Nachfolger für Hausarzt in Freistadt wird händeringend gesucht: Übergangslösung für Patienten
FREISTADT. Noch immer ist unklar, wer die Patienten von Allgemeinmediziner Gerhard Doppler, der mit 1. Jänner 2018 in Pension gegangen ist, übernehmen soll. Bislang konnte –trotz intensivster Bemühungen – kein Nachfolger gefunden werden. Die Übergangsversorgung für seine ehemaligen Patienten ist aber gesichert.

Bürgermeisterin Elisabeth Paruta-Teufer stellte schon im Gemeindeblatt von August 2017 eine finanzielle Unterstützung einen potenziell nachfolgenden Hausarzt in Aussicht. Dr. Bernhard Gugel bietet in seiner Praxis in der St. Peter-Straße Räumlichkeiten und Infrastruktur für eine Praxisgemeinschaft an. Sogar die Splittung auf zwei halbe Stellen ist eine Möglichkeit, um die Nachfolge des nunmehr pensionierten Allgemeinmediziners Dr. Doppler zu sichern.
Teillösung mit Wahlarzt
Trotz all dieser Anreize konnte die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse noch keinen neuen Kassenarzt für Freistadt unter Vertrag nehmen. Immerhin konnte im Dezember eine Teillösung erreicht werden, indem ein Wahlarzt die Versorgung des Alten- und Pflegeheimes Freistadt übernimmt. „Es wird intensiv daran gearbeitet, die Stelle zu besetzen“, versichert Harald Schmadlbauer, Leiter Direktionsbüro und Kommunikation der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse.
Jungärzte haben wenig Interesse am Hausarztberuf
Kein leichtes Unterfangen, denn: „Das Problem ist, dass eine abgeflachte Ausbildungskurve bei Jungmedizinern auf einen demografischen Buckel an Ärzten, die in Pension gehen, trifft“, benennt Schmadlbauer eine Seite des Problems. Eine andere Sache sei, dass Jungärzte den Beruf des Hausarztes offenbar fachlich und finanziell wenig attraktiv finden.
„Der zentrale Knotenpunkt in der Gesundheitsversorgung“
„Dabei ist der Hausarztberuf der zentrale Knotenpunkt in der Gesundheitsversorgung und extrem wertgeschätzt. Leider haben die Jungärzte aber oft ein falsches Bild. Sie denken an unregelmäßige Dienstzeiten, ständige Rufbereitschaft und viel Arbeit für wenig Geld“, sagt Schmadlbauer. Die OÖGKK lädt deshalb gezielt Jungärzte zu Infoveranstaltungen ein und pocht auf die Möglichkeit einer Lehrpraxis während des Studiums, um wieder mehr junge Mediziner für den Beruf des Hausarztes zu begeistern.
Betreuung in der Zwischenzeit sichergestellt
„Da die drei anderen Allgemeinmedizin-Stellen in Freistadt bisher relativ deutlich unter den durchschnittlichen Patientenzahlen der oberösterreichischen Allgemeinmediziner liegen, dürfte es bei der Versorgung von Dr. Dopplers ehemaligen Patienten keine Probleme bei der Übergangsversorgung geben. Hier setzt sich auch die Bezirksärztevertreterin mit uns gemeinsam sehr intensiv ein, um eine Weiterbetreuung der betroffenen Patienten sicherzustellen“, sagt Harald Schmadlbauer.


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