Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Tödliches Spiel mit einer Handgranate: Erinnerungen an ein tragisches Unglück in Rainbach im Jahr 1947

Mag. Susanne Überegger, 24.05.2021 07:57

RAINBACH. In der Scheibengasse hinter den Gasthäusern Maurerwirt und Blumauer steht seit vielen Jahrzehnten ein Gedenkstein. An welches schreckliche Unglück dieser erinnert, weiß Helmut Knogler vom Heimatverein Rainbach.

  1 / 2   „Todesstätte unseres geliebten Kindes Oskar Haider, welches am 14.5.1947 sein hoffnungsvolles Leben aufgab“ steht auf dem Gedenkstein zu lesen. Fotos: sue

„Todesstätte unseres geliebten Kindes Oskar Haider, welches am 14.5.1947 sein hoffnungsvolles Leben aufgab“ ist auf dem in die Jahre gekommenen Gedenkstein, der neben der Gasse auf einer eingezäunten Wiese steht, zu lesen. An der Stelle starb vor 74 Jahren der sechsjährige Oskar Haider, Sohn des Fleischhauers Haider, beim Hantieren mit einer zufällig gefundenen Handgranate. Auch sein vierjähriger Cousin Oskar Traxler fand beim Spiel mit dem Kriegsrelikt den Tod.

„Ossi, komm her da!“

Helmut Knogler vom Heimatverein Rainbach unterhielt sich Jahrzehnte nach dem furchtbaren Unglück mit Fritz Haider, dem Bruder des verunglückten Oskar Haider. Dieser erzählte Folgendes: „An einem schönen Maitag 1947 spielten mein Bruder, der Oskar, sein Cousin Oskar Traxler, das Nachbarmädchen Martha Wagner und der Peppi Stöglehner auf der Wiese westlich von unserem Haus. Gegen Abend am 14. Mai um etwa sechs, halb sieben Uhr fand mein Bruder in einem verdreckten Graben, welcher der Abfluss vom Schlachthaus war, eine Stielhandgranate. Mein Bruder, ein neugieriger Typ, sagte: „Ossi, komm her da!“ Sie hatten keine Ahnung, wie gefährlich ihr Spiel war.“

„In der ganzen Umgebung hat man den Kracher gehört“ 

„Jetzt hantierte mein Bruder unbekümmert herum, so wie die Kinder sind. Mein Bruder hockte dabei am Boden. Der Traxler Oskar stand daneben, die Hand in der Tasche und schaute zu. Auf einmal hat mein Bruder beim Ring, der hinten an der Stielhandgranate war, angezogen. Es gab plötzlich eine Explosion. Mein Bruder war sofort tot. Den Oskar hat es im Unterleib erwischt. Er ist noch davongelaufen, aber dann auch irgendwo zusammengebrochen und liegen geblieben. In der ganzen Umgebung hat man den Kracher gehört. Die Leute sind zusammengelaufen und haben geschaut, was da los ist.“

Der Vater trug den toten Sohn im Schurz heim

„Mein Vater, der im Haus war, ist auf die Wiese hinaus zu meinem blutüberströmten Bruder und hat ihn in den weißen Schurz, den er als Fleischhauer meist umhatte, eingewickelt und ins Haus getragen. Eine Tragik, das Ganze, war doch mein Bruder als zukünftiger Fleischhauer vorgesehen. Die Wagner Martha, die etwa in 15 Meter Entfernung Blumen gepflückt hatte, traf auch unglücklicherweise ein Splitter im Auge. Der Stöglehner Peppi stand weiter weg, er kam mit dem Schrecken davon. Der Traxler Oskar wurde noch operiert, verstarb jedoch in der späten Nacht im Krankenhaus.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden