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BEZIRK FREISTADT. Ab 5. Mai dürfen die ersten Schüler nach coronabedingtem Homeschooling wieder in der Schule unterrichtet werden. Die Direktoren der HLW, der BHAK/HTL und des Gymnasiums Freistadt erzählen, welche Maßnahmen sie setzen müssen und wie die Matura-Vorbereitungen ablaufen werden.

Der Schulbetrieb startet am 5. Mai mit den Maturanten. Foto: LStockStudio/shutterstock.com
Der Schulbetrieb startet am 5. Mai mit den Maturanten. Foto: LStockStudio/shutterstock.com

Gestartet wird der Schulunterricht mit den Maturaklassen, danach sollen ab 15. Mai schrittweise die anderen Schüler folgen. „Die drei Matura-Klassen werden in jeweils zwei Gruppen geteilt und unterrichtet“, erklärt Johannes Peherstorfer, Direktor der BHAK/HTL Freistadt. Insgesamt werden 42 Schüler in seiner Schule in den kommenden Wochen mit Ergänzungsunterricht auf die Matura vorbereitet. Abgehalten werden die Fächer, in denen die Schüler maturieren, die Anmeldung zu diesen läuft bis 28. April. „Die Vorbereitungen und der Unterricht laufen momentan auch beim Homeschooling gut. Wir hatten vor der Coronakrise schon E-Learning und konnten daher rasch umstellen.“

Hygienehandbuch für die Sicherheit

Für die Schulen wurde ein Hygienehandbuch mit Maßnahmen herausgegeben. Die Schüler dürfen das Schulgebäude nur mit Mund-Nasen-Schutzmasken betreten und erst im Klassenzimmer abnehmen, wenn sie auf ihrem Platz sitzen. Kontrolliert soll das vom Schulpersonal werden. Abstand halten, regelmäßiges Lüften, häufiges Händewaschen und die Verwendung von Desinfektionsmittel sind als weitere Maßnahmen vorgesehen. Die erste Ladung Desinfektionsmittel ist an den Schulen bereits eingetroffen.

„Wir haben unsere Schüler informiert, eigenen Mundschutz mitzunehmen, wenn sie welchen haben“, erklären die Direktoren. Laut Bildungsminister Heinz Faßmann müssen die Kinder von den Eltern mit dem Mund-Nasen-Schutz ausgestattet werden, da dieser ohnehin auch für den Schulweg benötigt wird. Lehrer werden versorgt, wenn benötigt, im Notfall gebe es ein Reservoir auch für Kinder.

Herausforderung für Jüngere

„Bei den größeren Schülern sehe ich keine Probleme, die Maßnahmen umzusetzen. Sie sind meist schon sehr diszipliniert. Für die Jüngeren, die Zehnjährigen könnte das mit dem Abstand halten schon eine Herausforderung werden“, sagt Franz Rührnößl, Direktor des Gymnasiums Freistadt. Im BR/BRG werden ab 5. Mai 52 Schüler mit den Maturavorbereitungen starten.

„Wir sind uns sicher, dass wir auch in dieser Ausnahme die Maturanten gut auf die Abschlussprüfung vorbereiten können.“ Nach der Anmeldung zum Ergänzungsunterricht wird der Stundenplan angepasst und in Gruppen unterrichtet. „Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz für Lehrer wird schwierig, wenn sie beispielsweise vier Stunden hintereinander unterrichten“, sagt Rührnößl. „Auch im Konferenzzimmer wird es eng werden, wenn wieder alle Lehrer unterrichten.“

Vorprüfung verschoben

In der HLW Freistadt werden 90 Schüler in die Klassen zurückkehren. Neben den Maturanten werden die Abschlussklassen der dreijährigen Ausbildung ebenfalls am 5. Mai starten. „Die Maturavorbereitung läuft gut, die Schüler arbeiten auch jetzt sehr konzentriert“, sagt Jürgen Ehling, Direktor der HLW. Die Vorprüfung vor der Matura (vierte Klassen) im Küchen- und Restaurantmanagement werden allerdings auf den Herbst verschoben.

Zweite Etappe

In der zweiten Etappe, mit 15. Mai, werden alle Schüler der Volksschulen, der Mittelschulen und der AHS-Unterstufen sowie Sonderschulen und Deutschförderklassen zurückkehren – im Grunde also alle 6- bis 14-Jährigen. “Hier ist die Festigung der Grundkompetenzen extrem wichtig, das kann über Distance Learning nicht so gut umgesetzt werden“, sagt Bildungsminister Faßmann.

In der dritten Etappe, ab 29. Mai, kommen alle Berufsschüler, Poly-Schüler, die Sekundarstufe 1 zurück – also alle Schüler ab 15 Jahren. Das betrifft insgesamt rund 300.000 Schüler. Um keine zu großen Gruppen zu haben, wird auf „Schichtbetrieb“ umgestellt. Die Klassen werden in zwei gleich große Gruppen geteilt. Die beiden Gruppen werden dann abwechselnd unterrichtet: Gruppe 1 am Montag, Dienstag und Mittwoch, Gruppe zwei am Donnerstag und Freitag, in der folgenden Woche umgekehrt.

„Hausübungstage“

Die Tage nicht in der Klasse bezeichnet Faßmann als „Hausübungstage“. Damit auch die Vereinbarkeit mit dem Beruf der Eltern gewährleistet ist, bleibe für diese „Hausübungstage“ weiter Betreuung in der Schule wie schon jetzt. Die Stundenpläne bleiben aufrecht, alle Fächer bis auf jene, die virologisch heikel sind (z. B. Sport), werden unterrichtet. Der Nachmittagsunterricht entfällt aber.

Grundkompetenzen lernen

„Mit diesem Modell der Verdünnung hat jeder Schüler weniger Präsenzlehre, das Lerntempo und die Inhalte müssen daher reduziert werden, aber das ist vertretbar. Das Ministerium wird dazu Richtlinien herausgeben. Die Schwerpunkte liegen in der Gestaltung des Abschlusses, in der Festigung der Grundkompetenzen und in der Vorbereitung auf die nächste Schulstufe“, sagt Faßmann. In den Volksschulen wird es keine Klassenwiederholungen geben, außer es ist von den Eltern gewünscht. Bei allen anderen Schularten ist der Aufstieg mit einem „Nicht Genügend“ möglich, bei mehreren entscheidet die Klassenkonferenz.


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