf 30.000 bis 50.000 pro Jahr steigern wird. Im Museum, das auch in Café beherbergen wird, werden laut Josef Schütz voraussichtlich vier bis sechs Mitarbeiter beschäftigt sein.

JUFA-Hotel

Das zweite große Bauprojekt, das in Engelhartszell realisiert wird, ist das JUFA-Hotel. Es wird am ehemaligen Sportplatzgelände der Gemeinde, das seit Jahren brach liegt, gebaut. Die beiden Bauten werden zur gleichen Zeit entstehen. Der Spatenstich für das JUFA-Hotel erfolgt am 19. Oktober im Beisein von Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner. Baubeginn wird, wie beim Museum Schütz, im Frühjahr 2020 sein und eröffnet wird das Hotel im Frühjahr 2021. Im Zuge des Hotelbaus wird das ehemalige Vereinsheim der Fußballer und Noch-Vereinsheim der Stockschützen sowie die Asphaltbahnen abgerissen. Es wird allerdings bereits an einer Lösung für neue Asphaltbahnen für und mit den Stockschützen gearbeitet.

Daten und Fakten zum Hotel

Wie bereits Anfang des Jahres berichtet, wird das JUFA-Hotel in Engelhartszell 68 Zimmer mit etwa 185 Betten und unter anderem einen kleinen Wellnessbereich, ein öffentliches Restaurant und Café mit Donauterrasse, einen Kinderspielbereich und attraktive Außenanlagen haben. Es soll ganzjährig betrieben werden. Laut Bürgermeister Pichler werden durch den Hotelbau rund 30 Vollzeit-Arbeitsstellen geschaffen werden. „Sowohl das JUFA-Hotel als auch das Kunstmuseum Schütz sind für Engelhartszell und die Region eine riesige Bereicherung“, freut sich das Gemeindeoberhaupt über die zwei Bauprojekte.

Im Bereich des Hotels wird es zusätzlich ein Renaturierungsprojekt an der Donau geben, wie Bürgermeister Roland Pichler im Gespräch mit Tips erklärt: „Diese Renaturierung der Donau wird allerdings unabhängig vom Hotelbau erfolgen.“

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