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OÖ/BEZIRK FREISTADT. Ein schlechtes Zeugnis stellt eine Studie den Bewohnern der ländlichen Bezirke aus: In dünner besiedelten ländlichen Gebieten in OÖ hat sich Corona stärker verbreitet als im dichter besiedelten urbanen Bereich. Das lege nahe, dass Maßnahmen gegen Corona dort weniger ernst genommen werden.

Am Land ist man laut Studie sorgloser mit der Maßnahmen-Disziplin. Foto: JN 999/Shutterstock.com
Am Land ist man laut Studie sorgloser mit der Maßnahmen-Disziplin. Foto: JN 999/Shutterstock.com

Die vom Land OÖ in Auftrag gegebene Studie zum Corona-Geschehen im zweiten Halbjahr 2020 in OÖ wertete demografische Merkmale aus und verglich die SARS-CoV-2 Inzidenz, die Fallhäufungen und die Sterberaten in den 18 oö. Bezirken. Die im Untersuchungszeitrum Juli bis Dezember 2020 höchste maximale 7-Tages-Inzidenz mit 1.628 pro 100.000 Einwohner hatte der Bezirk Rohrbach, die niedrigste Linz-Stadt mit 602,1. Freistadt lag bei 1.147.

Je dichter die Besiedelung, desto weniger Infizierte

Die Zahlen zeigen, anders als oft angenommen: „Je höher die Einwohnerdichte, umso geringer war die Covid-Inzidenz“, so Umweltmediziner Hans-Peter Hutter. Der umgekehrte Effekt wurde festgestellt: „Im ländlichen Raum, der dünner besiedelt ist, gibt es eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit und einen deutlich positiven Zusammenhang mit Infektionen“, so Hutter im Tips-Gespräch. Gleiches zeigen die „harten Zahlen“ der Todesfälle.

Größere Sorglosigkeit am Land

Laut Hutter „legt dieses Ergebnis nahe, dass es in ländlichen Gegenden weniger Bewusstsein und größere Sorglosigkeit bezüglich der Maßnahmen gegeben hat. Die Vertrauensbasis zwischen den Menschen ist dort wahrscheinlich auch anders als in Städten, wo es anonymer ist und man schneller böse angeschaut wird, wenn die Maske nicht richtig sitzt“, so Hutter. Es sei seine Vermutung, dass in ländlicheren Gegenden deswegen einfach ein lockererer Umgang herrsche“, so Hutter.

Vorurteile gegenüber Ausländern widerlegt

Was sich in der Studie nicht bestätige, seien Vorurteile gegenüber Ausländern. „Je höher der Anteil der Ausländer bzw. der ausländischen Herkunft in den Bezirken, desto geringer war die Inzidenz in diesen Bezirken.“


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