Mehr als Haus- und Heimhilfe: AKN schenkt den Menschen Zeit, die nur ihnen gehört

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Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 25.11.2020 12:50 Uhr

PREGARTEN. Der Verein AKN (Alten-, Kranken- und Nachbarschaftshilfe) betreut Klienten in Hagenberg, Pregarten, Unterweitersdorf und Wartberg. Ziel ist es, nach dem Motto „Einen alten Baum soll man nicht verpflanzen“ den Mitbürgern eine Chance gibt, so lange wie möglich in gewohnter Umgebung ihren Lebensabend zu verbringen. Auch Patienten nach Spitalsaufenthalt oder REHA werden unterstützt, bis sie ihren Alltag wieder selbstständig bewältigen können. 

Für Seniorenheimbewohner besteht die Möglichkeit, Mitarbeiter der AKN zu buchen, die stundenweise ihren Freizeitbereich gestalten (z. B. Spaziergänge, Rollstuhlausfahrten, Besuchsdienst...). Täglich weden die Klienten zu Hause mit einer frisch zubereiteten, warmen Mahlzeit aus der Küche des Seniorenwohnheims Pregarten versorgt. Dafür sind 18 Frauen und Männer als Fahrer im Einsatz, die dabei jährlich etwa 60.000 km zurücklegen. Der 1993 gegründete Verein ist gemeinnützig, unbürokratisch, bürgernah, unparteilich und weltanschaulich ungebunden.

Hilfe bei der Haushaltsführung

25 Mitarbeiterinnen betreuen im Heimservice höchst professionell ihre Klienten in deren Zuhause und bieten Entlastung und Unterstützung in der Haushaltsführung, bei Besorgungen und Behördengängen, bei der Überbrückung von Einsamkeit durch Besuchsdienste, sowie Förderung der Mobilität und auch die Vernetzung der sozialen Dienste.  Getragen wird die AKN von den Mitgliedern, den Gemeinden, dem SHV Freistadt und den Ärzten der einzelnen Gemeinden. Der Verein hat sein Büro in Pregarten mit dem Sitz der Einsatzleitung, der Karoline Wipplinger vorsteht. Er zählt heute etwa 620 Mitglieder und mehr als 40 ehrenamtliche Mitarbeiter, die zur Zeit täglich rund 180 Klienten verpflegen, betreuen und mit Essen versorgen.

Erfahrungsberichte 

Karl und Uli Blümlinger aus Wartberg ob der Aist sind als Klienten voll des Lobs für die AKN-Mitarbeiter: „Vor unserem Autounfall dachten wir, ohne Auto könnten wir nicht hier in der ,Einschicht' leben. Doch mit Hilfe der AKN und der erstklassigen Gabi Pilgerstorfer, die uns mit Rat und Tat beisteht, geht es uns recht gut – ganz problemlos. Wir sind sehr froh und dankbar für die Einrichtung AKN und wünschen unseren Helfern alles Gute und sagen ihnen großen Dank!“

Hermine Hons aus Pregarten: „Ich bin so froh, dass mich immer nur eine Mitarbeiterin vom Verein AKN besucht und hilft. Bei mir ist es die Betreuerin Beate Moustakakis. Mit ihr habe ich eine gute Vertrauensbasis und kann gute Gespräche führen. Beate ist freundlich und hilfsbereit, sie unterstützt mich ein paar Stunden in der Woche im Haushalt. Da meine Kinder weit weg wohnen, begleitet sie mich auch manchmal ins Kaffeehaus. So komme ich unter Leute komme, sonst wäre ich ganz alleine.“

Die Gründungsidee

Gründungsobfrau Marianne Schmidleitner schildert, wie es zur Gründung dieses Vereines kam: „Die Idee wurde im Sozialausschuss der Pfarre Pregarten geboren, nachdem es zwar Möglichkeiten gegeben hatte, Bedürftigen im Notfall kurzzeitig zu helfen aber nicht in Langzeitform als Dauerbetreuung, wobei man den Grundsatz ,Bedarf decken, nicht Bedarf wecken!' im Auge behielt.“ Schmidleitner gab ihr Amt als Obfrau an Maria Berger aus Hagenberg weiter. Ihr folgte Elisabeth Lediger, und nach deren Tod übernahm deren Gatte Dir. Ferdinand Lediger die ehrenamtliche Obmannfunktion.  Vor genau einem Jahr endete die „Ära Lediger“ nach 15 Jahren und Vizebürgermeister a. D. Ludwig Pühringer, ebenfalls aus Hagenberg, übernahm die Agenden der AKN.

So funktioniert die Finanzierung

Ulli Hofstadler, ebenfalls ehrenamtliche Kassierin der AKN, beschreibt die finanziellen Abläufe im Verein: „Die erbrachten Betreuungsdienste werden stundenweise verrechnet, wobei Vereinsmitglieder begünstigt werden. Weitere Einnahmen stammen dankenswerterweise von unseren Subventionsgebern aus den vier RUF-Gemeinden und dem Sozialhilfeverband Freistadt sowie den Beiträgen von derzeit rund 620 Mitgliedern. Ganz wesentlich ist dabei der hohe Anteil an Ehrenamtlichkeit unserer Mitarbeiter, die den nachbarschaftlichen Dienst für unsere Gemeinschaft erst ermöglicht. Erfreulich, dass auch vermehrt private Spender einen Beitrag zum Finanzgebaren der AKN leisten. Herzlichen Dank!“

Was die Klienten schätzen

Gabi Pilgerstorfer, eine Mitarbeiterin im Heimservice, berichtet von ihrer Arbeit: „Unsere Klienten schätzen die Vielfalt der angebotenen Tätigkeiten, die Flexibilität der Betreuerinnen, die unkomplizierte, schnelle Abwicklung und vor allem die Zeit, die ihnen geschenkt wird! Ich bin dankbar und stolz, dass ich für die AKN arbeiten und hier mein soziales Engagement ausleben darf. Die flexiblen Arbeitszeiten machen es mir möglich, auch einem zweiten Beruf nachzugehen. Die doch sehr unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Klienten versuchen wir Betreuerinnen so gut wie möglich zu erfüllen. Ein ,Danke!' oder ein erleichterndes ,Schön, dass du wieder da bist!', sowie ein ,Auf dich ist Verlass!' oder ein herzliches Lachen erfüllen uns mit Zufriedenheit.“

Den Menschen Zeit schenken

„Wir schenken den Menschen die Zeit, die nur ihnen gehört! Unsere Tätigkeiten sind auf den einzelnen Menschen abgestimmt, so bekommt jeder das, was er braucht und möchte. Das kann Haushaltshilfe sein, ein Einkauf, ein Anruf bzw. Besuch bei Ärzten oder Behörden, Körperpflege, ja sogar gemeinsames Singen oder Spielen oder auch die Versorgung eines Haustieres. Ganz wichtig sind uns die persönlichen Gespräche und das Gefühl der Vertrautheit. Verständlicherweise gibt es bei manchen anfangs auch Skepsis, welche jedoch bald verfliegt, und die Menschen freuen sich auf den Besuch der Betreuerinnen. Durch die professionelle Arbeit der AKN-Einsatzleiterin Karoline Wipplinger lässt sich ohne großen Aufwand und ganz schnell eine Betreuung und Versorgung von bedürftigen Menschen organisieren!“

Als ehrenamtlicher Verein ist die AKN über jede finanzielle Unterstützung dankbar und auch darauf angewiesen. Zwei Fragen sind wichtig: „Wie wollen wir selbst einmal betreut werden? Und was kann ich jetzt schon dafür tun, um das mobile Betreuungs- und Pflegeangebot für die Zuunt zu sichern?“

Nur mit Hilfe von Spenden, Sponsoring und Förderungen kann das Leistungsangebot aufrecht erhalten werden. Jeder Cent zählt! Spenden sind an folgende Kontonummer möglich: 

IBAN AT94 3411 0800 0190 0968

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