Burgverein Prandegg plant virtuelle Zeitreise ins Mittelalter
SCHÖNAU. Auf ein ereignisreiches Jahr 2025 blickt der Burgverein Prandegg zurück. Im 30. Jahr seines Bestehens galt es wie stets, Maßnahmen gegen den Verfall der Burgruine zu setzen. Der Höhepunkt des Jubeljahres war das Burgspektakel im September. Auch für die nächsten Jahre gibt es bereits wieder große Pläne für Prandegg. Unter anderem ist eine virtuelle Zeitreise per Smartphone in die Prandegger Vergangenheit geplant.
Ganze anderthalb Jahre dauerten die Planung und die Vorbereitungen für das mittelalterliche Burgspektakel, das an einem außergewöhnlich warmen Wochenende Ende September in Prandegg über die Bühne ging. „Das Fest hat alle unsere Erwartungen gesprengt“, blickt Burgvereins-Obmann Helmut Ölinger zurück.
Fest der Superlative
Rund 250 freiwillige Helfer aus sechs Schönauer Vereinen (Burgverein, Theatergruppe, MSC Motorratten Schönau, Mühlviertler Höllenteufel, Pferdefreunde Schönau, Musikverein) standen vor, während und nach dem Fest im Einsatz. 200 mittelalterliche Darsteller sorgten bei tausenden Besuchern für einen spannenden Aufenthalt auf dem Festgelände.
Es war ein Fest der Superlative, nicht nur wegen des vielfältigen Programms mit Schaukämpfen, Feuershow, Flugvorführungen, Lagerleben und Mittelaltermarkt. 2,5 Kilometer Kabel wurden verlegt, 500 Kilo Fleisch und 250 Kilo Pommes Frites gebraten und verspeist. „Das Burgspektakel, kofinanziert durch ein grenzüberschreitendes Interreg-Kleinprojekt, war eine Riesenwerbung für unsere Region. Es sind Gäste extra aus Bayern und Tirol, aus Tschechien, Wien und Graz angereist“, blickt Ölinger zurück.
Starker Zusammenhalt
Auch der regionalen Wertschöpfung hat das Spektakel gutgetan, denn wo immer möglich, wurde regional gekauft. „Dieses Wochenende hat wieder einmal bewiesen, was Schönau ausmacht: Bei uns wird zusammengehalten“, sagt der Burgvereins-Obmann mit großer Dankbarkeit.
Neues Förderprojekt
Im Fokus der kommenden Jahre steht wieder, die Burgruine für Besucher gefahrlos begehbar zu erhalten. Eine Drohnenbefliegung 2024 hatte ergeben, dass eine weitere intensive Sanierung der Mauerkronen nötig ist. Bereits im Sommer 2025 leisteten viele freiwillige Helfer vier Wochen lang 750 Arbeitsstunden an der Burg, unterstützt von einem professionellen Bauunternehmen.
Um die weitere aufwändige Sanierung der Mauerkronen stemmen zu können, hat der Prandegger Burgverein ein neues grenzüberschreitendes Förderprojekt eingereicht. „Es umfasst neben der Kronensicherung auch die Sanierung des Bergfrieds und der Fundamente der Altburg“, so Helmut Ölinger.
Outdoor-Escape-Spiel
An touristischen Maßnahmen listet das Vorhaben unter anderem die 3D-Vermessung der Burgruine auf, die virtuelle Burgführungen über das Smartphone ermöglichen soll. „Die Burgbesucher werden dabei auf eine Zeitreise mitgenommen und erleben, wie die Räume auf Prandegg früher ausgesehen haben.“
Gemeinsam für alle vier Burgen des grenzüberschreitenden Projekts, Prandegg, Reichenstein (Tragwein), Ticha und Pořešin (Südböhmen) soll ein grenzüberschreitendes Outdoor-Escape-Spiel entwickelt werden. In Summe umfasst das Gesamtprojekt einen Wert von 770.000 Euro. Mit der Entscheidung über die Genehmigung rechnet der Burgverein im April 2026.
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