Trauer und Fassungslosigkeit nach unerwartetem Tod von Gym-Direktor Franz Rührnößl

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Mag. Susanne  Überegger Mag. Susanne Überegger, Tips Redaktion, 21.09.2020 11:01 Uhr

ST. LEONHARD/FREISTADT. Nach dem plötzlichen Tod von Franz Rührnößl, Direktor des Gymnasiums Freistadt, sind Betroffenheit und Trauer in seiner Heimatgemeinde und an seiner Schule groß.

Die Schule steht heute, am ersten Schultag nach dem plötzlichen Tod des Direktors am vergangenen Samstag, noch unter Schock. Der Arbeitstag für die Lehrer am Gymnasium Freistadt begann mit einigen Gedenkminuten, der Unterricht für die Schüler mit einer Trauerstunde. In der Aula steht ein Tisch mit Fotos des Verstorbenen und Blumen, beim alten Schuleingang hat der Elternverein eine kleine Gedenkstelle eingerichtet. 

Bei Radtour leblos vom Fahrrad gestürzt 

Franz Rührnößl verstarb am vergangenen Samstag, dem 19. September, vollkommen unerwartet im Alter von 61 Jahren. Er war während einer Fahrradtour mit seiner Gattin plötzlich leblos vom Rad gestürzt.

Vom Bauernbub zum Direktor 

Der St. Leonharder stand seit 2011 dem Freistädter Gymnasium als Direktor vor. Zu der Schule pflegte er eine besondere Beziehung, war er doch selbst 1973 von der Hauptschule St. Leonhard an das Gymnasium gewechselt – für einen „Bauernbub“ wie ihn zur damaligen Zeit absolut unüblich, wie Rührnößl in einem launigen Tips-Interview zum 150-Jahr-Jubiläum der Schule 2017 erzählt hatte.

Franz Rührnößl maturierte 1978, studierte in Salzburg Germanistik und Englisch und kehrte als sehr heimatverbundener Mensch nach der Promotion „sub auspiciis praesidentis“ als Lehrer für Deutsch und Englisch an „seine“ Schule nach Freistadt zurück.

„Schüler sollen sich gut gefördert und unterstützt fühlen“

Als Direktor war es sein höchstes Ziel, dass sich die Schüler gut gefördert und unterstützt fühlen und dass sie die Schule nach der Matura als lebenstüchtige Menschen, die kompetent und umfassend auf ihr Studium vorbereitet worden sind, verlassen. Unter seiner Führung erreichte die Schülerzahl am Gymnasium Freistadt historische Höchststände.

Sehr korrekt in der Führung und stets ein offenes Ohr für Schüler und Lehrer 

„Franz Rührnößl war sehr korrekt und transparent in seiner Führung, in der Organisation und Verwaltung. Dabei war er überaus verständnisvoll für die Anliegen der Schüler und Lehrer, hatte immer ein offenes Ohr“, erinnert sich Professorin Ulrike Mitterlehner an ihren langjährigen Kollegen und Vorgesetzten.

„Gleichzeitig war Franz sehr ehrlich und hat auch mal Kritik geübt – allerdings immer auf sehr wertschätzende Art.“ Seine Schüler kannten Rührnößl als Lehrer, der zwar viel von ihnen verlangte, es dabei aber nie an Respekt, Unterstützung oder Geduld missen ließ.

„Franz war auch für so manchen Spaß zu haben“, erinnert sich Mitterlehner daran, dass Rührnößl trotz aller Korrektheit mit den Jahren als Direktor zunehmend locker lassen konnte.

Die Administratorin wird die Schule in den nächsten Tagen leiten, bis eine provisorische Leitung ernannt wird. 

Verlust wiegt in St. Leonhard schwer 

Auch in St. Leonhard wiegt der Verlust schwer. „Franz Rührnößl hat sich unermüdlich für seine Heimatgemeinde eingesetzt. Wir können es alle noch gar nicht fassen“, sagt Bürgermeister Andreas Derntl. Rührnößl war in der Pfarre aktiv, sang im Kirchenchor mit. In der Union St. Leonhard war er viele Jahr lang Leiter der Sektion Faustball sowie  Trainer der Faustball-Damen. 

Dass 2002 der Faustball-Europacup mit den vier besten Vereinsmannschaften Europas in der Gemeinde ausgerichtet wurde, war weitgehend Rührnößls Verdienst. Franz Rührnößl war bis 2010 Präsident des OÖ. Faustballverbands.

Franz Rührnößl hinterlässt seine Frau und zwei erwachsene Kinder sowie seine hoch betagte Mutter. 

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