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KRONSTORF. Lukas Kaufmann hat etwas geschafft, was vor ihm beim ersten Start nicht vielen Radsportlern gelang: Er erreichte als Zweiter das Ziel beim Race Across America, dem mit 4.923 Kilometern und 50.000 Höhenmetern längsten und härtesten Radrennen der Welt.

Lukas Kaufmann erreicht als Zweitplatzierter das Ziel (Foto: Alex Zauner)
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Vor der Abreise zu seinem größten Abenteuer seines Lebens brachte der 30-jährige Lukas Kaufmann seine Ziele auf den Punkt: „Ich will gesund ins Ziel kommen und wenn möglich unter neun Tagen finishen.“ Seine Trainingsrunden absolvierte der Kronstorfer in der nahen Umgebung und bereits im März konnten Tips ihn beim Training am Donauradweg begleiten. Ende Mai begab sich Kaufmann in die USA, um sich an die geänderten Bedingungen und die Zeitverschiebung anzupassen. Vom Start weg lief es optimal für den Radsportler, der sich lange an der Spitze halten konnte. Vom ersten bis zum dritten Tag bis knapp vor dem Halfway Point lag er in Führung vor dem schwedischen Ex-Radprofi Jimmy Ronn. Danach folgte ein Sekundenkrimi, doch der Schwede konnte sich als guter Zeitfahrer auf den endlosen Weiten von Kansas entscheidend absetzen.

Mentale Höchstleistung

In den neun Wettkampftagen verbuchte der Oberösterreicher eine Nettoschlafzeit von lediglich 10:15 Stunden. „Der Schlafentzug mit den Halluzinationen war schon extrem. Aber genauso schlimm fand ich, dass ich in den letzten neun Tagen nichts Festes, sondern nur hochkalorische Flüssignahrung zu mir nahm. Je länger man da am Rad sitzt, desto schlimmer wird es. Die mentalen Anstrengungen waren echt zach. Und dann noch täglich 15 bis 20 Liter Flüssigkeit in sich reinzuschütten. Da wird man echt ,gaga im Kopf“, sagt Kaufmann in Atlantic City, wo er bei der letzten Timestation aus emotionalen Gründen kein Wort rausbrachte.

Enorme Ausdauerleistung

Im Schnitt fuhr Kaufmann pro Tag 550 Kilometer und bewältigte die Strecke von der West- bis zur Ostküste der Vereinigten Staaten in 8 Tagen und 23 Stunden. Herausragend war auch das Teamwork, denn kein anderer Finisher benötigte weniger Standzeit. Der letzte Tag hatte es dann noch mal in sich, wie Teamchef Thomas Hölzl berichtet: „Das Gebirgsmassiv der Appalachen im Finale hat Lukas sehr zugesetzt, obwohl er ein ausgezeichneter Bergfahrer ist. Aber die letzten neun Tage sieht man ihm an. Es ging nur rauf und runter, teilweise 20 Prozent steile Rampen hinauf. Das hat ihn die letzten Körner gekostet.“

Zwei Österreicher am Podium

Im Ziel hatte Kaufmann rund fünf Stunden Rückstand auf den Sieger Ronn, der die Strecke in 8 Tagen, 18 Stunden und 11 Minuten zurücklegte. Der Salzburger Dominik Meierhofer als Dritter lag bei der vorletzten Timestation vor dem Ziel rund vier Stunden Stunden hinter Kaufmann. Zufrieden zeigte sich der begleitende Arzt Dr. Jürgen Minar: „Kaufmanns Gesundheitszustand ist generell blendend. Lukas hat keine Probleme mit Händen oder Nacken. Seine Beine waren sehr gut, zum Schluss bekam er aber Muskelschmerzen in den Oberschenkeln. Aber er kam ohne Krämpfe und vor allem Gelenksprobleme davon. Während des gesamten Rennens hat er rund 81.000 Kilokalorien aufgenommen, getrunken hat er 113,6 Liter Flüssigkeit.“

Auch der sechsfache Race-Across-America-Sieger Christoph Strasser ist von Kaufmanns Leistung beeindruckt: „Größten Respekt und herzliche Gratulation für diesen zweiten Platz. Lukas ist ein unglaublich starkes Rennen als Rookie gefahren. Ich erreichte bei meinem ersten RAAM nicht das Ziel, deshalb schätze ich seine Leistung noch höher ein. Er hat vor allem die Schlafstrategie durchgehalten wie ein erfahrener Ultra-Radfahrer.“


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