80 Jahre Mühlviertler Menschenjagd: 250 Interessierte bei der Gedenkfeier in Wartberg
WARTBERG. 250 Interessierte sind zur Gedenkfeier anlässlich 80 Jahre Mühlviertler Menschenjagd in Wartberg gekommen. In den Redebeiträgen kamen die Notwendigkeit von Zivilcourage und des Wissens um die Vergangenheit zur Sprache.

Schüler der Mittelschule Pregarten stellten mit ihren Collagen, die im Rahmen eines Schulprojekts entstanden, die Forderungen: „Nie wieder Krieg“, „Stoppt die Waffenproduktion“, „Schützt die Demokratie“, „Stoppt Ausgrenzung und Verfolgung“, „Schützt unsere Welt“ und „Gleichberechtigung“.
Mahnende Worte von Regisseur Andreas Gruber
Andreas Gruber, Regisseur des Films „Hasenjagd - Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen“, wies darauf hin, dass es nicht selbstverständlich sei, in einer offenen Gesellschaft und liberalen Demokratie zu leben.
Gruber: „Es ist schon ein erschreckender Zynismus, dass es bei den Hass-Parolen, die in Bierzelten gebrüllt werden, vermeintlich um Sicherheit und Stabilität gehen soll. In Wirklichkeit bewirken sie das Gegenteil und beschädigen gezielt das demokratische System, um es letztendlich zu entsorgen und autoritäre Verhältnisse zu etablieren.“
Neue Website: gedenken-nie-wieder.at
An der Gedenkfeier, die von Elke Korczynski und Christine Grüll organisiert wurde, nahmen neben anderen die Bürgermeister von Hagenberg, Pregarten, Wartberg und Unterweitersdorf teil sowie zahlreiche junge Musiker.
Auf der Website www.gedenken-nie-wieder.at, die von Schülern der HTL Perg programmiert wurde, stehen die Publikation „Wartberg ob der Aist im Jahr 1945“ von Wulf Struck mit Blick auf die damalige Situation in der Bevölkerung, sowie der Zeitzeugen-Film „… ich habe ihn ja nicht sehen müssen“ mit sechs Interviews zur freien Verfügung.
Der Abschluss der Gedenkfeier mit der Verlesung des Mauthausen Schwurs fand in der Abenddämmerung beim Mahnmal “Mühlviertler Menschenjagd” auf dem Kalvarienberg statt.


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