Großeinsatz für Rot Kreuz-Feldküche Freistadt
FREISTADT. Einer enormen logistischen- und kulinarischen Herausforderung stellt sich das Rote Kreuz am Sonntag, 14. Oktober: Die Rot Kreuz (RK)-Feldküche wird einen Gutteil der rund 3.000 bis 5.000 Teilnehmer des ORF-Wandertags verköstigen.

„Bei Schönwetter rechnen wir mit rund 3.000 Essen“, sagt Bezirksrettungskommandant Charles Pickering, der auch Koordinator der RK-Feldküche für ganz Oberösterreich ist. Die Planung für diesen Großkücheneinsatz läuft bereits seit zwei Monaten. Schließlich kommen keine Fertiggerichte aufs Teller, vielmehr wird alles frisch gekocht. Und zwar in einem großen Zelt neben der Tennishalle, mit der gesamten vorhandenen Feldküchen-Ausstattung. „Dabei kommt uns die Erfahrung aus Großübungen sehr zugute“, sagt Pickering.
50 Mitarbeiter kochen auf
Für ihn gilt es, rund 50 Mitarbeiter zu koordinieren, von denen etwa die Hälfte Erfahrung mit der Feldküche besitzt. Fachkundige Unterstützung kommt von geübten Feldküchen-Teams aus Wels und Grießkirchen.
Für Gaumenfreuden wird gesorgt
Die Speisekarte lässt einem schon jetzt das Wasser im Mund zusammenlaufen: Bierbratl und herzhaftes Bierkutscher-Gulasch wird ebenfalls aus den Kochtöpfen und Pfannen gezaubert wie knuspriges Braumalz-Schnitzerl, würzige Käsespätzle und Schnitzerlsemmerl. Die Einkaufsliste dafür ist naturgemäß lang. „Einkaufen gehen können wir aber erst am Mittwoch zuvor, wenn die Wetterprognose für den Wandertag da ist“, will Charles Pickering weder zu viel noch zu wenig Reserven für hungrige Wanderer parat haben.
Riesenmengen für hungrige Mäuler
Ein Blick in die Grobplanung für den Kücheneinsatz lässt „Otto Normalkoch“ die Augen übergehen: Schon am Samstagnachmittag beginnen die Feldküchen-Mitarbeiter mit dem Vorkochen. Auf der Liste stehen zum Beispiel 300 Liter Rindsgulasch, 90 Kilo Spätzle, 50 Kilo Semmelknödel, 100 Kilo Kartoffelsalat und 120 Kilo Krautsalat. Richtig heiß wird es in der Feldküche ab Sonntag Früh hergehen: 200 Kilo Schweinebraten, 1.200 Schnitzerl, 140 Kilo Pommes Frites und 200 Portionen Käsespätzle stehen auf dem Plan. Damit auch alles perfekt schmeckt, mussten die Feldküchen-Mitarbeiter schon mehrfach als Testesser „herhalten“. „Braumalz-Schnitzerl haben wir noch nie gekocht, da muss man schon einmal ausprobieren, wieviel Braumalz die Panier für den feinen Geschmack verträgt“, weiß der Feldküchenchef.
Ist der Einsatz am Wandertag an Kesseln und Pfannen schon anstrengend genug, wird es bei der Essensausgabe richtig stressig. „Am Sonntag kommt es auf die schnelle Bedienung der Wanderer an“, sagt Pickering. Für die Speisen gibt es drei Selbstbedienungs-Ausgabestellen auf einer Länge von 30 Metern. Dort kommen Bierbratl & Co ofenfrisch und küchenheiß auf die Teller. Unterstützung für die RK-Feldküche kommt von den Freistädter Goldhaubenfrauen, die Kaffee und Bauernkrapfen servieren, und von der Bürgergarde.
Übung für Großeinsätze
Für Pickering ist der Einsatz am Wandertag eine optimale Übung für Großeinsätze. „Im Katastrophenfall können wir bis zu 5.000 Menschen verköstigen. Dabei muss man auf Erfahrungswerte zurückgreifen. Bis 60 Liter Wasser auf einem Hockerkocher kochen, dauert es zum Beispiel eine ganze Stunde. Die Herausforderung ist es, rechtzeitig das Richtige zu tun.“ Der Erlös des Feldküchen-Einsatzes kommt der Einrichtung des neuen Katastrophenschutzzentrums zugute.


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