Turbulentes Jahr für Feuerwehr: „Waren 2020 alle besonders gefordert“
BEZIRK FREISTADT. Für die Feuerwehr-Mitglieder war 2020 ein herausforderndes Jahr: Veranstaltungen und Bewerbe sind ausgefallen, flexible Lösungen mussten gefunden werden, um unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen die Einsatzbereitschaft aufrechterhalten zu können. Dazu kamen neue Aufgaben aufgrund der Pandemie.

„Wir alle waren aufgrund der Pandemie besonders gefordert. Wir wurden mit vielen Aufgaben betraut, die nicht unmittelbar unserem gesetzlichen Auftrag entsprechen und dennoch waren der Zusammenhalt und die Bereitschaft der Kameraden unermüdlich. Jede einzelne unserer 74 Feuerwehren macht mich stolz“, sagt Bezirks-Feuerwehrkommandant Thomas Wurmtödter.
Bei den Einsätzen wurde besonders auf die Einhaltung der Hygienevorschriften geachtet. „Gerade bei Unfällen muss man davon ausgehen, dass man auch zu Erkrankten kommt“, sagt Wurmtödter. Insgesamt leisteten die Feuerwehren 2.093 Einsätze im Jahr 2020, davon waren 1.882 technische Einsätze (542 im Zusammenhang mit der Pandemie) und 211 Brandeinsätze. 21 Personen und 21 Tiere wurden gerettet, zehn Menschen konnten nur mehr tot geborgen werden.
Weniger Unfälle
„Durch Home Office, Lockdowns und Kurzarbeit kam es zu weniger Unfällen als in den Vorjahren“, sagt Wurmtödter. Dafür hatten die Feuerwehr-Kameraden einige zusätzliche Aufgaben wegen der Corona-Pandemie zu leisten. Die Feuerwehren waren bei Vortriagen bei den Krankenhäusern, der Auslieferung von Schutzmasken und Desinfektionsmittel an Schulen, Unterstützung beim Contact-Tracing (Kontaktnachverfolgung) der Bezirkshauptmannschaft und bei den Massentestungen im Einsatz.
Eigenmittel fehlen
Kameradschaftliche Treffen und Aktivitäten und Veranstaltungen fielen der Pandemie zum Opfer. Dadurch fehlen den Feuerwehren auch Eigenmittel. „Laufende Projekte konnten wir im Vorjahr noch umsetzen. Fraglich ist, wie es in Zukunft aussieht, wenn uns auch heuer wieder die Einnahmen von Veranstaltungen fehlen sollten. Beim Ankauf von Fahrzeugen und bei Baumaßnahmen haben die Feuerwehren ja auch immer Eigenmittel zu stellen“, sagt der Bezirks-Feuerwehrkommandant.
Jugend und Zukunftspläne
Zuversichtlich blickt er auf die Jugendarbeit. „Wir hatten im Bezirk kaum Abgänge und haben auch versucht, viele Prüfungen und den Grundlehrgang zu absolvieren.“ Vieles wurde über Webinare und die neue Wissenstest-App gemacht. So konnten im Vorjahr, trotz Pandemie, 477 Leistungsabzeichen errungen werden. Was allerdings fehlt, sind die Neuzugänge. „Aber mit zahlreichen jungen Feuerwehrmitgliedern geht es uns im Bezirk relativ gut.“
Pilotprojekt Atemluftflaschen-Pool
Im Vorjahr konnte auch das Pilotprojekt „Atemluftflaschen-Pool“ in Grünbach gestartet werden. Damit ist der Bezirk Vorreiter in ganz Oberösterreich. 20 Feuerwehren haben nun den Vorteil, Atemluftflaschen zu jeder Tages- und Nachtzeit, ohne Voranmeldung, zu entnehmen.
Ein weiteres Zukunftsthema sind die Auswirkungen des Klimawandels, die für die Feuerwehren zunehmend zu einer Herausforderung werden, wie die Einsatzstatistik zeigt: Unwettereinsätze, Flurbrände durch Trockenheit und der Transport von Trinkwasser nehmen zu. Die Feuerwehr will selbst aktiv werden und in den nächsten Jahren näher mit dem Energiebezirk Freistadt zusammenarbeiten.


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