Gerüchte um mögliches Moschee-Projekt mit Minarett in Freistadt
FREISTADT. Ein mögliches Bauprojekt rund um eine Moschee in Freistadt sorgt für politische Diskussionen. Laut Gerüchten könnte eine bestehende Gebetsstätte erweitert und dabei auch ein minarettähnlicher Turm errichtet werden. Bürgermeister Christian Gratzl dementiert.

Bürgermeister Christian Gratzl (SPÖ) stellt klar, dass der Verein Alif der Stadt bislang lediglich erste Planungsideen für den Neubau ihres Vereinshauses präsentiert habe. Ein offizielles Bauansuchen sei bisher nicht eingereicht worden. Sobald ein konkretes Projekt vorliege, werde dieses transparent geprüft. Dabei solle auch der Gestaltungsbeirat eingebunden werden, und die Öffentlichkeit werde entsprechend informiert.
Zu kursierenden Spekulationen rund um ein Minarett sagt der Bürgermeister, dass in den bisherigen Erstentwürfen ein solches Bauwerk nicht vorgesehen sei. „Mit mir wird es auch keines geben“, so Gratzl. Gleichzeitig kritisiert er, dass auf Basis von Gerüchten politische Stimmung gemacht werde. „Ich stehe für ein respektvolles Miteinander und eine offene, transparente Kommunikation.“
Trotz der noch frühen Phase der Überlegungen haben mehrere politische Fraktionen bereits Stellung bezogen und Klarstellungen eingefordert.
„Minarett passt nicht ins Stadtbild“
Die ÖVP Freistadt betont grundsätzlich ihr Bekenntnis zur Religionsfreiheit. Menschen sollen ihren Glauben ausüben können, sofern Standort und Zusammenleben mit der Nachbarschaft passen. Vizebürgermeisterin Johanna Jachs spricht sich jedoch klar gegen ein Minarett im Stadtgebiet aus. Ein solches Bauwerk sei aus ihrer Sicht nicht mit dem Ortsbild von Freistadt vereinbar. Gleichzeitig fordert sie, dass mögliche Planungen frühzeitig transparent gemacht und Anrainer umfassend eingebunden werden.
„Volksbefragung nötig“
Kritik kommt auch von der FPÖ Freistadt. Stadtrat Harald Schuh bemängelt fehlende Information und fordert mehr Transparenz gegenüber Gemeinderat und Bevölkerung. Die Freiheitlichen lehnen eine Moschee mit Minarett grundsätzlich ab und sprechen sich dafür aus, bei einem entsprechenden Projekt eine Volksbefragung durchzuführen.
WIFF fordert Transparenz
Auch die Bürgerliste WIFF (Wir für Freistadt) sieht offenen Informationsbedarf. Aufgrund der derzeit kursierenden Gerüchte will die Fraktion im Gemeinderat eine Anfrage an den Bürgermeister stellen, um den aktuellen Stand der Planungen zu klären. Sollte ein konkretes Projekt entstehen, fordert WIFF ein transparentes, rechtsstaatliches Verfahren unter Berücksichtigung der Interessen aller Freistädter.


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