Durch AKW-Zwischenfall sind Zivilschutz und Eigenvorsorge mehr denn je in aller Munde
FREISTADT. Ein erneuter Zwischenfall im Atomkraftwerk (AKW) Temelìn, der erst drei Tage später gemeldet wurde, entzürnt die Atomgegner und lässt die Diskussionen um Zivilschutz und Eigenvorsorge wieder laut werden.

Im Kontrollbereich des AKW soll es laut Berichten zum Austritt mehrere Kubikmeter kontaminierter Flüssigkeit gekommen sein. „Mit dem nuklearen Spuk muss endlich Schluss sein. Auch wenn Störfälle immer wieder glimpflich verlaufen: Dieser Technologie muss endlich die finanzielle und politische Grundlage entzogen werden“, fordern Gabriele Schweiger und Roland Egger, Sprecher von atomstopp_oberoesterreich. Siehe auch hier.
Mit dem Thema „Was tun in Krisenfällen?“ beschäftigt sich seit 4. September auch eine Wanderausstellung des OÖ Zivilschutzverbandes in der Sparkasse Filiale am Freistädter Hauptplatz.
Wanderausstellung Zivilschutz
Themen wie der „Krisenfeste Haushalt“, die Warn- und Alarmsignale, die wichtigsten Notrufnummern, „Kein Strom: Blackout“ und das Zivilschutz-SMS werden bei dieser Ausstellung behandelt. Dazu stehen kostenlose Infomaterialien zur Verfügung, unter anderem ein Folder zum Thema „Blackout – Ein Stromausfall der alles verändert“, eine Internetsicherheit-Broschüre, das umfangreiche Heft „Meine Sicherheit“, das Gefahrenerkennung erleichtert und Selbstschutztipps gibt, und auch Broschüren zum Thema Strahlenschutz, Bevorratung für den Krisenfall oder Hochwasser.
Die Wanderausstellung ist für drei Wochen in der Sparkassen-Filiale in Freistadt zu besichtigen, dann ist die Ausstellung in der Gemeinde Grünbach zu Gast.
Selbstschutz ist der beste Schutz – und ganz einfach umzusetzen
„Zivilschutz und somit der Selbstschutz ist der schnellste und deshalb effizienteste Schutz. Gerade in den ersten Minuten kann rasches Handeln Leben retten. Deshalb ist es wichtig, jederzeit auf Notfallsituationen vorbereitet zu sein.“, erklärt OÖ Zivilschutz-Präsident Michael Hammer. „Vorsorgen für den Katastrophenfall, egal ob Blackout oder Naturkatastrophe, ist notwendig, aber auch sehr einfach – man muss nur drei Bereiche abdecken: ein ausreichender Lebensmittelvorrat, technische Hilfsgeräte und Medikamente/Hygieneartikel.“
Der OÖ Zivilschutz appelliert an die Bürger, an ihre Eigenverantwortung zu denken: „Wer vorsorgt, ist im Krisenfall klar im Vorteil und kann die Zeit bis zum Eintreffen der Einsatzorganisationen – die bei einer Katastrophe nicht überall sofort helfen können – gut überbrücken,“ so Hammer weiter.
Zivilschutztag am 6. Oktober
Es ist ratsam, Lebensmittel zu bevorraten, die mindestens ein Jahr lang haltbar sind. Damit braucht der Bürger nur einmal im Jahr an seinen Vorrat denken und ihn erneuern. Somit sind beispielsweise Mehl, Zucker, Reis und Teigwaren, Haferflocken, Dosen- und Fertiggerichte ideal für den Notvorrat geeignet. Der routinemäßige Austausch der Produkte soll im Rahmen des „Stresstests im Haushalt“ am 1. Samstag im Oktober, dem Zivilschutztag erfolgen. An diesem Tag ertönen auch die Zivilschutz-Sirenensignale in einem Probealarm (heuer am 6. Oktober). Beim Wasservorrat ist darauf zu achten, neben dem Trinkwasser (ca. 2 Liter pro Person und Tag) auch genug für die Hygiene zu Hause zu haben. Der OÖ Zivilschutz empfiehlt hier Mineralwasser.
Stromunabhängiges Notfallradio ist sinnvoll
Information ist im Katastrophenfall besonders wichtig: Der OÖ Zivilschutz empfiehlt dafür ein Notfallradio, um beim Ertönen der Zivilschutz-Sirenensignale die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können und laufend Nachrichten der Behörden zu erhalten. Der ORF ist verpflichtet, im Krisenfall die Anordnungen der Behörden zu publizieren (aber auch die anderen Radiosender werden informieren). Das Notfallradio soll strom- und batterieunabhängig sein, Geräte mit einem Dynamo- bzw. Kurbelantrieb ersparen die Batterie-Bevorratung.
Notkochstelle einrichten
Auch eine Notkochstelle ist Bestandteil des notwendigen Krisen-Equipments. Auch hier zeigt sich, wie einfach die Notfallvorsorge ist: Mit einer Sicherheitsbrennpaste und einer provisorischen Einrichtung zur Erhöhung (zum Beispiel mit bevorrateten Konserven, Gläsern,….) kann eine simple Notkochstelle gebaut werden. Diese ist ein ausreichender Ersatz für einen Camping- oder Fonduekocher.
Vom Zivilschutz geprüfte Produkte
Um den Bürgern die Vorbereitung auf Katastrophenfälle noch mehr zu erleichtern, bietet der OÖ Zivilschutz Notfallprodukte an. Eine Bestellung ist über den Webshop auf www.zivilschutz-ooe.at möglich bzw. unter der Tel: 0732/652436. Dort erhältlich ist ein praktisches Notfallradio mit LED-Lampe, das strom- und batterieunabhängig mit Kurbeldynamo betrieben werden kann.
Das Notfallradio ist auch Bestandteil der Zivilschutz-Notfallbox. Sie enthält außerdem eine Kurbel-Taschenlampe, ein Abdichtband, eine Zippfolie (Dokumentenhülle), Sicherheitsbrennpasten, Langzeit-Nahrungsmittel (2.432 Kcal), einen USB-Stick, eine Sicherheitskerze mit Feuerzeug, eine Kappe mit LED-Lampe sowie umfangreiche Selbstschutzratgeber.
Sowohl die Sicherheitsbrennpasten, als auch die Abdichtbänder (zum Abdichten von Fenstern und Türen bei einem Strahlenalarm) und die Kappe mit LED-Lampe sind ebenso als Einzelprodukte im Webshop erhältlich.
Kochbuch für den Katastrophenfall
Auch das Buch „Kochen im Katastrophenfall“ kann beim OÖ Zivilschutz bestellt werden: Das Kochbuch wurde in Zusammenarbeit mit Grill-Staatsmeister Peter Straka erstellt und bietet Tipps zum Kochen im Katastrophenfall (inklusiver Vorstellung diverser Notkochstellen mit Schwerpunkt Grillen), Infos zur Bevorratung und dem Sichern von Lebensmittel und auch eine Auflistung von Koch-Mustertagen. Dazu gibt es einige Rezepte beispielsweise gebackene Speckknödel vom Grill, Chili mit Maisbrotkruste oder Kürbisrisotto. Auch Süßspeisen aus dem Griller wie ein Kärntner Reindling werden im Buch vorgestellt.
Der OÖ Zivilschutz
Das Ziel des OÖ Zivilschutzes ist, den Bürgern Gefahren aufzuzeigen und sie bei der Vorbereitung für einen krisenfesten Haushalt mit hilfreichen Tipps zu unterstützen: Die dabei empfohlenen Selbstschutzmaßnahmen helfen, Gefahren der verschiedensten Art zu vermeiden, die Zeit bis zum Eintreffen der Einsatzorganisationen zu überbrücken sowie Katastrophen- und Krisenfälle möglichst unbeschadet zu überstehen. Mehr auf www.zivilschutz-ooe.at.


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