Wie zu Omas Zeiten: „Nix vakuma lossn“ ist wieder in Mode
FREISTADT/SANDL. Einen Gegentrend zur Wegwerfgesellschaft haben Katrin Pesendorfer und Anja Mayrwöger gestartet. Mit ihrer gemeinnützigen Aktion „Nix vakuma lossn“ wollen die beiden das Bewusstsein in der Region für weniger Verschwendung stärken.

„Alles hat mit dem Gecko-Lehrgang gestartet, wo unternehmerisches Handwerk gelehrt und Raum für neue Ideen gegeben wurde“, erzählen Katrin Pesendorfer und Anja Mayrwöger, die sich durch diesen Lehrgang zusammengeschlossen haben. Die zwei jungen Unternehmerinnen haben ihre Lebens-Erfahrungen und ihr unternehmerisches Wissen gebündelt und die Facebook-Seite „Nix vakuma lossn“ gestartet. Dabei blieb es aber nicht, durch das große Interesse entstanden schon bald Einkoch-Aktionen. „Damit wollen wir gemeinsam Lebensmittel in größeren Mengen verarbeiten, damit nichts übrig bleibt. Das Obst oder Gemüse wird von verschiedenen Leuten zur Verfügung gestellt, spontan ein Termin kommuniziert und jeder nimmt Geräte oder Zutaten mit und dann wird eingekocht“, erzählt Mayrwöger.“Eine Person alleine kann oft gar nicht so viel Obst oder Gemüse verwerten. Mit der Einkoch-Aktion bekommt jeder ein paar Gläser, es wird nichts verschwendet und es findet vor allem ein belebender Austausch statt“, sagt Pesendorfer. Das war und ist auch das Ziel der ganzen Aktion. „Wir geben unsere Erfahrungen, die wir teilweise von unseren Omas gelernt haben, gerne weiter, freuen und aber auch auf Ideen von anderen Leuten.“ Die zwei Projektgründerinnen wollen vor allem das Umdenken anregen und den Austausch fördern.
Fantasie ist gefragt
Ideen für Wiederverwertung – oder Upcycling und Recycling, wie es neudeutsch heißt – gibt es viele. „Kaffeesatz muss ich nicht wegschmeißen, den kann ich vielfältig einsetzen, zum Beispiel als Duschpeeling, als Rohrreiniger, als Dünger für Zimmerpflanzen, er wirkt geruchsneutralisierend im Kühlschrank oder in der Wohnung und vieles mehr“, weiß Pesendorfer, die selbst als „The Herbal Nerd“ bekannt ist und diplomierte Grüne Kosmetik-Pädagogin ist. „Es gibt viele Hausmittelchen aus natürlichen Produkten, man muss nur ausprobieren“, weiß auch die 32-jährige Anja Mayrwöger, die regionale Bio-Lebensmittel über das Internet vertreibt.Bei ihrer Aktion geht es aber nicht nur um Lebensmittel, auch die Wiederverwertung von Kleidungsstücken oder das Basteln mit alltäglichen Gegenständen für Kindern gehört dazu. „Es interessieren sich immer mehr Leute, besonders auch ganz Junge, für dieses Thema. Das freut uns!“
Facebookseite: Facebook.com/nix.vakuma.lossn


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