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Kriminalstatistik zeigt: Auch im Bezirk Freistadt suchen sich Gauner ihre Opfer immer öfter im Internet

Mag. Susanne Überegger, 21.05.2020 17:14

BEZIRK FREISTADT. Die Kriminalität verlagert sich auch im Bezirk Freistadt zunehmend ins World Wide Web. „Im Jahr 2019 sind Betrügereien im Internet im Vergleich zu 2018 massiv gestiegen“, sagt Bezirkspolizeikommandant Franz Schmalzer.

Cybercrime beschäftigt die Polizei zunehmend. Foto: Artem Oleshko/Shutterstock.com
Cybercrime beschäftigt die Polizei zunehmend. Foto: Artem Oleshko/Shutterstock.com

Im Vergleich der Kriminalstatistiken für die Jahre 2018 und 2019 für den Bezirk Freistadt fällt auf, dass die Delikte Cybercrime (plus 108 Prozent) , Bestell- und Warenbetrug im Internet (plus 114 Prozent) sowie widerrechtliche Zugriffe auf ein Computersystem signifikant (sogar plus 900 Prozent) angestiegen sind. „Das sticht sofort ins Auge. Auf die Frage, warum das so ist, kann ich keine schlüssige Antwort liefern“, sagt Bezirkspolizeikommandant Franz Schmalzer.

„Was früher der Neffentrick war, ist heute der Bestellbetrug im Internet“

„Ich erkläre es mir so, dass es relativ einfach und bequem ist, von daheim aus per Tastendruck Waren zu bestellen. Auch die ältere Generation ist zunehmend im Internet unterwegs. Über das World Wide Web ist für die Betrüger quasi jedermann erreichbar, und das auch noch überall und im hintersten Winkel der Welt. Was früher der Neffentrick oder der Haustürtrick war, ist heute der Bestellbetrug im Internet“, warnt Schmalzer davor, bei Online-Geschäften allzu leichtgläubig und unvorsichtig zu sein.

Böses Erwachen

Denn oft folgt auf ein vermeintlich gutes Geschäft das böse Erwachen, wenn die bereits bezahlte Ware nicht geliefert wird, der Verkäufer plötzlich nicht mehr erreichbar und das Geld des Betrugsopfers futsch ist. Aber bei weitem nicht jeder Geschädigte würde Anzeige bei der Polizei erstatten.

Cybercrime: Aufholbedarf bei der Polizei

„Im Bereich Cybercrime haben wir als Polizei noch großen Aufholbedarf. Es gibt bei der Polizei nicht ausreichend Leute, die auf dem Thema beschlagen sind“, räumt Franz Schmalzer ein. „Da die Delikte in diesem Bereich aber stark ansteigen, müssen wir uns hier besser aufstellen. Auch im Präventionssektor – indem man die Leute zum Thema Internetkriminalität informiert und aufklärt - muss verstärkt gearbeitet werden.“

25 Anzeigen wegen Kinderpornografie im Jahr 2019

Insgesamt wurden im Jahr 2019 im Bezirk Freistadt 1624 Straftaten begangen. Zum Vergleich: 2018 waren es 1325 Straftaten. Besonders viele Anzeigen erfolgten – neben Internetkriminalität – wegen Nötigung und schweren Diebstählen sowie Kinderpornografie.

Letzteres begründet Schmalzer so: „2019 gab es an einer Schule in Freistadt den Fall, dass Schüler entsprechende Fotos weitergeschickt haben, da gab es gleich einmal elf, zwölf Verdächtige. Das erklärt zum Teil die hohe Fallzahl von 25 im Jahr 2019 im Vergleich zu drei Fällen im Jahr 2018“, begründet der Bezirkspolizeikommandant.

Einbruchsdiebstähle leicht zurückgegangen

Leicht zurückgegangen sind die Einbruchsdiebstähle (minus vier Prozent). „Besonders die Fahrraddiebstähle sind massiv gesunken. Vor einiger Zeit hatten wir in diesem Bereich sehr viele Fälle, meist im Zusammenhang mit Beschaffungskriminalität.“ 


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