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FREISTADT. Wie könnte man die Arbeitswelt intensiver kennen lernen, als hautnah mit allen Sinnen in den Betrieben? „Die Job Tour Freistadt feiert erfolgreiches zehnjähriges Jubiläum“, zieht Helmut Kern, Vorsitzender des Forums Schule&Wirtschaft Freistadt, erfreut Zwischenbilanz: „In Summe konnten wir in zehn Jahren über 19.000 Direktkontakte von Jugendliche in regionalen Unternehmen herstellen.“
 

  1 / 2   Schüler der Neuen Mittelschule Marianum Freistadt bei Firma A. Haberkorn in Freistadt; mit Alexander Haberkorn (ganz links), Thomas Hopfinger (3. von links) Foto: WKO Freistadt

Heuer haben beispielsweise die Schüler der Neuen Mittelschule Pregarten bei Intersport Pötscher von einem begeisterten Lehrling erfahren, worauf es als Einzelhandelslehrling in der Sportartikelbranche ankommt. Bei A. Haberkorn & Co.GmbH in Freistadt konnten Schüler des Marianums Freistadt erleben, wie es sich anfühlt, wenn man im Hochregallager im Hubstapler 11 Meter in die Höhe fährt, wie viel Druck ein Schlauch beim Prüftest aushält, bis er reißt, oder wie ein Sicherungsgurt für Bauarbeiter funktioniert. 627 Dreizehnjährige nutzten heuer wieder die Job Tour Freistadt, um sich jeweils in drei von insgesamt 32 Betrieben über die Arbeitswelt und Karrierechancen in ihrer unmittelbaren Umgebung zu informieren. Manche gingen nach dieser Info-Tour mit konkreten Berufswünschen nach Hause, andere wissen nunmehr, welchen Beruf sie sicher nicht ergreifen wollen.

Gabriele Lackner-Strauss, Obfrau der WKO Freistadt: „Die Job Tour ist eine sehr effiziente Form der Berufsorientierung, sie wird in manch anderen Bezirken als best practice kopiert, das macht uns schon ein bisschen stolz. Unser Dank gilt den Lehrkräften, die die Schüler vorbereiten und begleiten, und vor allem den Betrieben, die vorausschauend agieren und sich schon für Dreizehnjährige Zeit nehmen.“

Dietmar Wolfsegger, Leiter der WKO Freistadt, ist überzeugt: „Die Jugendlichen sollen sich vorerst einmal möglichst viele unterschiedliche Berufe anschauen. Oft bestehen nämlich, geprägt durch die Eltern, überholte oder falsche Vorstellungen über einzelne Berufe. Die Jugendlichen waren vor allem auch erstaunt, welch tolle Arbeitgeber es in ihrem Heimatbezirk gibt. Es dringt erfreulicherweise immer stärker durch, dass Jugendliche über die Lehre die besten beruflichen Entwicklungsperspektiven haben. Lehre mit Matura ist der Turbo für wirkliche Karrieren. Demgegenüber finden viele herkömmliche Maturanten - ohne Lehre - immer seltener Jobs, die ihrem Ausbildungsniveau entsprechen.“

Junge Leute sind in der Freistädter Wirtschaft gefragt – trotz der in manchen Branchen schwierigen Wirtschaftslage. Mit aktuell 3,7 Prozent hat Freistadt eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten unter allen österreichischen Bezirken. Die Zahl der offenen Lehrstellen übersteigt klar die Zahl der Lehrstellensuchenden, der Trend verstärkt sich. In etlichen Branchen besteht aktueller Fachkräftebedarf. Betriebe im Tourismus suchen Koch/Köchin und Restaurantfachleute, in der Holzverarbeitung werden Tischlertechniker benötigt, in der Metallverarbeitung fehlt es an Spenglern, Aufnahmepotenzial haben weiters der Einzelhandel und sogar Banken.


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