Schwierige Lage für Rinderbauern: Abnehmer fehlen, wichtigste Exportmärkte weggebrochen
BEZIRK FREISTADT. Die Corona-Krise hat auch negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Vor allem die Lage bei der Rindfleischproduktion und Rinderzucht ist angespannt.

Nachdem viele Gastronomen geschlossen habe, fehlen hier viele Abnehmer für das Rindfleisch der heimischen Bauern“, erklärt Johannes Gahleitner, Dienststellenleiter der Bezirksbauernkammer Freistadt Perg. Auch der Absatz durch Großküchen und dem Tourismus ist in dieser Sparte weggebrochen. Die Selbstversorgung bei Rindfleisch liegt in Österreich bei 140 Prozent, heißt es von der Landwirtschaftskammer.
„Die teils stärkere Nachfrage im Lebensmittelhandel konnte diesen Ausfall nicht kompensieren. Die Preise für Schlachtrinder sind daher seit Mitte März stark unter Druck. Insbesondere für Kühe und Kalbinnen, weil hier der Exportanteil noch höher liegt als bei Stieren. Aber auch die Jungstierpreise waren zuletzt deutlich rückläufig. Der Rückstau in der Rindervermarktung hat eine Preisspirale nach unten ausgelöst, die nun rasch durchbrochen werden muss“, erläutert Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger.
Wichtigste Exportmärkte weggebrochen
Dazu kommt, dass der Export von Zuchtkälbinnen ins Ausland eingebrochen ist. „Die Beschränkungen an den Grenzen betreffen auch die Zuchttierausfuhr und Käufer von Zuchttieren können nicht mehr einreisen“, sagt Gahleitner. Dadurch entstehen bei Landwirten Platzprobleme, wenn sie ihre Rinder nicht verkaufen können, heißt es von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.
Die wichtigsten Exportmärkte Spanien, Italien und Frankreich sind derzeit quasi weggebrochen. Der Wegfall der Hauterlöse durch den Stillstand in der Lederverarbeitung für die Autoindustrie verursacht einen zusätzlichen Preisrückgang von 15 bis 20 Cent bei den Rinderpreisen. Zudem fällt die Systemgastronomie, wie beispielsweise McDonald“s, in der Vermarktung bis auf weiteres aus. Auch die momentanen Änderungen im Konsumverhalten (mehr Nudel- und Fertiggerichte) tragen zu einem geschwächten Absatz von Rindfleisch bei
Versorgung mit Lebensmitteln
„Die Bauern leisten in diesen Tagen einen unbezahlbaren Beitrag zur Aufrechterhaltung der Versorung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und zur Versorgung ihrer Tiere“, sagt Michaela Langer-Weninger. Grundsätzlich ist Österreich in vielen wesentlichen Bereichen gut selbst versorgend oder nahe an der Selbstversorgung. „Auch die Leistung der Lebensmittelverarbeiter ist enorm: Sie schauen nicht nur darauf, dass genügend Lebensmittel vorhanden sind, sondern halten Logistik- und Kontrollketten aufrecht.“


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