Freistädter Bürgerkorps hält Tradition der Osterwache lebendig
FREISTADT. Eine bis ins Mittelalter zurückreichende Tradition wird auch heuer wieder in Freistadt gepflegt: Das Bürgerkorps Freistadt übernimmt von Karfreitag bis Karsamstag die feierliche Bewachung des Heiligen Grabes in der Stadtpfarrkirche.

Der Auftakt zur Osterwache erfolgt am Freitag um 14 Uhr mit dem Aufmarsch des ersten Zuges. Begleitet von Trommlern und Blasmusikern marschieren die Gardisten vom Bürgerkorpsturm beim Linzertor zum Wachlokal im Rathaus am Hauptplatz. Anschließend beziehen sie um 15 Uhr Stellung beim Heiligen Grab in der Stadtpfarrkirche, wo jeweils zwei Mann Wache halten. Auch rund um das Wachlokal herrscht reges Geschehen: Ein sogenannter „Schnorrposten“ beaufsichtigt die Gewehre. Gegen 17 Uhr endet die Wache am ersten Tag. Am Karsamstag übernimmt um 10 Uhr früh der zweite Zug die Bewachung bis 15 Uhr. Der große Wachwechsel - der Höhepunkt für das Publikum - findet zu Mittag um 12 Uhr statt.
Bürger tragen Tradition mit
„Seit Jahrhunderten ist es Brauch, dass die Bevölkerung die Wachmannschaften unterstützt. Auch heute bringen zahlreiche Bürger Speisen, kleine Geschenke und Zeichen der Verbundenheit ins Wachlokal im dritten Stock des Rathauses“, erzählt Bürgerkorps-Kommandant Hubert Reibauer. In einem eigens geführten Wachbuch werden die Dienstzeiten von Offizieren, Musikern, Gardisten und Spender dokumentiert.
Lebendige Geschichte
Die Osterwache, deren Ursprünge bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen, ist ein eindrucksvolles Beispiel gelebter Tradition. Das Bürgerkorps versteht sich als Hüter dieses kulturellen Erbes. Als gemeinnütziger Verein widmet er sich der Pflege der Heimatgeschichte und ist Teil des oberösterreichischen Landesverbandes der Bürgergarden. In ihren traditionellen Uniformen wirken die Mitglieder bei Veranstaltungen wie Fronleichnam, der Georgimesse und Allerheiligen mit. Das Bürgerkorps der Stadt Freistadt dürfte im 12. Jahrhundert gegründet worden sein. 1918 wurde das Korps vorübergehend aufgelöst, 1922 neuformiert, 1938 wieder aufgelöst, 1961 folgte die Wiedererrichtung. Aktuell zählt der Verein 39 aktive Mitglieder, gemeinsam mit dem Kameradschaftsbund hat er eine eigene Musikkapelle. Zweimal im Jahr lädt das Bürgerkorps zu einem Frühschoppen, der Erlös wird zur Erhaltung des Bürgerkorpsturm beim Linzertor verwendet.


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