Endspurt beim Marktplatz
FRANKENBURG. Er ist seit vier Jahren Bürgermeister, hat für jedermann ein offenes Ohr und legt viel Wert auf Gerechtigkeit und gute Gesprächskultur: Hans Baumann ist ein Ortschef, der auch gerne selbst mit anpackt. Die Vöcklabrucker Tips bat ihn zum Gespräch über das aktuelle Gemeindegeschehen.

Tips:Die „Marktplatzgestaltung neu“ befindet sich in der dritten Bauetappe. Was genau wird gemacht?
Baumann: Angefangen wurde mit der Versetzung des Brunnens wegen dem Bau eines Gehsteiges. Dann folgte der Platz vor dem ehemaligen Hofbauer-Gasthaus und jetzt wird der eigentliche Marktplatz gemacht, mit einer Promenade entlang der Häuser am Platz. Wir rücken die Parkplätze in die Mitte, es entstehen 19 statt bisher 16. Die Planung gefällt uns sehr gut. Insgesamt kostet das Projekt cirka 350.000 Euro, davon gibt es vom Land rund 200.000 Euro.
Tips:Wo stehen die neuen E-Bikes zum Leihen?
Baumann: Die stehen vor dem Gemeindeamt. Um 2 Euro pro Stunde oder 10 Euro pro Tag kann man nun ein E-Bike leihen.
Tips:Thema Ankauf des Schlosses Frein (im Bild oben) für die Landesausstellung 2026?
Baumann: Da ist man sich noch nicht ganz einig. Gesprochen wird auch über den Bau eines neuen Kulturzentrums, wobei ich der Meinung bin, dass die nachhaltige Nutzung, die ja vom Land gefordert wird, eher im Schloss Frein gegeben sein wird. Das Schloss ist kulturell sehr wertvoll und ein Aushängeschild von Frankenburg. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Schloss zu einer Ruine verkommt. Der Ankauf im Zuge der Maßnahmen zur Landesausstellung 2026 ist eine Jahrhundertchance.
Tips:Es gibt regelmäßig Bürgermeisterstammtische?
Baumann: Mir ist der direkte Kontakt zur Bevölkerung sehr wichtig. Jedes Vierteljahr treffen wir uns in einem anderen Wirtshaus. Es kommen zwischen 20 und 50 Personen. Beispielsweise gab es da auch viel Lob für den Gemeindeamtsumbau oder die neue Friedhofsmauer. Es gibt eher wenig Fragen, ich nutze aber auch die Gelegenheit, um meine Sorgen mitzuteilen – wie etwa zum Hochwasserschutzkonzept, bei dem viele Grundbesitzer sich sträuben, den Grund dafür bereit zu stellen. Dabei haben wir so viele Probleme mit Hangwässern im Markt.
Tips:Anscheinend führen Sie genau Buch über jedes Projekt, das realisiert wird? Wie geht das?
Baumann: Ich führe auch Tagesprotokolle. Jedes Anliegen wird gespeichert, dann die Erledigung verfolgt und der Bürger verständigt, wenn das Projekt erledigt oder abgelehnt ist. Jeder bekommt eine Rückmeldung von mir.
Tips:Woher kommt diese Genauigkeit?
Baumann: Vielleicht von meinem früheren Beruf als Lokführer. Da hatte ich Verantwortung für hunderte Leute. Mir ist Pünktlichkeit wichtig und dass ich alles zu 100 Prozent erledige.
Tips:Sie packen auch selbst gerne mit an?
Baumann: Das Anpacken liegt mir mehr, als vorne zu stehen und zu reden. So betreue ich unter anderem auch das mehr als 100 Kilometer markierte Wanderwegenetz im Gemeindegebiet.


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