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Wenn Sekunden entscheiden: Die Rettungsleitstellen im Dauereinsatz

Mag. Michaela Maurer, 07.04.2026 14:54

BEZIRK/OÖ. Zum Tag des Notrufs am 14. April rückt die wichtige Arbeit der Rot Kreuz-Leitstellen in den Fokus: Rund um die Uhr nehmen sie in Oberösterreich Notrufe entgegen und sorgen dafür, dass Hilfe schnell ankommt. 

Michael Fenzl ist seit mehr als 35 Jahren Disponent in der Leitstelle. (Foto: OÖRK/Gruber)
  1 / 2   Michael Fenzl ist seit mehr als 35 Jahren Disponent in der Leitstelle. (Foto: OÖRK/Gruber)

Rund eine Million Anrufe pro Jahr: Mit den Worten „Rotes Kreuz Notruf, Grüß Gott“ beginnt in Oberösterreich täglich der Weg zur schnellen Hilfe. Mitarbeiter in den fünf Rettungsleitstellen nehmen zu jeder Tages- und Nachtzeit Notrufe entgegen und im Durchschnitt dauert es keine elf Minuten, bis die Einsatzkräfte vor Ort sind.

„Unsere Mitarbeiter in den Leitstellen sind rund um die Uhr für die Menschen da. Sie treffen in Sekunden Entscheidungen, die Leben retten können. Moderne Technologien unterstützen sie dabei, aber im Mittelpunkt steht immer der Mensch“, sagt OÖ Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz im Hinblick auf den Tag des Notrufs am 14. April.

„Pure Verzweiflung“ 

Wenn Michael Fenzl aus Freistadt ans Telefon geht, ist am anderen Ende oft pure Verzweiflung. Seit 1989 ist der 55-Jährige freiwillig im Rettungsdienst tätig, 1991 begann er hauptberuflich beim OÖ. Roten Kreuz. Bis heute verbindet er beides – Leitstelle und Rettungsdienst. „Es ist eine super Abwechslung. Du hast den direkten Bezug zum Geschehen draußen und bringst diese Erfahrung in die Leitstelle ein. Vieles ist Routine, aber du weißt nie, was dich erwartet – genau das macht die Arbeit spannend“, sagt Fenzl.

Einsätze mit Kindern besonders fordernd

Besonders fordernd sind Einsätze mit Kindern: „Da kannst du noch so viel Erfahrung haben – das geht nicht spurlos an dir vorbei. Auch wenn am Ende der Leitung pure Verzweiflung herrscht, musst du Ruhe reinbringen. Nur so bekommst du die Informationen, die wir brauchen, um schnell und richtig zu helfen.“ Für Fenzl ist klar: „Wir sind der erste Kontakt in der Rettungskette. Unsere Aufgabe ist auch die Erste-Hilfe-Anleitung bei lebensbedrohenden Notfällen am Telefon. Parallel unterstützen wir die Einsatzkräfte und leiten sie zum Einsatzort.“ 

Alle 32 Sekunden ein Anruf

Im Jahr 2025 wurden in Oberösterreich insgesamt 983.904 Anrufe über die Leitstellen des OÖ Roten Kreuzes abgewickelt – das bedeutet im Durchschnitt alle 32 Sekunden einen Anruf. 324.791 davon entfielen auf den medizinischen Notruf 144, weitere 112.392 Kontakte auf die telefonische Gesundheitsberatung 1450. Auch der Hausärztliche Notdienst (141) mit 250.930 Anrufen, der Bergrettungsnotruf (140) mit 9.919 Anrufen sowie 285.872 Anmeldungen für Krankentransporte zeigen, wie stark die Leitstellen in den Alltag der Menschen eingebunden sind. Jeder dieser Anrufe ist ein entscheidender erster Schritt in der Rettungskette.  

Minütlich rücken in Oberösterreich Rettungsfahrzeuge aus

Statistisch gesehen rückt in Oberösterreich jede Minute ein Rettungsfahrzeug aus. Damit Hilfe schnell bei Patienten ankommt, arbeiten Leitstellen und Einsatzkräfte eng zusammen. Die Arbeit in den Leitstellen hat sich dabei in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. „Früher war man viel stärker auf die eigene Ortskenntnis angewiesen. Heute helfen uns digitale Karten, Handyortung oder Systeme wie Emergency Eye enorm“, sagt Fenzl. 


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