Alfred Klepatsch: „Wir können die Welt nicht retten, aber jeder kann seinen Beitrag leisten“

Hits: 141
Mag. Claudia Greindl Tips Redaktion Mag. Claudia Greindl, 19.01.2022 13:15 Uhr

WINDHAAG. „Wir werden um eine Diskussion um eine Lebensstil-Änderung nicht herumkommen“, ist sich Alfred Klepatsch, Vordenker in Sachen Klimaschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit, sicher. Wie schon zu seinem 50. Geburtstag lieferte er seinen Freunden und Bekannten auch zum 60-er Denkanstöße. Die „Rückmeldungen“in Form von Spenden machen Afrika ein Stück grüner.

„Unsere Welt neu denken“, ein Buch von Maja Göpel, verschenkte Alfred Klepatsch im Jänner 2021 zu seinem 60. Geburtstag gleich 200 Mal. „Mein Gedanke war, dass sich in den zehn Jahren seit meinem 50-er trotz Pariser Klimaabkommens und vieler Lippenbekenntnisse zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz kaum etwas geändert hat“, sagt der Altbürgermeister von Windhaag, der beruflich als Lehrer am ABZ Hagenberg wirkt und ehrenamtlich Obmann des Vereins Energiebezirk Freistadt und des Anti Atom Komitees ist. „Damit sich wirklich etwas ändert, brauchen wir ein neues Denken – das Buch, das ich zu Weihnachten von Norbert Miesenberger bekommen habe, war dafür eine Einladung und eine gute Orientierung“, so Klepatsch, der am 11. Jänner 61 geworden ist. „Ich bin sehr dankbar, dass Maja Göpel als anerkannte Wissenschaftlerin das Problem so sachlich und deutlich beschreibt.“

Wo die Welt zur Zeit steht

Mit dem Buchgeschenk lieferte Klepatsch einen Denkanstoß dafür, wo die Welt zurzeit steht. „Das Klimachaos nimmt seinen Lauf, die Konflikte zwischen Arm und Reich nehmen auf der ganzen Welt zu. Die Umstellung auf Alter- nativenergien steht außer Frage, aber sie ist kein Spaziergang, sondern ein Marathonlauf. Alleine was Holz betrifft, müssten wir in Österreich die gesamte Staatsfläche noch einmal dazu pachten, um die Klimaziele zu erreichen. Wir reden alles schön, wir verteufeln Donald Trump für den Ausstieg aus den Pariser Klimazielen, aber eigentlich sind die Ziele nicht erreichbar“, glaubt der Windhaager.

Hauptproblem heißt Verdrängung

„Auch die Politiker wissen, was zu tun wäre, aber die Maßnahmen sind unpopulär und unangenehm. Das Problem sind also nicht der Klimawandel und das Artensterben selbst, sondern die Verdrängung des Wissens darüber, das hat schon der Solarpionier Hermann Scheer bei seinem Besuch in Windhaag betont.“ Für Klepatsch ist daher die Kernfrage jene nach unserem Lebensstil. „Wie ernähren wir uns in Zukunft? Wie und wo verbringen wir unseren Urlaub? Was machen wir in der Freizeit? Wir werden die Welt durch einen klimafreundlichen Lebensstil nicht retten können, trotzdem ist es nicht egal, wie wir leben. Jeder kann seinen Anteil dazu leisten, die Welt ein Stück besser zu machen.“

Hoffnung statt Lähmung

Und da Alfred Klepatsch nicht nur schwarzmalen will („Da entsteht nur Lähmung!“), geht er selbst dabei voran, Hoffnung zu vermitteln. Wie schon zu seinem 50. Geburtstag akzeptierte er zum 60-er Spenden als Geschenk –Spenden, die er nun an Heini Staudinger von der Waldviertler Schuhwerkstatt übergab. Der gebürtige Oberösterreicher engagiert sich für ein grüneres Afrika – einerseits wörtlich genommen in Form von Aufforstungs- und Landwirtschaftsprojekten, andererseits durch Bildungsprojekte für ein selbstbestimmtes Leben. 4.000 Euro überreichte Klepatsch vor wenigen Tagen. „Es erfüllt mich mit Zufriedenheit und Freude, dass meine Geburtstagseinladung von vor einem Jahr auf fruchtbaren Boden gefallen ist.“ Heini Staudinger wird in Kürze wieder in Afrika seine Projekte vorantreiben. „Ich wollte aber auch für uns etwas tun – für unsere Heimat und Gesellschaft: Wir spüren es alle, dass es in der jetzigen Form auf Dauer nicht weitergehen kann und wird. Wir müssen unsere Welt neu denken und anders handeln – und zwar sofort!“

Kommentar verfassen



High Five an vier Tagen bei der KinderUni in Hagenberg

HAGENBERG. Dank Fachhochschul-Campus und Softwarepark ist Hagenberg das Mekka der Mathematiker, Datenfreaks und Programmierer. Und die führen auch diesen Sommer wieder Kinder und Jugendliche von fünf ...

HLW befragte Zeitzeugen

Die dritten Jahrgänge der HLW/HLK Freistadt folgten im Rahmen des Fachs Geschichte u. politische Bildung einer Einladung des Österreichischen Mauthausen-Komitees (MKÖ) und diskutierten unter ...

„Musik nach Wunsch“ als Auftakt für Leopoldschläger Kultursommer

LEOPOLDSCHLAG. Beim ersten Leopoldschläger Kultursommer wird ein breites Spektrum an Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst, Kultur und Tradition geboten. Den Auftakt macht die Veranstaltung „Musik ...

Lesung von Petra Ramsauer: Angst

NEUMARKT. Petra Ramsauer präsentiert am Mittwoch, 25. Mai, 19.30 Uhr, im Pfarrheim ihr Buch „Angst“.

Stadtrat Schuh zum Weltbienentag: „Imker lassen Freistadt aufblühen“

FREISTADT. Anlässlich des Weltbienentages am 20. Mai besuchte der Freistädter Naturschutz-Stadtrat Harald Schuh eine örtliche Bienenhütte. Insgesamt betreuen 43 Imker rund 400 Bienenstöcke in und ...

Zehn Freistädter Vorzeigebetriebe ausgezeichnet

FREISTADT. Zehn Freistädter Betriebe wurden gestern Abend, 19. Mai, mit dem TOP-Handelszertifikat ausgezeichnet.

Ehrenring der Gemeinde Schönau für Manfred Aumayer

SCHÖNAU. Manfred Aumayer, langjähriger Vizebürgermeister von Schönau, wurde mit dem Ehrenring der Gemeinde ausgezeichnet. Nach 35 Jahren im Gemeinderat sagt Aumayer dem politischen ...

Bezirksmusikfest 2022: „Blasmusik pur – die beste Kur“

BAD ZELL. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Absagen findet unter dem Motto „Blasmusik pur – die beste Kur“ am Samstag, 18. Juni, das Bezirksmusikfest mit Marschwertung im Hedwigspark Bad Zell statt. ...