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FREISTADT. Eine kleine Warteschlange bildet sich vor dem Schranken. Die Lenker der Fahrzeuge, alle mit Freistädter oder Urfahraner Kennzeichen, tragen ausnahmslos Schutzmasken. Punkt 13.30 Uhr geht der Schranken auf, der Testbetrieb beginnt. Ein Lokalaugenschein beim Coronatest Drive-In des Roten Kreuzes.

  1 / 6   Bereits zum vierten Mal beim Corona-Test: Lea Grum, Seniorenheim-Praktikantin aus Lasberg. „Es ist schon unangenehm, aber zum Aushalten“, meint sie. Fotos: Claudia Greindl

Im Schritttempo bewegen sich die Autos der Testpersonen durch das Einbahnsystem des Drive-In beim neuen Katastrophenhilfe-Zentrum an der südlichen Stadteinfahrt. Autofenster auf, Name, Sozialversicherungsnummer, Ausweis – bei der Anmeldung geht man auf Nummer Sicher. „Wir testen hier ausschließlich Personen, die uns von der Behörde, von der Gesundheitshotline 1450 oder von Ärzten zugewiesen werden“, erklärt Daniel Pühringer. Der Lembacher koordiniert seit kurzem den Corona-Testbetrieb für die Bezirke Freistadt und Urfahr-Umgebung. Montag, Mittwoch und Freitag werden in Freistadt Abstriche abgenommen, Dienstag, Donnerstag und Samstag in Engerwitzdorf.

Zum vierten Mal beim Corona-Test

„Einmal in die Armbeuge husten und den Mund weit aufmachen, bitte!“, sagt der Rot Kreuz-Mitarbeiter in Schutzkleidung bei der Teststation. Er kontrolliert noch einmal den Namen der Testperson auf dem Röhrchen, in dem das Teststäbchen steckt. Lea Grum aus Lasberg lässt der Rachenabstrich relativ kalt. „Weit unangenehmer ist es, ein Stäbchen in die Nase gesteckt zu bekommen“, weiß die 19-Jährige aus Erfahrung. Schließlich ist sie als Praktikantin in der Ausbildung zur Fachsozialarbeiterin für Altenarbeit schon zum vierten Mal beim vorsorglichen Corona-Test, um eine Ansteckung von Seniorenheimbewohnern zu verhindern. Im Gegensatz zu den „Verdachtsfällen“ wird hier auch der Abstrich aus dem Nasenraum genommen.

Unangenehme Prozedur

In der Regel sind es aber Menschen mit Verdacht auf eine Covid-19-Infektion, die beim Drive-In vorstellig werden. Geduldig öffnen sie den Mund und lassen die unangenehme Prozedur über sich ergehen, manche werden dabei von Brechreiz geplagt. Die gekühlten Proben werden täglich ins Labor gebracht. Das Ergebnis, ausgewertet in den Labors der Linzer Spitäler, liegt etwa in 48 Stunden vor. Während die Vormittage der mobilen Testung durch Rot Kreuz-Teams vorbehalten sind, öffnet das Drive-In am Nachmittag. „Das sieht jetzt ja alles recht einfach aus, die Leute fahren durch und sind in wenigen Minuten fertig“, sagt Daniel Pühringer. Bis alles so rund lief, war aber einiges an Logistik und Gehirnschmalz notwendig. „Für diesen Fall hat es ja keine Struktur oder Checklisten gegeben“, berichtet der 33-Jährige, der zuvor bereits als Leitstellen-Disponent und bei der Gesundheitshotline 1450 für das Rote Kreuz gearbeitet hat.

Vier hauptberufliche Mitarbeiter aufgenommen

Um den normalen Tagesbetrieb beim Roten Kreuz aufrecht erhalten zu können, wurden vier hauptberufliche Mitarbeiter für die Corona-Tests aufgenommen. Dazu kommen Freiwillige, die ebenfalls dringend gebraucht werden.Tränen und Mitleid“Den Mund weit aufmachen! Tüchtig machst du das!“, lobt der vermummte Rot Kreuz-Mitarbeiter gerade ein kleines Mädchen, das mit seiner Mama und der Schwester zum Testen kommt. Tränen gibt es trotzdem, das Stäbchen muss weit in den Rachen hinein, um ausreichend Testmaterial aufzunehmen. Zur Belohnung gibt es einen schneeweißen Rot Kreuz-Teddybären.

Kein „cooles“ Vergnügen

Mitleid kommt auch für den Tester auf. Schutzoverall, Gummistiefel, zwei Paar Handschuhe, Schutzmaske und Visier, dazu noch Klebebänder rund um Hals und Handgelenke – bei den sommerlichen Temperaturen wahrlich kein cooles Vergnügen, im Drive-In zu arbeiten. „Zwischen 80 und 150 Tests nehmen wir pro Tag ab“, weiß Pühringer. Wann Dienstschluss ist, bestimmt die Autoschlange mit den Wartenden. „Im Drive-In sind drei Abstriche innerhalb von fünf Minuten möglich. Bei mobilen Testungen, wenn wir zu den Leuten nach Hause fahren, rechnet man zwei pro Stunde.“

Heikle Materialschlacht

Der Abstrich selbst verursacht dabei den kürzesten Aufwand. „Am längsten dauert das Umziehen der Schutzkleidung nach jedem Test, das ist eine wahre Materialschlacht, und heikel noch dazu, weil die Sachen ja kontaminiert sein könnten“, weiß der Testkoordinator. Zum Glück hat es bei Dienstpersonal bisher keine Covid19-Infektionen gegeben. Damit das so bleibt, gilt auch beim Roten Kreuz für alle die Devise Hände waschen, Abstand halten, desinfizieren und Schutzmaske tragen. Denn ein Ende des Testbetriebs ist nicht absehbar. „Wir richten uns auf einen längeren Einsatz ein“, so Pühringer.


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