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Vorgestellt: "Tipsi" präsentiert den Gimpel

Leserartikel Julia Karner, 02.04.2019 20:00

REGION ST. VALENTIN. Die Blaumeise „Tipsi“ stellt im Monat April den stolzen Gimpel vor.

Foto: Florian Mayr
Foto: Florian Mayr

„Stolz wie ein Pfau“, kennt jeder. Die Redensart „stolz wie ein Gimpel“, ist am absteigenden Ast, obwohl der Gimpel und nicht der Pfau in unseren Nadel- und Mischwäldern zuhause ist. Da die Fichten wegen des Klimawandels bei uns immer weniger gesund leben können, schwindet sein Lebensraum. Das Wort Gimpel stammt vom ausgestorbenen Wort gumpen ab, was hüpfen bedeutet. Da er sich durch Stimmimitation oder durch einen Lockvogel leicht fangen ließ, wurde er vom Menschen als ungeschickt und dumm abgestempelt. Man liest im Duden, einfältige, unerfahrene, unbeholfene Menschen wären Gimpel. Wegen des prächtigen Gefieders nannte man den Gimpel auch Dompfaff. Im Käfig war er beliebt, da er sehr lernfähig drei Lieder pfeifen konnte. So viel zu schön ist gleich dumm. Es ist der Mensch, der zu Vorurteilen neigt, in der Natur ist kein Vorteil ohne Nachteil und umgekehrt. Es gibt keine Tiere, die mehr oder weniger schützenswert sind, alles nur Kategorien, die der Mensch den Tieren verpasst hat, an die er sich aber wenigstens halten sollte. Wissenschaftler meinen, dass der Mensch aktuell der Grund für das sechste Massenaussterben ist. Ist der Mensch ein Gimpel? Die Jugend hat das erkannt und setzt mit „Friday for Future“ ein Zeichen an die „schwänzende“ Politik.

Im Winter gut zu beobachten

Der Gimpel weist einen Geschlechtsdimorphismus auf, eine „Zweigestaltigkeit“. Beim Männchen ist die Unterseite kräftig orange, das Weibchen ist zwecks Tarnung mehr in graubraunrosa gehalten. Im Winter kann man sie gut beobachten, da kommen sie auch als Gäste aus dem Norden (auch der Trompetergimpel), um in unseren Wäldern bei Früchten und Beeren die kalte Zeit zu überdauern. Heimische Natur muss man nicht nur für die Brutvögel sondern auch für die Wintergäste schützen. Die Eigentümer müsste man dafür ausgleichend belohnen, etwa durch Ökologisierung der Steuern, schon wär der Mensch weniger ein einfältiger Gimpel und könnte stattdessen stolz wie einer sein.


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