In letzter Minute angemeldet, radelt Roswitha Hofmann zum Sieg
ESTERNBERG. Mit dem Rad 560 Kilometer und 6500 Höhenmeter rund um Oberösterreich, das ist die Race Around Austria (RAA) Challenge. Und genau dieser Herausforderung stellte sich Roswitha Hofmann. In 23 Stunden und 27 Minuten holte sich die Esternbergerin den Sieg der Challenge.

Die Race Around Austria Challenge ist das Einstiegsrennen in den Ultraradsport. Sie ist als 24-Stunden-Rennen ausgelegt und führt die Teilnehmer entlang der oberösterreichischen Landesgrenze. Das Rennen gilt als Einstieg in den Extremradsport. Roswitha Hofmann absolvierte die Distanz in der ausgezeichneten Zeit von 23 Stunden und 27 Minuten und fuhr als Erste in der Damen-Solo-Wertung über die Ziellinie.
„Gefahren wird allein ohne Windschatten. Ich bin 300 Kilometer bis zur ersten 15-minütigen Pause gefahren. Dann alle 100 Kilometer wieder eine kurze Pause, um die Kleidung den Temperaturen anzupassen. Schlafpause gibt es keine, die Ernährung, soweit noch möglich, erfolgt flüssig unterm Fahren“, beschreibt Hofmann die harten Bedingungen des Rennens.
Ihre Leidenschaft zum Radsport hat die zum Laufen vor zwölf Jahren abgelöst. „Ich habe mit dem Mountainbike begonnen. Nach einigen heftigen Stürzen kam der Umstieg auf das Rennrad“, erzählt die Esternbergerin.
Für Hofmann war es bereits die dritte Teilnahme am RAA. 2009 absolvierte sie die Langstrecke (2200 Kilometer) im Vierer-Team und holte Platz zwei. Ein Jahr später schaffte sie im Zweier-Team beim Race Around Austria den ersten Platz.
Die Letzten werden die Ersten sein
Mit dem Gedanken, bei der Challenge an den Start zu gehen, spielte die sympathische Sportlerin schon länger. „Die Entscheidung mich anzumelden ist tatsächlich erst in der Nacht zum Anmeldeschluss gefallen, denn eine längere Krankheit hat zu dieser kurzfristigen Entscheidung geführt. Es war das härteste Radrennen, das ich allein bestritten habe“, so Hofmann. Getreu dem Spruch „Die Letzten werden die Ersten sein“ holte sie prompt den Sieg. Zuvor ist sie lediglich zwei längere Strecken gefahren und hat normal trainiert. Als Begleitfahrzeug folgte der Esternbergerin ein liebevoll restauriertes Feuerwehrauto Baujahr 1978 mit einem dreiköpfigen Team, darunter ihr Lebensgefährte Enrico Schiemann.
Gänsehaut trotz 33 Grad
Das Rennen selbst war für Roswitha Hofmann unvergesslich. Der ganze Ablauf vor dem Start in St. Georgen war für sie schon sehr gut. Hinzu kommt noch ihr tolles Betreuerteam und die vielen Fans an der Strecke, die teilweise noch spät in der Nacht die Teilnehmer anfeuerten. „Das war wohl der Grund für Gänsehautfeeling bei 33 Grad. Da hatten die Gedanken ans Aufgeben keine Chance“, erinnert sich Hofmann.
Acht Kilometer vor dem Ziel stellte sich bei der ehrgeizigen Sportlerin doch noch ein Tief ein. Hitze, Müdigkeit und längere Zeit keine Aufnahme von Kohlenhydraten waren schuld an dem Durchhänger. „Meine Jungs haben mich wieder so weit fit gemacht, um das Ziel zu erreichen“, ist Roswitha Hofmann ihrem Betreuerteam dankbar. Am Ende war sie einfach nur froh, das Rennen geschafft zu haben. „Der Zieleinlauf ist ein Riesenspektakel. Man fühlt sich kurz wie ein Held“, erinnert sich die Esternbergerin.
Einmal im Leben das Race Across America bestreiten
„Wenn man einmal eine Langstrecke bewältigt hat, lässt es die meisten nicht mehr los“, zeigt sich Hofmann von ihrem Sport begeistert. Wie fast alle Extremradfahrer möchte auch sie einmal das Race Across America bestreiten. „Aber nicht allein, sondern im Zweier- oder Vierer-Team. Macht einfach mehr Spaß“, schmunzelt Roswitha Hofmann.


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