Des einen Freud, des anderen Leid: Weniger Arbeitslose im Bezirk Freistadt - Firmen suchen händeringend nach Fachkräften
BEZIRK FREISTADT. Zuerst die gute Nachricht vom Arbeitsmarkt im Bezirk Freistadt: In fast allen Altersgruppen verzeichnet das AMS Freistadt einen Rückgang unter den Arbeitssuchenden. Die schlechte Nachricht: Die regionalen Unternehmen suchen händeringend nach guten Fachkräften, 402 offene Stellen sind derzeit im Bezirk Freistadt ausgeschrieben.

„Gesucht wird in allen Branchen. Die meisten offenen Stellen gibt es in den Metall- und Elektroberufen, im Gastgewerbe, in technischen Berufen und im Handel“, weiß AMS-Leiter Alois Rudlstorfer.
Oft fehlt es an der Qualifikation
Von den 1640 Personen, die Ende Jänner arbeitssuchend vorgemerkt waren, haben 833 eine Wiedereinstellungszusage im letzten Betrieb. „Die meisten davon sind aus dem Baugewerbe und derzeit aufgrund des Winters arbeitslos gemeldet“, weiß Rudlstorfer.
807 Personen sind somit auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung. „Das entspricht gut zwei Bewerbern pro offener Stelle. Dass bei der geringen Auswahl nur schwer die passende Arbeitskraft gefunden wird, ist nicht verwunderlich“, sagt Rudlstorfer und verweist gleichzeitig darauf, dass viele der Arbeitssuchenden oft nicht über die gewünschten oder geforderten Qualifikationen verfügen.
Arbeitsmarktservice unterstützt bei der Ausbildung
„In diesen Fällen unterstützen wir Arbeitsuchenden beim Erwerb der fehlenden Qualifikation durch die Übernahme von Ausbildungskosten und Betriebe durch arbeitsplatznahe Qualifizierung (AQUA), bei der die zukünftigen Mitarbeiter im eigenen Betrieb, auf den Arbeitsplatz zugeschnitten, ausgebildet werden“, sagt Rudlstorfer.
Die Ausbildung über AQUA kann von einzelnen, fehlenden Qualifikationen bis zum Absolvieren einer Lehrausbildung reichen. Rudlstorfer sieht darin für Betriebe eine weitere Chance, neben der klassischen Lehrausbildung für Jugendliche, ihre Fachkräfte kostenschonend, und den betrieblichen Anforderungen entsprechend, selbst auszubilden.
Über 50-Jährige schwer zu vermitteln
Die Arbeitslosenquote im Bezirk Freistadt lag Ende Jänner bei 5,8 Prozent. In fast allen Altersgruppen verzeichnet das AMS Freistadt einen Rückgang unter den Arbeitsuchenden. Nur die Zahl der über 50-Jährigen steigt weiter - im Jänner um fast sechs Prozent. „Leider profitiert diese Altersgruppe noch immer nicht von der derzeit guten Wirtschaftslage. Wir setzen daher verstärkt Fördermittel, insbesondere Eingliederungsbeihilfen ein, um endlich auch für sie eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt herbei zu führen“, sagt AMS Freistadt Leiter Alois Rudlstorfer.


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