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FREISTADT. Meister Adebar könnte zum Stolperstein für das in Freistadt geplante Hotelprojekt werden. Weil der Standort gleichsam in der Einflugschneise des Weißstorches liegt, legte der Umweltanwalt im Flächenwidmungsverfahren sein Veto gegen den Hotelbau ein.

Der Storch hat es schriftlich: Um die für ihn reservierten Ausgleichsflächen anfliegen zu können, darf am geplanten Standort im Norden Freistadts kein Hotel gebaut werden. Foto: Walter Rudorfer

Und wieder hakt es beim Hotelprojekt in Freistadt. Nachdem die Stadtgemeinde Freistadt im Sommer des Vorjahres wegen erheblicher Differenzen die Zusammenarbeit mit einem interessierten Investor beendet hat, brachten wenige Monate später die Kreisel-Brüder wieder Aufwind in die Sache. Die Firma Kreisel Electric möchte sich federführend am Hotelprojekt beteiligen.

Negatives Gutachten

Doch jetzt kam der große Dämpfer: Im Flächenwidmungsverfahren legte die Umweltanwaltschaft ihr Veto gegen das, auf einem rund 10.000 Quadratmeter großen Grundstück in der Nähe der S10-Anschlussstelle „Freistadt Nord“ geplante Hotel ein.

„Wir haben im Laufe des Flächenwidmungsverfahrens für das Hotel bereits alles zusammengetragen. Alle Stellungnahmen und Gutachten sind positiv – bis auf jenes der Umweltanwaltschaft“, bedauert Freistadts Bürgermeisterin Elisabeth Paruta-Teufer.

Wiesen-Fleckerlteppich

Warum das Gutachten negativ ausfiel, erklärt Umweltanwalt Martin Donat: „Im Zuge des UVP-Verfahrens beim Bau der S10 Süd wurden unter anderem Ausgleichsmaßnahmen im Bereich Natur- und Artenschutz festgelegt, darunter verschiedene Wiesenstandorte für den Storch. Da ist keine zusammenhängende Fläche gemeint, sondern das kann man sich wie einen Fleckerlteppich vorstellen. Die Asfinag hat dahingehend auch Verträge mit den Grundbesitzern abgeschlossen. Um diese Wiesenflächen für den Stoch auch sicher nutzbar zu machen, muss ein bestimmter Mindestabstand zu Wohnbauten gegeben sein.“

„Kann nicht Bescheid über die Hintertür demontieren“

Umweltanwalt Martin Donat führt weiter aus: „Die Stadtgemeinde als mitbeteiligte Gemeinde im Verfahren hat das auch gewusst. Ich verstehe ihr Interesse durchaus, aber es kann nicht sein, dass man die S10 will und dann einen Bescheid schrittweise über die Hintertür demontieren möchte.“

Umweltanwalt spielt Ball an die Stadtgemeinde zurück

Daher spielt Umweltanwalt Martin Donat den Ball an die Stadtgemeinde Freistadt zurück: „Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Entweder wird ein anderer Standort für das Hotel gefunden. Oder es werden geeignete Ersatzflächen für das im UVP-Verfahren zur S10 festgelegte Maßnahmenpaket für den Natur- und Artenschutz geschaffen.“

„Keine Störche in Freistadt“

Bürgermeisterin Elisabeth Paruta-Teufer: „Ich hoffe nicht, dass das Hotelprojekt wegen des Storchs scheitert. Seit Jahren schon nisten keine Störche mehr in Freistadt, obwohl es mehrere Nistplätze gibt. Der Storch kann es sich gerne dort gemütlich machen, aber nicht auf meinem Hotelgrundstück!“


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Nils Holgersson
Nils Holgersson
06.10.2018 18:02

storch ermenrich

Das tut mir aber leid, dass nun mein Storchenfreund Ermenrich für den Stillstand beim Freistädter Hotelprojekt Schuld sein soll... Wo doch die Projetkverantwortlichen bis dato SO professionell agiert haben!