„Keine Angst, der tut nichts...“ - Hunde als potentielle Gefahr für Rettungssanitäter

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Mag. Michaela Maurer Mag. Michaela Maurer, Tips Redaktion, 13.12.2019 17:26 Uhr

BEZIRK FREISTADT. Hunde gelten gemeinhin als die besten Freunde des Menschen. In einer Stresssituation können Hunde für das Rettungsdienstpersonal aber zur potentiellen Gefahr werden.

Die meisten Hunde leben in einem friedlichen Miteinander mit „ihrer“ Familie. Deshalb hören Sanitäter des Roten Kreuzes immer wieder den Satz „Keine Angst, der tut nichts...“. In einer Stresssituation können Hunde allerdings für das Rettungsdienstpersonal zur Gefahr werden.

Bei vielen Notfällen, wie beispielsweise Herzinfarkt oder gar Kreislaufstillstand, müssen die Rettungs- und Notarztteams des OÖ Roten Kreuzes schnell reagieren. Es entsteht eine Ausnahmesituation für die ganze Familie, auch für den Hund. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie die Vierbeiner auf Blaulicht, die roten Uniformen mit reflektierenden Leuchtstreifen oder das plötzliche und schnelle Eindringen in den Schutzbereich reagieren. Jeder noch so friedvolle Familienhund kann in so einer Situation zur potentiellen Gefahr für die Helfer werden.

„Hunde wollen Herrl und Frauerl beschützen“ 

Der Freistädter Diplom-Tierarzt Wolfgang Affenzeller kann dies nur bestätigen: „Aus Sicht des Hundes ist es nachvollziehbar, wenn er gereizt auf einen Rettungseinsatz reagiert und die Rotkreuz-Mitarbeiter umgehend zum Feindbild erklärt. Er spürt, dass es einem Familienmitglied (oft das “Frauerl„ oder “Herrl„) nicht gut geht. Dann kommen plötzlich wildfremde Menschen, die sich aufgrund der durchzuführenden Behandlung auf das Familienmitglied “stürzen„. Sie “reißen„ es dann aus der vertrauten Umgebung und bringen es in ein Krankenhaus. Dass es die Rotkreuz-Mitarbeiter gut meinen, kann ein Hund in so einer Stresssituation nicht sofort feststellen. Er will sein Familienmitglied schützen!“

„Viele Hunde reagieren mit massivem Bellen und weichen nicht von der Seite des Familienmitgliedes. Dies kann nicht nur eine signifikante Behinderung der Patientenversorgung nach sich ziehen, auch Verletzungen der Sanitäter sind nicht auszuschließen“, heißt es vom Roten Kreuz. „Die Rettungs- und Notarztteams müssen auf ihren Selbstschutz achten. Es ist niemandem geholfen, wenn manchmal Rettungsdienstpersonal aufgrund eines freilaufenden, massiv bellenden Hundes nicht einmal aus ihrem Einsatzfahrzeug aussteigen können.“  

Das Rote Kreuz Freistadt appelliert daher an alle Hundebesitzer und ihre Angehörigen, den Einsatzbereich noch vor dem Eintreffen des Roten Kreuzes entsprechend zu sichern. Konkret bedeutet das, dass Hunde bis zum Ende des Rettungseinsatzes in einem eigenen Raum eingeschlossen werden sollen. 

Diese Vorgehensweise ermöglicht einerseits ein sicheres Arbeiten für jene Menschen, die Ihnen aus Liebe zum Menschen zur Hilfe eilen. „Es ist zugleich aber auch eine Schutzmaßnahme für den Hund,“ sagt Affenzeller, „nämlich um ihn nicht zu sehr aufzuregen oder ihn durch Zwangsmaßnahmen unnötig zu gefährden.“

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