Eypeltauer: „Grundsätzlich gibt es in Enns noch viel Potential“

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Wirtesprecher Wolfgang Brunner (l.) und Neos-Nationalratsabgeordneter Felix Eypeltauer (Foto: Thomas Lettner)
Wirtesprecher Wolfgang Brunner (l.) und Neos-Nationalratsabgeordneter Felix Eypeltauer (Foto: Thomas Lettner)
Thomas Lettner Thomas Lettner, Tips Redaktion, 29.07.2021 10:44 Uhr

ENNS. Nationalratsabgeordneter Felix Eypeltauer (NEOS) stattete am Dienstag Ennser Gastronomen einen Besuch ab. Tips bat ihn und Wirtesprecher Wolfgang Brunner zum Interview.

Tips:Ist das Geschäft in der Gastronomie nach den Corona-Lockdowns bei Ihnen wieder gut in die Gänge gekommen?

Brunner: Für mich hat es keinen Stillstand gegeben. Wir haben während der Krise viel investiert in das Hotel und auch mehr Werbung gemacht bei den Reisebüros, den Firmen und im Tourismus, um Gäste, die bei uns übernachten wollen, zu bekommen. Daher haben wir es nach den Lockdowns nicht so gespürt, dass wir eine schlechtere Auslastung haben. Natürlich gibt es Tage, besonders weil keine Hochzeiten sind, an denen wir von Freitag bis Montag nicht so gut gebucht sind als im Jahr 2019.

Tips:Hätten Sie eine Aufhebung der Schanigartengebühren in Enns begrüßt?

Brunner: Ich hätte kein Problem damit gehabt, wenn ich sie und andere größere Unternehmer hätten zahlen müssen. Ich sehe es aber anders bei den kleinen, die weniger Geschäft machen als vorher. Daher hätte ich eine Aufhebung der Schanigartengebühren tatsächlich begrüßt. Ich kenne keine einzige Stadt in Österreich, in der sie nicht erlassen wurden.

Tips:Nach der Pensionierung werden einige Wirte aufhören. Ist das für Sie als Wirt positiv zu sehen, weil es weniger Konkurrenz gibt, oder eher negativ?

Brunner: Ich sehe das in einem Tourismusland wie Österreich sehr traurig, weil ein Wirt die Berechtigung haben muss, überleben zu können. Wir Wirte tauschen uns untereinander aus. Ich fahre jeden Sonntag zu einem anderen Wirt und rede mit ihm. Der Mehraufwand, den man heute hat, ermüdet die Wirte. Da verstehe ich den Wirt, der sagt, dass er früher in Pension geht, aufhört oder das Konzept auf Selbstbedienung umstellt, was auch viele machen. Es wird in die Richtung gehen, dass Essens- und Getränkepreise teurer werden, auch wenn der Gast das nicht gerne hört. Wir finden ja auch keine Mitarbeiter.

Eypeltauer: Mir kommt es so vor, als wäre die Corona-Krise der letzte Tropfen im Fass gewesen und als wäre es für die Gastronomen schon vorher ein Thema gewesen, sich zu überlegen, wie lange man das noch macht. Es gibt Gastronomen, bei denen es sehr gut funktioniert, und andere, die sich fragen, warum sie sich das Unternehmertum überhaupt noch antun. Was ich erlebe, ist, dass sich viele Unternehmer in den letzten eineinhalb Jahren alleingelassen und missverstanden gefühlt haben von der Verwaltung und der Politik. Was ich auch immer mitbekomme ist das Thema, gute Mitarbeiter in der Küche und für das Servieren zu finden und sie zu bezahlen. Wenn man da nichts ändert – Stichpunkt Lohnnebenkosten und Ausbildung – müssen wir uns entscheiden, ob wir weiterhin Wirtshäuser haben wollen, die den Ortsplatz mit Mehrwert befüllen, oder wollen wir Systemgastronomie und den nächsten McDonald’s? Eine der Lösungsansätze ist eine Senkung der Lohnnebenkosten.

Tips:Welche Lösungsansätze gibt es noch Ihrer Meinung nach?

Eypeltauer: Es geht generell um die Themen wie, wie leicht oder schwer es ist, eine Fremdfinanzierung zu bekommen. Wie groß ist die Unterstützung vonseiten des Staats, wenn man einen Kredit nimmt und investiert? Gerade wenn es darum geht, hier Häuser auszubauen oder dazuzukaufen, dann wäre das eine Möglichkeit, unbürokratisch durch Entlastungen oder durch Steuerbegünstigungen bei Investitionen einen Mehrwert zu schaffen und einen Schub zu geben. Mir hat eine Café-Betreiberin gesagt, dass sie durch die Art und Weise, wie sie die Politik und den Staat im letzten Jahr erlebt hat, überlegt hat, alles hinzuwerfen. Deswegen ist es so wichtig, als Politik Rahmenbedingungen zu geben, damit diejenigen, die etwas leisten und Arbeitsplätze schaffen, sich willkommen fühlen. Sie sollen nicht das Gefühl haben, abgezockt und missverstanden zu werden.

Tips: Welchen Eindruck haben Sie vom Ennser Hauptplatz und der Gastroszene hier?

Eypeltauer: Ich bin kein Ennser, habe aber einen sehr guten, wenn auch flüchtigen Eindruck. Im Gegensatz zu vielen anderen Ortszentren scheint die Gastronomie hier aber noch sehr gut zu funktionieren. Mich zwickt es etwas, wenn ich auf so einem schönen Stadtplatz so viele Parkplätze sehe, aber gleichzeitig würde ich mich nicht trauen zu fordern, das Auto pauschal aus der Innenstadt zu verbannen. Eine Schablonenlösung gibt es nicht. Gerade in Enns wird es neue, innovative Parkkonzepte brauchen. Grundsätzlich gibt es in Enns aber noch viel Potential im Gegensatz zu Städten, die schon zum Donut geworden sind, der in der Mitte leer ist.

Tips:Was ist Ihre Meinung zu einem parkplatzfreien Hauptplatz?

Brunner: Man das Parkplatzangebot außerhalb der Innenstadt größer wäre, könnte man Parkplätze am Hauptplatz streichen. Man könnte Parkplätze am Stadtplatz belassen, falls man hier einkaufen geht. Es wäre aber schon ein Thema, wenn es um die vierzig Parkplätze weniger gebe, denn dann könnte man Begrünungen machen und den Hauptplatz mit Schanigärten und Blumen verschönern und alle Konzerte hier veranstalten. Man hätte nicht mehr den Ärger, alles absperren zu müssen. Ich hoffe, ich erlebe das noch.

Tips:Am Ennser Hauptplatz wohnen viel mehr Menschen als früher. Wie könnte man sie dazu bringen, den Hauptplatz bzw. die Gastronomie stärker zu nutzen?

Brunner: Wir haben schon sehr viel probiert, um Anrainer kennenzulernen und sie dazu zu bringen, zu uns zu kommen. Vereinzelt haben wir Gäste, die auch hier wohnen. Persönlich ist mir das aber zu wenig. Wir haben in der Nähe um 300 Neubauten mehr als noch vor zehn Jahren. Ich gehe sehr gerne in Enns spazieren, auch im schönen Schlosspark. Dabei fällt mir immer wieder auf, wie wenig Ennser man eigentlich in Enns trifft. Ich weiß nicht, wo die Leute sind. Ich weiß, weil ich auch die Radfähre mitbetreibe, dass im Sommer viele Ennser Radfahren gehen. Ich habe aber kein Rezept dafür, wie man sie hervorlocken könnte. Das Problem haben alle Wirte hier. Manche machen es ganz gut. Insgesamt ist mir aber zu wenig. Normalerweise müsste es abends hier in einer 12.000-Einwohner-Stadt viel mehr zugehen.

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