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BEZIR FREISTADT. Kaum einer Branche hat die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr soviele Veränderungen und Herausforderungen beschert wie dem Roten Kreuz. Und die Herausforderungen nehmen kein Ende: Ab nächster Woche betreibt das Rote Kreuz Freistadt eine Impfstraße in der Messehalle 2 in Freistadt.

  1 / 22   Die Vorbereitung des Impfstoffs wird ebenso zu den Aufgaben der Rot Kreuz-Mitarbeiter gehören wie die Administration und die Nachbetreuung der Geimpften. Foto: RK Tirol

1.117 Frauen und Männer engagieren sich im Bezirk freiwillig beim Roten Kreuz, dazu kommen 52 Berufliche und 28 Zivlidiener. „Ihnen allen kann man gar nicht genug danken, dank ihrer Flexibilität, Einsatzbereitschaft und ihrem Durchhaltevermögen haben wir den Dienstbetrieb sehr gut aufrecht erhalten können“, sagt Bezirkstellenleiter Alois Hochedlinger, ehemaliger Bezirkshauptmann von Freistadt. Dabei wäre der Aufgabenkatalog der Rot Kreuz-Mitarbeiter auch ohne Corona schon lang genug. Er reicht vom Rettungsdienst über den Katastrophenhilfsdient, die Soziale Dienste über den Notarztdienst bis hin zu Krisenintervention und vielen weiteren Bereichen.

Noch nie hat Krisensituation so lange gedauert

Seit Februar 2020 dominiert jedoch Corona die Arbeit des Roten Kreuzes. „Wir sind sehr gut für Katastropheneinsätze gerüstet, aber diese Pandemie ist extrem fordernd. Noch nie hat eine Krisensituation so lange angedauert“, sagt Bezirksgeschäftsleiter Gerald Roth. Seit Beginn helfen seine Mitarbeiter bei den Testungen und der Probenlogistik, sind im Bezirkrettungskommando tätig, saßen als Verbindungsoffizier in der Bezirkshauptmannschaft, nahmen Anrufe bei der Gesundheitshotline 1450 entgegen, übernehmen administrative Tätigkeiten und vieles mehr. Viele Aufgaben mussten extrem flexibel und schnell abgearbeitet werden, da es für eine Pandemie noch keine Erfahrungswerte gab.

168.000 Stunden freiwillig geleistet

„Mehr als 168.000 Stunden haben alleine unsere Freiwilligen 2020 geleistet, viele davon im Einsatz gegen Corona“, weiß Bezirkstellenleiter Alois Hochedlinger, und nicht ohne Stolz fügt er hinzu: „Kein einziger hat sich im Dienst mit Covid-19 angesteckt.“ Rigorose Schutzmaßnahmen im Dienst waren dafür die Voraussetzung. Bei Verdacht auf Covid-19-Infektion muss im Rettungs- und Notarztdienst sowie beim Hausärztlichen Notdienst (HÄND) ein Ganzkörper-Schutzanzug verwendet werden – gerade bei warmer Witterung ein schweißtreibendes Unterfangen.

Ausbildung trotz Corona

Trotz der strengen Hygienevorschriften gelang es im Vorjahr im Bezirk sogar, 1.048 Menschen in Erster Hilfe zu schulen und sogar 40 neue Rettungssanitäter auszubilden. Im Gegensatz dazu fiel mancher ältere Mitarbeiter als Risikopatient aus. Während speziell ausgebildete Rettungssanitäter bisher die von der Behörde angeordneten Abstriche für PCR-Testungen durchführten, gibt es in diesem Bereich schon in den nächsten Tagen eine Änderung: Mit Stand vom Redaktionsschluss übernimmt das Rote Kreuz ab Freitag, 2. April, die Impfstraßen in OÖ. „Wir betreiben dann mit Ausnahme von Pregarten und Unterweißenbach im Bezirk Freistadt keine Antigen-Teststandorte mehr, das übernimmt eine private Firma“, informiert Gerald Roth. Die PCR-Testungen, deren Zahl derzeit wieder rasant steigt, bleiben beim Roten Kreuz.

Impfstraße in Freistadt ab 2. April

„Wir gehen davon aus, dass der Betrieb der Impfstraße mehrere Monate lang in Anspruch nehmen wird.“ Die Rot Kreuz-Mitarbeiter übernehmen die Administration, die Vorbereitung des Impfstoffs sowie die Nachbetreuung der Geimpften. Die Impfung wird von Ärzten, organisiert von der Bezirksärztevertreterin, durchgeführt. Und als wären all diese Aufgaben noch nicht genug, nimmt sich das Rote Kreuz auch zweier Neubau-Projekte an. „Die Dienststellen in Pregarten und Bad Zell platzen aus allen Nähten, in Pregarten hoffen wir heuer auf den Spatenstich“, sagt Bezirksstellenleiter Hochedlinger. Beide Dienststellen sollen verkehrsgünstig nahe der B 124 errichtet werden.

Vereinsleben: Die Pandemie hat gesellige Zusammenkünfte wie Besuche oder Treffen in der Dienststelle, Ausflüge und Feiern unmöglich gemacht. Der Wiederaufbau des Vereinslebens und kameradschaftliche Aktivitäten stehen daher ganz oben auf der Prioritätensliste des Roten Kreuzes.

Soziale Dienste: Die Sozialen Dienste waren und sind durch Corona stark eingeschränkt, da sowohl die Klienten als auch die Rot Kreuz-Mitarbeiter oft zur Risikogruppe der älteren Personen gehören. Der Besuchsdienst verlagerte sich deshalb auf Telefonate. Am 23. und 24. April wird es heuer wieder eine Besuhsdienstausbildung geben.

Notarztdienst: Die vier beruflichen und vier freiwilligen Notfallsanitäter und das Notärzte-Team des Klinikums Freistadt verzeichnete 2020 um 5,5 Prozent weniger Einsätze. Drei Viertel davon waren Erkrankungen. Ein Plus von 40 Prozent gab es im Vorjahr bei den Haushaltsunfällen – im Lockdown wurde offenbar mehr daheim gewerkt.

Sommerakademie: Die Ausbildung von Rettungssanitätern in Form einer Sommerakademie startet heuer am 12. Juli an der Ortsstelle Freistadt.

Jubiläum: Das 75-jährige Bestehen der Rot Kreuz-Ortsstelle Freistadt wird von heuer auf das Jahr 2022 verschoben.


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