Online-Petition„Das ist doch kein Lockdown!“

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Norbert St. Mottas Norbert St. Mottas, Tips Redaktion, 09.01.2021 12:42 Uhr

NÖ./OÖ. Daniela Litzlbauer, HNO-Fachärztin aus Linz mit Ordination in St. Valentin startete gemeinsam mit Ärzten aus Ried und Freistadt eine Online-Petition, mit der eine bessere Bekämpfung der Corona-Pandemie gefordert wird.

 

NÖ./OÖ. Als HNO-Fachärztin ist Daniela Litzlbauer intensiv mit der Corona-Thematik konfrontiert und erachtet die derzeitigen Maßnahmen der Regierung als zu lasch. Daher startete sie, gemeinsam mit sieben weiteren Ärzten aus Ried und Freistadt und Wissenschaftern eine Online-Petition. Ziel der Initiative ist, mit einer Zero-Covid-Strategie die Verbreitung von Corona massiv zu reduzieren.

„Die Menschen haben genug von permanent wechselnden Strategien und zeitlichen Unklarheiten. Mit einem harten Lockdown für einen absehbaren Zeitraum können wir in Österreich eine 7-Tages-Inzidenz von unter 50 pro 100.000 erreichen. Eine Inzidenz von unter 25 pro 100.000 würde einen derartigen Lockdown lediglich um 1,5 Wochen verlängern. Damit wäre ein Ende der massiven Einschränkungen absehbar“, so Daniela Litzlbauer.

Allerdings versteht Litzlbauer unter Lockdown etwas anderes als die derzeitigen Maßnahmen. „Das ist doch kein Lockdown!“, erklärt sie und ist erschüttert, wieviele Menschen derzeit unbekümmert leben, als würde es kein Corona geben. Sie kritisiert auch, dass manche Betriebe ihren Mitarbeitern nicht erlauben, im Home-Office zu arbeiten, obwohl das durchaus möglich wäre.

Konsequentes Contact-Tracing

Eine wichtige Maßnahme wäre ein konsequentes Contact-Tracing, wobei es nicht nur darum geht, herauszufinden, wer mit dem Infizierten Kontakt hatte, sondern vor allem, wo sich der Infizierte angesteckt hatte. „Ich erlebe das oft in meiner Ordination, dass ich einen Patienten frage, wo er sich angesteckt habe. Die erste Antwort ist meist “Das weiß ich nicht.„ Wenn ich ihn ermuntere scharf nachzudenken, dann fallen ihm bis zu sieben Möglichkeit ein.“ Es gilt die Superspreading-Events – wie Feiern nach Sportveranstaltungen oder ein Rundtrinken nach der Jagd – herauszufinden.

PCR-Tests

Besonders intensiv müsse das Testen ausgeweitet werden. Es müsste ein niederschwelliger Gratiszugang zu PCR-Tests geschaffen werden. Dazu bräuchte es Teststationen, die rund um die Uhr geöffnet sind und eine erweiterte Laborkapazität, damit das Ergebnis innerhalb von 24 Stunden vorliegt.

Impfungen forcieren

Jetzt, da Impfstoff auf dem Markt ist, sollte das Impfen vorangetrieben werden. „Da muss geimpft werden, bis die Spritzen rauchen!“, erklärt Litzlbauer.

Gerade in diesem Bereich gebe es noch großen Informationsbedarf. So gehöre sie als HNO-Fachärztin zu der Personengruppe, die als erste geimpft werden sollten. „Aber wir wissen bis heute nicht, wann wir geimpft werden. Wir haben bei der Ärztekammer angefragt – aber dort weiß es auch niemand.“

Litzlbauer betreibt gemeinsam mit dem HNO-Facharzt Klaus Schuhmeier eine Ordination in St. Valentin. „Als wir gehört hatten, dass es mehr Impfstoff gibt als Personen, die im ersten Durchgang geimpft werden sollten, haben wir angeboten unsere Ordination zur “Impf-Ordi„ zu machen. Wir hätten in unserer Freizeit und im Urlaub Impfungen durchgeführt. Aber auch da gab es kein Interesse.“

Herdenimmunität

„Wir müssen die Herdenimmunität über die Impfung aufbauen und nicht über die Infektion mit dem Virus, das gerade in Österreich bereits hohe Sterbezahlen und zahlreiche Long-Covid-Fälle gefordert hat. Wir wollen mit unserer Petition ein Zeichen setzen, dass die Gesundheit der ganzen Bevölkerung ein schützenswertes Gut ist, egal welcher Herkunft und welchen Alters“, erklärt Litzlbauer ihre Beweggründe.

Die Petition

Die Petition ist mittlerweile von zirka 3.500 Menschen unterschrieben worden, darunter sind auch namhafte Wissenschafter. Sie läuft bis 1. März 2021 und muss 18.000 Unterschriften bekommen, damit sie dem Parlament und der Regierung vorgelegt wird.

 

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Kommentare

  1. Alex
    Alex24.01.2021 11:30 Uhr

    Länder mit ZeroCovid-Strategien leiden weniger - Länder mit ZeroCovid-Strategien haben in der Corona-Krise weniger Infektionen, weniger Tote und geringere BIP-Einbrüche als Österreich oder Deutschland. Diese NoCovid-Strategien mit dem Ziel den Gesamt-Pandemieschaden durch COVID19 so gering wie möglich zu halten, basieren auf Konzepten führender Wissenschaftler. Jene Branchen wie Tourismus & Flugindustrie, welche von den Coronafolgen besonders schmerzlich getroffen wurden, erleiden in den Ländern, welche die COVID19-Pandemie mit NoCovid-Stragegien bekämpft haben, nicht so große Umsatzeinbrüche, Arbeitsplatzverluste und Firmeninsolvenzen: https://www.meinbezirk.at/4449768

  2. No Idiocracy
    No Idiocracy15.01.2021 01:16 Uhr

    Nicht im Ernst! - Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Sie tatsächlich irgend ein Coronavirus ausrotten können!? Und schon gar nicht mit einer Impfung, die nur zu einem leichteren Verlauf führen, aber die Infektionskette nicht brechen kann. Und was sagen Sie dazu, dass die Sterblichkeit lt. WHO wie die der Grippe ist und die WHO vor weiteren Lockdowns abrät? Was sagen Sie zu der neuen wissenschaftlich validierten Stanford-Studie (mit DEM weltweit führenden Experten Prof. Ioannidis) und der Studie des NBER, dass Lockdowns nichts bringen? Was sagen Sie zu den Top-Wissenschaftlern der Great Barrington Declaration, die ebenfalls davon abraten? Aber die HNO-Ärztin aus St. Valentin wird's wohl besser wissen.

  3. Subhash
    Subhash13.01.2021 18:32 Uhr

    Lockdowns ungerechtfertigt - Ich bin ja sehr dafür, dass jede*r öffentlich seine Meinung sagen darf. Selbst wenn sie mir so sehr zuwider ist, wie die von Fr. Dr. Litzlbauer. Aber da wir schon bei Petitionen sind und um der weitgehend ignorierten Gegenseite auch eine Stimme zu geben, hier zu einer Petition, die ich für vernünftig halte: RESPEKT Plattform kritischer Bürgerinnen und Bürger https://bit.ly/37rjVAd „Bald war vielen kompetenten Epidemiologen und anderen angesehenen Fachleuten klar, dass ein Lockdown zu keinem Zeitpunkt notwendig oder auch nur gerechtfertigt war. Im Gegenteil, er war politisch überschießend und verursachte in medizinischer, psychischer, sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht schwere Schäden.”

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